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SBF Binnen · Spezifische FragenBegegnen, Überholen, Ausweichen
27 amtliche Prüfungsfragen. Der größte Abschnitt: siebenundzwanzig Fragen zu Vorfahrt und Kollisionskurs, viele davon mit Skizze. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.
Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte
Worum es hier geht
Direkt zu den Fragen ↓Der größte Abschnitt des Katalogs, und viele Fragen kommen mit einer Skizze. Sie lassen sich trotzdem auf wenige Regeln zurückführen — man muss sie nur in der richtigen Reihenfolge anwenden.
Regel eins schlägt alles andere: Kleinfahrzeuge sind gegenüber Fahrzeugen, die keine Kleinfahrzeuge sind, ausweichpflichtig und müssen ihnen den für Kurs und Manöver nötigen Raum lassen. Kreuzen sich ein und ein Fahrzeug über 20 m Länge, weicht immer das Kleinfahrzeug aus — unabhängig davon, wer von wo kommt und ob gesegelt wird.
Regel zwei gilt unter Kleinfahrzeugen und hat eine Rangordnung: Ein Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb weicht einem Segelfahrzeug aus, und ein Segelfahrzeug weicht einem Segelsurfer aus. Der schwarze Kegel hebt diese Reihenfolge auf: Ein Fahrzeug unter Segel, das ihn führt, fährt unter Maschine und gilt damit als Fahrzeug mit Maschinenantrieb — es weicht also dem Segler aus, auch wenn beide unter Segeln aussehen.
Regel drei gilt zwischen zwei Seglern und besteht aus zwei Sätzen. Haben sie den Wind nicht von derselben Seite, weicht das Fahrzeug mit Wind von dem mit Wind von aus. Haben sie ihn von derselben Seite, weicht das luvseitige dem leeseitigen aus. Und wenn ein Boot mit Wind von Backbord nicht klar ausmachen kann, ob das luvseitige den Wind von Steuerbord hat, muss es ausweichen — im Zweifel gegen sich selbst.
Dazu kommt eine Regel, die es nur auf dem Fluss gibt: Ein kreuzendes Kleinfahrzeug unter Segel am Wind darf in Ufernähe ein anderes Kleinfahrzeug, das sein steuerbordseitiges Ufer anhält, nicht zum Ausweichen zwingen. Wer am Ufer entlangfährt, kann nicht ausweichen — er hat dort nichts mehr.
Zwei praktische Punkte zum Schluss. Die blaue Tafel mit weißem Funkellicht an Steuerbord bedeutet, dass sich Fahrzeuge an Steuerbord begegnen; für Kleinfahrzeuge gilt sie nicht, verpflichtet sie aber zu erhöhter Aufmerksamkeit. Und und Wellenschlag sind zu vermeiden vor Hafeneinmündungen, an Lade-, Lösch- und Liegeplätzen, in der Nähe nicht frei fahrender Fähren, auf gekennzeichneten Strecken und in der Nähe schwimmender Geräte bei der Arbeit. Ausweichmanöver werden rechtzeitig, klar erkennbar und entschlossen gefahren; Gefahr besteht, wenn sich zwei Fahrzeuge bei gleichbleibender einander nähern.
- Zuerst
- Kleinfahrzeug weicht der großen Schifffahrt aus — immer.
- Dann
- Maschine weicht Segel, Segel weicht Segelsurfer.
- Schwarzer Kegel
- Macht den Segler zum Maschinenfahrzeug.
- Unter Seglern
- Wind von Backbord weicht; sonst weicht .
- Im Zweifel
- Wer nicht erkennen kann, woher der andere den Wind hat, weicht aus.
Die typische Falle: Die Skizzenfragen prüfen fast immer, ob man die Reihenfolge einhält: erst Größe, dann Antriebsart, dann Wind. Wer mit dem Wind anfängt, antwortet oft falsch.
Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.
