Navigationsaufgaben
Der Teil der SBF-See-Prüfung, den man nicht anklicken kann: Kurs absetzen, peilen, koppeln, Distanz und Zeit rechnen. Hier stehen alle fünfzehn amtlichen Aufgaben mit der Musterlösung der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung — und Sie können Ihr Ergebnis eintippen statt es zu vergleichen.
Die Übungskarte gehört dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie und ist im Handel zu beziehen — sie darf hier nicht stehen. Die Aufgabentexte und die Ergebnisse dagegen stammen von ELWIS und dürfen übernommen werden.
So läuft dieser Prüfungsteil
Sie ziehen eine der fünfzehn Aufgaben. Dazu werden neun der fünfzehn Navigationsfragen gestellt; mindestens sieben Antworten müssen stimmen. Dieser Teil zählt eigenständig — wer ihn verfehlt, muss die gesamte Theorieprüfung wiederholen.
Die fünfzehn Navigationsfragen
Keine Karte zur Hand?
Das Rechnen geht auch ohne: Kurs und Peilung umrechnen, Weg, Zeit und Fahrt auseinander bestimmen, die Ankunftszeit, die Gegenpeilung. Diese fünfzehn Aufgaben sind schnell auswendig — der Rechendrill teilt beliebig viele neue aus, sofort geprüft und mit Rechenweg.
Zum KursrechnenWas geprüft wird — und was nicht
81 der 135 Schritte enden in einer Zahl: Kurs, Peilung, Position, Distanz, Fahrt, Tiefe, Uhrzeit, Dauer, Besteckversetzung. Die tippen Sie ein und bekommen sie geprüft, mit der Abweichung dazu. Die anderen 54 — „Tragen Sie den Kurs in die Seekarte ein“, „Beschreiben Sie Farbe, Kennung und Toppzeichen“ — kann kein Programm benoten. Dafür steht die Musterlösung daneben und der Haken kommt von Ihnen.
Die Toleranzen sind unsere. Wer mit Zirkel und Anlegedreieck arbeitet, trifft einen Kurs nicht gradgenau — deshalb gibt es überhaupt eine Toleranz. Wie weit ein Prüfer sie zieht, steht in keiner Vorschrift, die wir nachlesen können. Hier gelten 3° für Kurse und Peilungen, 1,0′ je Koordinate, 0,2 sm, 0,3 kn und 5 Minuten — eher eng als weit. Wer hier durchkommt, kommt auch dort durch; umgekehrt gilt das nicht.
Die drei Formeln, die alles tragen
- rwK = MgK + Ablenkung + Missweisung. Vom Magnetkompass nach außen wird addiert, zurück subtrahiert. Für Peilungen gilt dieselbe Reihe: rwP = MgP + Ablenkung + Missweisung.
- t = s ÷ v. Weg durch Fahrt, mal 60 für Minuten. Umgestellt ist es v = s ÷ t und s = v × t — drei Aufgabentypen, eine Formel.
- Eine Seemeile ist eine Bogenminute Breite. Deshalb wird jede Distanz an der Skala am linken oder rechten Kartenrand abgegriffen und nie oben oder unten: Die Skala oben ist die Länge, und ein Längengrad ist in der Deutschen Bucht nur noch gut halb so breit wie ein Breitengrad.
Und die Missweisung? Die steht in der Seekarte — also dort, wo dieses Projekt sie nicht abdrucken darf. Aus den amtlichen Lösungen lässt sie sich aber zurückrechnen: rwK minus MgK minus Ablenkung. Über alle 27 Umrechnungsschritte dieser Aufgaben kommt dabei 0° oder +1° heraus und nie etwas anderes. Das ist keine Ungenauigkeit, sondern die Rundung der amtlichen Lösung selbst — und der beste Grund dafür, dass ein Grad Abweichung kein Fehler ist.