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SBF Binnen · Fragen zum Segeln

Ruder, Tauwerk, Segel

9 amtliche Prüfungsfragen. Ruderbruch, Pinnensteuerung, Ecken und Kanten des Segels, Segellatten. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.

Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte

Worum es hier geht

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Neun Fragen zu dem, was an Bord kaputtgehen kann — und zu den Namen, ohne die man an Bord nicht mitreden kann.

Bei Ruderbruch auf einer Jolle stehen drei Handlungen in einer Reihenfolge: Notruder oder Paddel als Ersatz nehmen, das verlassen, und sich als zu erkennen geben. Erst wieder steuerfähig werden, dann aus dem Weg, dann melden — wer zuerst meldet und dann treibt, hat die Reihenfolge falsch. Eine Pinnensteuerung lässt sich übrigens auch bei sicher bedienen, wenn ein vorhanden ist: Er verlängert die dorthin, wo bei Krängung die Crew sitzt.

Tauwerk wird ordentlich aufgeschossen, damit es im Gebrauchsfall klar liegt; bei Fallen kommt der eigentliche Grund hinzu, dass sie schnell und sicher gefiert werden können. Ein , das sich verhakt, hält das Segel oben — genau in dem Moment, in dem es herunter soll.

Die Namen am Segel folgen einem einfachen Muster. Die drei Ecken heißen Kopf, Hals und — oben, vorn unten, hinten unten. Die drei Kanten heißen , und , also nach ihrer Lage benannt. Wer sich merkt, dass „“ die Kante ist, hat die zweite Hälfte umsonst.

Segellatten dienen der Formgebung und Aussteifung des Segels. Und zwei Fragen betreffen die Haltbarkeit: Segel dürfen nicht über einen längeren Zeitraum , weil das Killen das Tuch schädigt und Nähte aufgehen lässt; und auch kleine Schäden müssen sofort repariert werden, weil unter Winddruck schnell große daraus werden. Beides ist derselbe Gedanke: Ein Segel steht unter Last, und Last vergrößert jeden Fehler.

Ruderbruch
Ersatz nehmen, Fahrwasser verlassen, manövrierunfähig zeigen.
Ecken
Kopf, Hals, Schothorn.
Kanten
Vorliek, Unterliek, Achterliek.
Segellatten
Formgebung und Aussteifung.
Killen
Schädigt das Tuch und lässt Nähte aufgehen.

Die typische Falle: Ecken und Kanten werden gern vertauscht. „Liek“ ist immer eine Kante, nie eine Ecke.

Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.

  1. 265

    Welche Maßnahme ist bei Ruderbruch auf einer Jolle zu treffen?

    Notruder oder Paddel als Ersatz nehmen, Fahrwasser verlassen, sich als manövrierunfähig zu erkennen geben.

    Drei Dinge in dieser Reihenfolge. Erst Ersatz schaffen: Ein Notruder, ein Paddel oder auch ein Segeltrimm gibt die Steuerfähigkeit teilweise zurück. Dann das Fahrwasser verlassen, wo der Berufsverkehr fährt und man mit halber Steuerung nichts verloren hat. Und drittens sich als manövrierunfähig zu erkennen geben, damit andere nicht auf ein Ausweichmanöver warten.

    MerksatzErsatz, raus aus dem Fahrwasser, und es sagen

    Typischer FehlerSofort einen Notruf abzusetzen, obwohl niemand in Gefahr ist. Eine rote Flagge kreisförmig zu schwenken wäre ebenfalls ein Notsignal. Und rückwärts unter Motor ans Ufer zu fahren, ohne Ruder, ist kaum zu steuern.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Sofort ankern und einen Notruf absetzen, Signalkörper (blauer Kegel) setzen.
    • Rote Flagge kreisförmig schwenken, Schleppleine bereithalten.
    • Segel bergen, Motor starten und in Rückwärtsfahrt das Ufer ansteuern.