- 171
Ein Fahrzeug zeigt an der Steuerbordseite seines Ruderhauses eine blaue Tafel mit weißem Funkellicht. Welche Bedeutung hat dieses Zeichen?
Fahrzeuge begegnen sich an Steuerbord. Dieses Zeichen gilt nicht für Kleinfahrzeuge, verpflichtet aber zu erhöhter Aufmerksamkeit.
Die blaue Tafel mit dem weißen Funkellicht sagt: Ich weiche nach links aus, wir begegnen uns Steuerbord an Steuerbord — also anders als üblich. Große Fahrzeuge nutzen das, wenn der Strom oder die Fahrrinne es verlangt. Für Kleinfahrzeuge gilt das Zeichen nicht, weil sie ohnehin ausweichpflichtig sind. Ignorieren darf man es trotzdem nicht: Es sagt, dass gleich ein Schiff die Seite wechselt.
Merksatz
Gilt nicht für mich, geht mich trotzdem an
Typischer FehlerAus dem Nicht-Gelten ein Nicht-Beachten zu machen. Und umgekehrt anzunehmen, das Zeichen gelte für Kleinfahrzeuge oder gar nur für sie.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Fahrzeuge begegnen sich an Steuerbord. Dieses Zeichen gilt nur für Kleinfahrzeuge.
- Fahrzeuge begegnen sich an Steuerbord. Dieses Zeichen braucht gar nicht beachtet zu werden.
- Fahrzeuge begegnen sich an Steuerbord. Dieses Zeichen gilt auch für alle Kleinfahrzeuge.
- 172
Ein Sportfahrzeug fährt hinter einem Fahrzeug, das nicht Kleinfahrzeug ist, in den Schleusenvorhafen ein. Aus der Schleusenkammer kommt ein Fahrzeug, das an Steuerbord eine blaue Tafel mit einem weißen Funkellicht zeigt. Was bedeutet dieses Zeichen?
Das aus- und die einfahrenden Fahrzeuge passieren sich an der Steuerbordseite, das Kleinfahrzeug ist nur zu erhöhter Aufmerksamkeit verpflichtet.
Dieselbe blaue Tafel, diesmal in der Schleusenzufahrt: Das ausfahrende und die einfahrenden Fahrzeuge passieren einander an Steuerbord. Für das Sportboot dahinter ändert sich nichts an seiner Stellung — es ist zu erhöhter Aufmerksamkeit verpflichtet, mehr nicht. Es muss also nicht warten und hat auch keinen Vorrang; es soll nur wissen, was gleich passiert.
Merksatz
Aufmerksam ja, wartepflichtig nein
Typischer FehlerDaraus eine Wartepflicht oder umgekehrt einen Vorrang abzuleiten. Und die Seite zu vertauschen — die blaue Tafel steht für die Begegnung an Steuerbord, nicht an Backbord.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Das aus- und die einfahrenden Fahrzeuge passieren sich an der Backbordseite, das Kleinfahrzeug ist nur zu erhöhter Aufmerksamkeit verpflichtet.
- Das aus- und die einfahrenden Fahrzeuge passieren sich an der Steuerbordseite, das Kleinfahrzeug ist wartepflichtig.
- Das aus- und die einfahrenden Fahrzeuge passieren sich an der Backbordseite, das Kleinfahrzeug hat Vorrang.
- 173
Wo kann man von bestehenden Höchstgeschwindigkeiten auf den Binnenschifffahrtsstraßen Kenntnis erhalten?
In der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung, bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung und der Wasserschutzpolizei.
Drei Quellen, und sie ergänzen einander. Die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung enthält die dauerhaft geltenden Höchstgeschwindigkeiten für die einzelnen Strecken. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung und die Wasserschutzpolizei kennen darüber hinaus das, was gerade gilt — vorübergehende Beschränkungen etwa bei Hochwasser oder Bauarbeiten.
Merksatz
Die Verordnung sagt das Dauerhafte, die Behörde das Heutige
Typischer FehlerNach der falschen Verordnung zu greifen. Die Binnenschiffsuntersuchungsordnung regelt die technische Untersuchung, die Sportbootführerscheinverordnung die Fahrerlaubnis, und die Binnenschifferpatentverordnung die Berufspatente.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- In der Binnenschiffsuntersuchungsordnung, bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung und der Wasserschutzpolizei.
- In der Sportbootführerscheinverordnung, bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung und der Wasserschutzpolizei.
- In der Binnenschifferpatentverordnung, bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung und der Wasserschutzpolizei.
- 174
Wie ist ein Überholmanöver durchzuführen?
Zügig überholen. Beteiligte Fahrzeuge nicht behindern. Verkehrslage und eventuelle Schallzeichen beachten. Ausreichend Abstand halten.
Vier Punkte, und sie hängen zusammen. Zügig überholen, damit die Phase nebeneinander kurz bleibt. Die Beteiligten nicht behindern, also nicht abdrängen und nicht zu früh einscheren. Die Verkehrslage und etwaige Schallzeichen beachten — der Vorausfahrende kann das Überholen verweigern. Und ausreichend Abstand halten, denn Sog und Druckwelle wirken über mehrere Meter.
Merksatz
Zügig, aber nicht rücksichtslos
Typischer FehlerZügig mit stark beschleunigen zu verwechseln — das vergrößert die eigene Welle genau in dem Moment, in dem beide dicht nebeneinanderliegen. Eine feste Überholseite gibt es nicht, und dicht am Ufer entlangzufahren gefährdet Ufer und Liegeplätze.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Zügig überholen. Gegebenenfalls das Fahrzeug stark beschleunigen, um schnell passieren zu können.
- Zügig überholen; überholen nur auf der Steuerbordseite erlaubt, ausreichend Abstand halten.
- Zügig überholen. Dicht am Ufer entlang fahren, eventuelle Schallzeichen müssen von Kleinfahrzeugen beachtet werden.
- 175
Wann besteht die Gefahr eines Zusammenstoßes?
Wenn sich zwei Fahrzeuge bei gleichbleibender Peilung einander nähern.
Die Peilung ist das Entscheidende, nicht der Kurs. Bleibt der andere immer im selben Winkel und wird dabei größer, laufen beide Bahnen auf denselben Punkt zu — unabhängig davon, welche Kurse gefahren werden. Prüfen lässt sich das mit einer festen Marke an Deck: Wandert der andere daran entlang, geht es gut; steht er still, nicht.
Merksatz
Stehende Peilung heißt Kollisionskurs
Typischer FehlerAuf den Kurs zu schauen. Ein gleichbleibender Kurs kann gut an einem vorbeiführen, und eine Kursänderung kann geradewegs auf einen zuführen — der Kurs allein sagt nichts.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Wenn sich zwei Fahrzeuge einander nähern und sich der Kurs der Fahrzeuge nicht ändert.
- Wenn sich zwei Fahrzeuge einander nähern und sich der Kurs eines Fahrzeuges ändert.
- Wenn sich zwei Fahrzeuge einander nähern und beide Fahrzeuge ihren Kurs nach steuerbord ändern.
- 176
Wie müssen Ausweichmanöver durchgeführt werden?
Rechtzeitig, klar erkennbar und entschlossen.
Drei Eigenschaften, und jede hat ihren Grund. Rechtzeitig, damit noch Zeit bleibt, wenn es doch nicht reicht. Klar erkennbar, damit der andere versteht, was man vorhat. Und entschlossen, weil eine Änderung um wenige Grad an der Lage nichts ändert und den anderen nur im Unklaren lässt. Eine Richtung gehört ausdrücklich nicht dazu — die ergibt sich aus der Lage.
Merksatz
Früh, deutlich, entschieden — die Richtung sagt die Lage
Typischer FehlerEine feste Richtung hineinzuschreiben, nach Steuerbord oder nach Backbord. Und vorsichtig an die Stelle von entschlossen zu setzen: Vorsichtige Manöver sind gerade die, die der andere nicht erkennt.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Rechtzeitig, klar erkennbar und nach Steuerbord.
- Rechtzeitig, klar erkennbar und nach Backbord.
- Rechtzeitig, klar erkennbar und vorsichtig.
- 177
Ein Kleinfahrzeug und ein Fahrzeug über 20 m Länge nähern sich auf kreuzenden Kursen. Es besteht die Gefahr eines Zusammenstoßes. Wer ist ausweichpflichtig?
Ausweichpflichtig ist das Kleinfahrzeug.
Auf Binnenschifffahrtsstraßen gilt eine einfache Rangfolge: Kleinfahrzeuge weichen allen anderen aus. Die üblichen Regeln für kreuzende Kurse — wer den anderen an Steuerbord hat — greifen erst zwischen gleichrangigen Fahrzeugen. Der Grund ist die Fahrrinne: Ein großes Fahrzeug kann sie nicht verlassen, ein Sportboot fast überall.
Merksatz
Klein weicht groß, und erst danach wird nach Seiten gefragt
Typischer FehlerDie Regel für kreuzende Kurse anzuwenden und nach der Steuerbord- oder Backbordseite zu fragen. Zwischen ungleichen Fahrzeugen entscheidet die Größe, nicht die Geometrie.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Ausweichpflichtig ist das Fahrzeug über 20 m Länge.
- Ausweichpflichtig ist das Fahrzeug, welches das andere an seiner Steuerbordseite sieht.
- Ausweichpflichtig ist das Fahrzeug, welches das andere an seiner Backbordseite sieht.
- 178
Welche Fahrzeuge in Fahrt führen nachts nur ein weißes Rundumlicht?
Geschleppte oder längsseits gekuppelte Kleinfahrzeuge.
Ein einzelnes weißes Rundumlicht heißt: kein eigener Antrieb im Einsatz. Das trifft auf geschleppte und auf längsseits gekuppelte Kleinfahrzeuge zu — sie hängen an einem anderen und steuern nicht selbst. Ein Kleinfahrzeug mit laufender Maschine dagegen zeigt zusätzlich Seitenlichter, damit man seine Fahrtrichtung erkennt.
Merksatz
Nur Weiß rundum heißt: der fährt nicht selbst
Typischer FehlerKleinfahrzeuge mit Maschinenantrieb dazuzurechnen — die führen mehr. Und geschobene Fahrzeuge gehören zu einem Verband mit eigener Kennzeichnung.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Kleinfahrzeuge mit Maschinenantrieb unter 20 m Länge.
- Kleinfahrzeuge mit Maschinenantrieb und geschleppte Fahrzeuge.
- Fahrzeuge die geschoben werden.
- 179
Wie muss sich ein kreuzendes Kleinfahrzeug unter Segel am Wind in der Nähe eines Ufers gegenüber einem anderen Kleinfahrzeug verhalten?
Es darf ein anderes Kleinfahrzeug, das sein steuerbordseitiges Ufer anhält, nicht zum Ausweichen zwingen.
Ein kreuzendes Segelboot am Wind schlägt Haken über die ganze Breite und kommt dabei bis dicht ans Ufer. Hält dort ein anderes Kleinfahrzeug sein Ufer an der Steuerbordseite, hat es keinen Platz mehr zum Ausweichen — vor ihm läge nur noch Land. Deshalb darf der Kreuzende es nicht in diese Lage bringen, auch wenn die Windregel für ihn spräche.
Merksatz
Wer am Ufer klebt, kann nicht mehr ausweichen
Typischer FehlerDas Verbot in eine Erlaubnis zu drehen und den anderen doch zum Ausweichen zu zwingen. Und die Lage zu verwechseln: Wer sein Ufer gerade verlässt, hat Wasser vor sich — der Schutz gilt dem, der es anhält.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Es darf ein anderes Kleinfahrzeug, das sein steuerbordseitiges Ufer verlässt, nicht zum Ausweichen zwingen.
- Es darf ein anderes Kleinfahrzeug, das sein backbordseitiges Ufer verlässt, zum Ausweichen zwingen.
- Es darf ein anderes Kleinfahrzeug, das sein steuerbordseitiges Ufer anhält, zum Ausweichen zwingen.
- 180
Wer ist ausweichpflichtig bzw. wer ist nicht ausweichpflichtig?

Das Fahrzeug unter Segel ist ausweichpflichtig.
Auf Binnenschifffahrtsstraßen gilt der Segelvorrang nicht allgemein. Gegenüber einem Fahrzeug, das kein Kleinfahrzeug ist, weicht das Kleinfahrzeug aus — auch unter Segel. Der Vorrang des Seglers besteht nur unter Kleinfahrzeugen; sobald ein größeres beteiligt ist, entscheidet die Größe.
Merksatz
Segelvorrang gilt nur unter Kleinen
Typischer FehlerDen Segelvorrang für unbegrenzt zu halten und das Fahrzeug unter Maschinenantrieb ausweichen zu lassen. Und beide für ausweichpflichtig zu halten — das gibt es in dieser Lage nicht.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Das Fahrzeug unter Segel ist nicht ausweichpflichtig.
- Das Fahrzeug unter Maschinenantrieb ist ausweichpflichtig.
- Beide Fahrzeuge sind ausweichpflichtig.
- 181
Was hat der Schiffsführer eines Kleinfahrzeugs beim Begegnen mit Fahrzeugen, die nicht Kleinfahrzeuge sind, zu beachten?
Kleinfahrzeuge sind gegenüber Fahrzeugen, die nicht Kleinfahrzeuge sind, ausweichpflichtig. Sie müssen für deren Kurs und zum Manövrieren notwendigen Raum lassen.
Zwei Pflichten, und die zweite ist die, die vergessen wird. Kleinfahrzeuge sind ausweichpflichtig — und sie müssen dem anderen zusätzlich den Raum lassen, den er für seinen Kurs und zum Manövrieren braucht. Auszuweichen und dann knapp daneben weiterzufahren genügt also nicht: Ein großes Fahrzeug braucht Platz zum Drehen, den man ihm freihalten muss.
Merksatz
Nicht nur aus dem Weg, sondern auch aus dem Manöverraum
Typischer FehlerDie zweite Hälfte wegzulassen und zu meinen, ein Ausweichen genüge. Und die Ausweichpflicht ganz zu bestreiten oder sich für gleichgestellt zu halten.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Kleinfahrzeuge sind gegenüber anderen Fahrzeugen, die nicht Kleinfahrzeuge sind, nicht ausweichpflichtig.
- Kleinfahrzeuge sind gegenüber Fahrzeugen, die nicht Kleinfahrzeuge sind, bei der Begegnung gleichgestellt.
- Kleinfahrzeuge sind gegenüber Fahrzeugen, die nicht Kleinfahrzeuge sind, ausweichpflichtig. Sie brauchen aber keinen besonderen Raum zum Manövrieren frei zu geben.
- 182
Von Backbord kommend kreuzt ein Fahrzeug unter Segel mit einem schwarzen Kegel, Spitze nach unten, den Kurs eines Fahrzeuges mit Maschinenantrieb. Wer ist ausweichpflichtig?
Das Fahrzeug unter Segel mit einem schwarzen Kegel ist ausweichpflichtig.
Der schwarze Kegel mit der Spitze nach unten zeigt, dass unter Segeln zugleich die Maschine läuft. Damit ist dieses Fahrzeug rechtlich ein Fahrzeug mit Maschinenantrieb, und zwischen zwei solchen entscheidet die Geometrie: Wer von Backbord kommt, hat den anderen an seiner Steuerbordseite und weicht aus. Das ist hier das Segelfahrzeug mit dem Kegel.
Merksatz
Erst klären was einer ist, dann woher er kommt
Typischer FehlerDen Kegel zu übersehen und die Segelregel anzuwenden. