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SBF Binnen · Spezifische FragenKleinfahrzeug und Grundregeln
8 amtliche Prüfungsfragen. Wann ein Sportboot Kleinfahrzeug ist, welche Lichter es führt, und die drei Grundregeln. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.
Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte
Worum es hier geht
Direkt zu den Fragen ↓Der Begriff „“ entscheidet auf der Binnenschifffahrtsstraße fast alles — und er hat eine einzige Grenze: Ein Sportboot gilt nicht mehr als Kleinfahrzeug, wenn es 20 m oder länger ist.
Daraus folgt die Grundregel des ganzen Reviers, und sie steht der Seeregel genau entgegen: Auf dem Binnenrevier weicht das Kleinfahrzeug der großen Schifffahrt aus, nicht umgekehrt. Ein Segelfahrzeug, das auf Kollisionskurs mit einem Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb liegt, hält Kurs und Geschwindigkeit bei — es ist der . Und ein Fahrzeug mit und Seitenlichtern, also ein großes, hält gegenüber einem Kleinfahrzeug ebenfalls Kurs und Geschwindigkeit: Wer klein ist, geht aus dem Weg.
Innerhalb der Kleinfahrzeuge gilt wieder eine Rangordnung. Ein Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb weicht einem Segelsurfer aus. Und unter Segelfahrzeugen lautet eine der drei Grundregeln der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung: Haben sie den Wind nicht von derselben Seite, muss das Fahrzeug mit Wind von dem mit Wind von ausweichen.
Eine Frage dieses Abschnitts verbindet beides und ist deshalb die schwierigste im Katalog. Eine Segelyacht mit Wind von Steuerbord führt einen schwarzen Kegel — sie fährt also zugleich unter Maschine und gilt damit als Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb. Damit greift nicht mehr die Segelregel, sondern die Rangordnung: Sie muss dem Segler ausweichen, obwohl sie den Wind von Steuerbord hat. Der schwarze Kegel schlägt die Windrichtung.
Die Lichter schließlich sind Zahlen, die man einmal ansieht und dann behält: Topplicht weiß 225°, weiß 135°, je 112,5° — Backbord rot, Steuerbord grün. Zusammen ergeben Topplicht und Hecklicht den vollen Kreis, und die beiden Seitenlichter zusammen genau den Bereich des Topplichts. Ein Kleinfahrzeug ohne Maschinenantrieb muss mindestens ein von allen Seiten sichtbares weißes Licht führen.
- Kleinfahrzeug
- Ein Sportboot unter 20 m Länge.
- Grundregel
- Das Kleinfahrzeug weicht der großen Schifffahrt aus.
- Unter Segel
- Wind von Backbord weicht Wind von Steuerbord aus.
- Schwarzer Kegel
- Macht aus dem Segler ein Maschinenfahrzeug — und kehrt die Regel um.
- Sichtwinkel
- Topplicht 225°, Hecklicht 135°, Seitenlichter je 112,5°.
Die typische Falle: Auf See weicht die Maschine dem Segel. Im Binnenrevier weicht das Kleinfahrzeug dem großen Schiff — auch unter Segel.
Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.
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Wann gilt ein Sportboot auf den Binnenschifffahrtsstraßen nicht mehr als Kleinfahrzeug?
Wenn es 20 m oder länger ist.
Die Grenze liegt bei zwanzig Metern: Ab dieser Länge ist ein Sportboot kein Kleinfahrzeug mehr. Der Begriff trägt viel — Kleinfahrzeuge haben eigene Lichter, eigene Ausweichpflichten und eigene Regeln an Schleusen, und alles davon ändert sich mit dem Überschreiten dieser einen Zahl.
Merksatz
Ab zwanzig Metern gelten die Regeln der Großen
Typischer FehlerDie Grenze niedriger anzusetzen und ein Boot schon für länger zu halten, als es zählt — bei zehn, fünfzehn oder achtzehn Metern. Zwanzig Meter ist zugleich die Längengrenze des Sportbootführerscheins; beide Zahlen sind dieselbe und deshalb leicht zu behalten.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Wenn es 15 m oder länger ist.
- Wenn es 10 m oder länger ist.
- Wenn es 18 m oder länger ist.
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Welchen Sichtwinkel und welche Farben haben die vorgeschriebenen Lichter an Bord?
Topplicht: weiß 225°, Hecklicht 135° weiß, Seitenlichter: Backbord rot und Steuerbord grün, jeweils 112,5°.
Die Winkel ergeben zusammen einen Kreis und sind deshalb nicht frei gewählt. Das Topplicht deckt nach vorn zweihundertfünfundzwanzig Grad ab, das Hecklicht die restlichen hundertfünfunddreißig nach achtern. Die Seitenlichter mit je hundertzwölf Komma fünf Grad teilen sich den vorderen Bereich hälftig — zusammengezählt ergeben beide wieder die zweihundertfünfundzwanzig des Topplichts.
Merksatz
Zwei mal Seitenlicht ergibt ein Topplicht, der Rest ist Heck
Typischer FehlerTopplicht und Hecklicht zu vertauschen — das Topplicht ist das größere von beiden, weil es nach vorn wirkt. Und den Seitenlichtern hundertfünfunddreißig Grad zu geben würde die Rechnung sprengen.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Topplicht: weiß 135°, Hecklicht 225° weiß, Seitenlichter: Backbord rot und Steuerbord grün, jeweils 112,5°
- Topplicht: weiß 225°, Hecklicht 112,5° weiß, Seitenlichter: Backbord rot und Steuerbord grün, jeweils 135°
- Topplicht: weiß 112,5°, Hecklicht 225° weiß, Seitenlichter: Backbord rot und Steuerbord grün, jeweils 112,5°
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Welches Licht muss ein Kleinfahrzeug ohne Maschinenantrieb mindestens führen?
Ein von allen Seiten sichtbares weißes Licht.
Ein Kleinfahrzeug ohne Maschinenantrieb — ein Ruderboot, ein kleines Segelboot — muss mindestens ein von allen Seiten sichtbares weißes Licht führen. Mindestens heißt: Mehr ist erlaubt, weniger nicht. Es ist die einfachste denkbare Kennzeichnung, und sie lässt sich mit einer Handlaterne erfüllen.
Merksatz
Ein weißes Licht rundum ist das Mindeste
Typischer FehlerEine aufwendigere Kennzeichnung zu verlangen. Seitenlichter, ein Topp- und Hecklicht oder eine Dreifarbenlaterne sind zulässig, aber nicht gefordert — und an einem Ruderboot oft gar nicht anzubringen.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Dreifarbenlaterne im Topp.
- Seitenlichter.
- Topp- und Hecklicht.
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Wie muss sich ein Segelfahrzeug auf einer Binnenschifffahrtsstraße, welches sich auf Kollisionskurs mit einem Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb befindet, verhalten?
Es hält Kurs und Geschwindigkeit bei.
Auf Binnenschifffahrtsstraßen weichen Kleinfahrzeuge grundsätzlich allen anderen aus, und unter den Kleinfahrzeugen weicht das mit Maschinenantrieb dem unter Segel. Das Segelfahrzeug ist hier also Kurshalter — es hält Kurs und Geschwindigkeit bei, damit der andere seine Ausweichbewegung berechnen kann.
Merksatz
Segel vor Maschine, und der Kurshalter tut nichts
Typischer FehlerAus Vorsicht selbst zu handeln — nach Steuerbord zu gehen oder langsamer zu werden. Beides macht das eigene Verhalten unberechenbar und stört genau das Manöver, das der andere gerade fährt.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Es wechselt den Kurs nach Steuerbord und reduziert die Geschwindigkeit.
- Es hält Kurs und reduziert die Geschwindigkeit.
- Es wechselt den Kurs nach Steuerbord und hält die Geschwindigkeit.
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Wie muss sich ein Fahrzeug mit Topplicht und Seitenlichtern gegenüber einem Kleinfahrzeug mit Seitenlichtern, welches sich auf Kollisionskurs befindet, verhalten?
Es hält Kurs und Geschwindigkeit bei.
Ein Fahrzeug mit Topplicht und Seitenlichtern ist kein Kleinfahrzeug — das Topplicht ist das Erkennungsmerkmal. Ihm gegenüber ist das Kleinfahrzeug ausweichpflichtig, also hält das größere Kurs und Geschwindigkeit bei. Der Grund ist praktisch: In einem engen Fahrwasser hat das große Fahrzeug kaum Platz und einen Bremsweg von mehreren Schiffslängen.
Merksatz
Wer ein Topplicht führt, ist kein Kleinfahrzeug
Typischer FehlerZu meinen, das größere müsse ausweichen. Und ein halbes Manöver zu fahren — Kurs nach Steuerbord oder langsamer werden — ist für den Kurshalter falsch, solange der andere noch handeln kann.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Es wechselt den Kurs nach Steuerbord und reduziert die Geschwindigkeit.
- Es hält Kurs und reduziert die Geschwindigkeit.
- Es muss ausweichen.
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Wie muss sich ein Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb gegenüber einem Segelsurfer, der auf Kollisionskurs liegt, verhalten?
Es muss ausweichen.
Ein Segelsurfer wird wie ein Segelfahrzeug behandelt, und das Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb weicht ihm deshalb aus. Dazu kommt das Praktische: Ein Surfer ist niedrig, schnell und schwer einzuschätzen, er fällt regelmäßig ins Wasser und liegt dann flach — genau dort, wo ein Motorboot ihn nicht sieht.
Merksatz
Auch ein Brett unter Segel geht vor
Typischer FehlerSich für kurshaltepflichtig zu halten. Und ein halbes Manöver zu fahren, indem nur die Geschwindigkeit reduziert wird: Ausweichen heißt hier, deutlich Abstand zu schaffen.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Es hält Kurs und Geschwindigkeit bei.
- Es hält Kurs und reduziert die Geschwindigkeit.
- Es muss nicht ausweichen.
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Wer ist ausweichpflichtig, wenn ein Segler mit Wind von Backbord einer Segelyacht mit Wind von Steuerbord und einem schwarzen Kegel auf Kollisionskurs begegnet?
Die Segelyacht mit Wind von Steuerbord, weil sie als Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb gilt.
Der schwarze Kegel ist der Schlüssel. Er zeigt, dass unter Segeln zugleich die Maschine läuft, und damit gilt diese Yacht als Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb — nicht mehr als Segler. Zwischen einem Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb und einem unter Segel weicht immer das mit Maschine aus, und die Windseite spielt dann keine Rolle mehr.
Merksatz
Erst prüfen, was einer ist — dann erst, woher der Wind kommt
Typischer FehlerDie Segelregel anzuwenden und den mit Wind von Backbord ausweichen zu lassen. Die gilt nur zwischen zwei Fahrzeugen, die tatsächlich unter Segel sind — und eines von beiden ist es hier nicht.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Die Segelyacht mit Wind von Backbord, weil sie als Kleinfahrzeug unter Segel gilt.
- Die Segelyacht mit Wind von Steuerbord, weil sie als Kleinfahrzeug unter Segel gilt.
- Beide Segelyachten, weil eines als Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb gilt und das andere den Wind von Backbord hat.
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Wie lautet eine der drei Grundregeln der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung, nach denen Kleinfahrzeuge unter Segel einander ausweichen?
Wenn sie den Wind nicht von derselben Seite haben, muss das Segelfahrzeug mit Wind von Backbord dem Segelfahrzeug mit Wind von Steuerbord ausweichen.
Haben zwei Segelfahrzeuge den Wind von verschiedenen Seiten, weicht das mit Wind von Backbord aus. Die Regel ist willkürlich in dem Sinn, dass sie ebenso gut andersherum lauten könnte — sie muss nur eindeutig sein und von beiden Seiten gleich gelesen werden. Wer sie kennt, weiß aus dem Stand, wer dran ist, ohne den anderen einschätzen zu müssen.
Merksatz
Wind von Backbord weicht aus
Typischer FehlerDie Regel umzudrehen. Und die zweite Grundregel dazwischenzuschieben: Bei Wind von derselben Seite weicht das luvwärtige aus, nicht das leewärtige — und niemals beide zugleich.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Wenn sie den Wind nicht von derselben Seite haben, muss das Segelfahrzeug mit Wind von Steuerbord dem Segelfahrzeug mit Wind von Backbord ausweichen.
- Wenn sie den Wind von derselben Seite haben, muss das leeseitige dem luvseitigen ausweichen.
- Wenn sie den Wind von derselben Seite haben, müssen beide Fahrzeuge ausweichen.