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  2. 266

    Wodurch kann eine Pinnensteuerung auch bei Krängung des Bootes sicher erreicht und bedient werden?

    Durch einen Pinnenausleger.

    Krängt das Boot, sitzt der Rudergänger hoch an der Luvkante, die Pinne aber liegt in der Mitte — er kommt schlicht nicht mehr heran. Ein Pinnenausleger verlängert sie so, dass sie von außen sicher zu greifen und zu führen ist, und zwar mit beweglichem Gelenk, damit die Kraftrichtung stimmt.

    MerksatzDer Ausleger holt die Pinne dorthin, wo der Mensch sitzt

    Typischer FehlerNach etwas zu greifen, das den Trimm verändert — der Traveller verstellt die Schotführung, das Trapez die Gewichtsverteilung. Beides hilft gegen die Krängung, aber nicht dabei, die Pinne zu erreichen.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Durch Verstellen des Travellers.
    • Durch das Ausreiten mit Hilfe des Trapezes.
    • Durch Ersetzen der Pinne durch ein Rad.

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  3. 267

    Warum sollte Tauwerk an Bord stets ordentlich aufgeschossen werden?

    Damit es im Gebrauchsfall klar liegt.

    UV = Ultraviolett

    Aufgeschossenes Tauwerk lässt sich sofort und ohne Knoten ausbringen — darauf kommt es an. Eine Wurfleine, eine Festmacherleine oder eine Schot wird immer dann gebraucht, wenn es schnell gehen muss, und ein Gewirr kostet genau die Sekunden, die man dann nicht hat.

    MerksatzOrdentlich aufgeschossen heißt: sofort einsatzbereit

    Typischer FehlerDen Grund bei der Haltbarkeit zu suchen — Trocknen, Reißfestigkeit, Strahlung. All das spielt für die Lebensdauer eine Rolle und beantwortet nicht, warum aufgeschossen wird.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Damit es trocknen kann und nicht verrottet.
    • Damit die Reißfestigkeit erhalten bleibt.
    • Damit es nicht durch UV-Strahlung beschädigt wird.

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  4. 268

    Warum sollten Fallen stets ordentlich aufgeschossen werden?

    Damit sie im Gebrauchsfall schnell und sicher gefiert werden können.

    Ein Fall trägt das Segel. Wenn es herunter soll, muss es ohne Stocken laufen — gerade dann, wenn es eilt, weil eine Bö kommt oder das Manöver ansteht. Aufgeschossen liegt es so, dass es sich beim Fieren von selbst abnimmt und nichts hakt.

    MerksatzEin Fall muss laufen, wenn das Segel herunter soll

    Typischer FehlerWieder bei der Haltbarkeit zu suchen: Trocknen oder Schutz vor Strahlung. Und eine Verwechslung mit den Schoten zu vermeiden ist ein Nebeneffekt sauberer Ordnung, nicht ihr Zweck.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Damit sie trocknen können und nicht verrotten.
    • Damit sie nicht durch UV-Strahlung beschädigt werden.
    • Damit sie nicht mit den Schoten verwechselt werden können.

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  5. 269

    Wie heißen die Ecken eines Segels?

    Kopf, Hals, Schothorn.

    Ein Segel hat drei Ecken, und jede hat einen eigenen Namen: der Kopf oben, der Hals unten vorn, das Schothorn unten achtern. Die Namen sind funktional — am Kopf zieht das Fall, am Hals wird angeschlagen, am Schothorn zieht die Schot. Wer die Ecke kennt, weiß, was daran hängt.

    MerksatzKopf oben, Hals vorn unten, Schothorn hinten unten

    Typischer FehlerEcken und Kanten zu vertauschen — Vorliek, Unterliek und Achterliek sind die Kanten. Und Vorstag, Unterwant und Achterstag gehören zum stehenden Gut und nicht zum Segel.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Kopf, Hals, Nock.
    • Vorliek, Unterliek, Achterliek.
    • Vorstag, Unterwant, Achterstag.

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  6. 270

    Wie heißen die Kanten eines Segels?

    Vorliek, Unterliek, Achterliek.

    Die drei Kanten heißen Vorliek, Unterliek und Achterliek — vorn, unten und achtern. Sie sind das Gegenstück zu den drei Ecken, und beide Reihen zusammen beschreiben das Segel vollständig. An den Lieken wird getrimmt: Ein durchgesetztes Vorliek verändert die Profiltiefe, ein loses Achterliek killt.

    MerksatzDrei Ecken, drei Kanten, jede mit eigenem Namen

    Typischer FehlerDie Kanten mit den Ecken zu vertauschen — Kopf, Hals und Schothorn sind die Ecken. Und das stehende Gut mit dem Segel zu verwechseln.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Kopf, Hals, Nock.
    • Vorstag, Unterwant, Achterstag.
    • Kopf, Hals, Schothorn.

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  7. 271

    Wozu dienen Segellatten?

    Der Formgebung und Aussteifung des Segels.

    Segellatten sitzen in Taschen im Achterliek und geben dem Segel seine Form. Ohne sie fiele das Achterliek nach innen ein und flatterte; mit ihnen bleibt das Profil auch dann stehen, wenn der Wind nachlässt. Sie steifen aus und formen — mehr tun sie nicht.

    MerksatzLatten halten das Profil, wenn der Wind es nicht mehr tut

    Typischer FehlerIhnen eine andere Aufgabe zu geben. Sie erleichtern das Reffen nicht, verhindern das Killen nicht grundsätzlich, und ein Segel wird durch sie nicht sturmtauglich.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Der Erleichterung des Reffens.
    • Der Verhinderung des Killens von Segeln.
    • Der Möglichkeit das Segel auch bei Starkwind nutzen zu können.

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  8. 272

    Weshalb dürfen Segel nicht über einen längeren Zeitraum killen?

    Killen schädigt das Tuch und lässt Nähte aufgehen.

    Killen ist ein schnelles Schlagen des Tuchs, und jedes Schlagen ist eine Lastspitze. Das Gewebe scheuert an sich selbst, die Beschichtung bricht, und vor allem die Nähte arbeiten sich auf — genau dort, wo zwei Bahnen übereinanderliegen. Ein Segel, das lange killt, altert in Stunden statt in Jahren.

    MerksatzKillen ist Verschleiß im Zeitraffer

    Typischer FehlerDen Schaden bei Boot oder Besatzung zu suchen. Ein killendes Segel zieht gerade nicht und bringt das Boot nicht zum Kentern; die Gefahr für Menschen geht vom Baum aus, nicht vom Tuch.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Killen lässt das Boot bei stärkerem Wind kentern.
    • Killen führt zu Verletzungen der Besatzung.
    • Killen führt zu Beschädigungen an nebeneinander liegenden Schiffen.

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  9. 273

    Warum müssen auch kleine Schäden an den Segeln sofort repariert werden?

    Weil unter Winddruck daraus schnell große Schäden werden.

    Ein Segel steht unter Zug, und ein Riss ist eine Stelle, an der sich diese Zugkraft auf wenige Fäden bündelt. Sie reißen als Nächste, die Last wandert weiter, und aus einem Loch von zwei Zentimetern wird in einer Bö ein Riss über die halbe Bahn. Deshalb wird sofort repariert, nicht am Saisonende.

    MerksatzEin kleiner Riss ist der Anfang eines großen

    Typischer FehlerDen Grund beim Vortrieb zu suchen — der leidet erst spät. Und Feuchtigkeit im Segel ist bei modernen Tüchern kein Thema; das Problem ist die Kraft, nicht das Wasser.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Weil dadurch der Vortrieb des Segels leidet.
    • Weil es nur noch bei Flaute eingesetzt werden kann.
    • Weil Feuchtigkeit in das Segel eindringen kann.

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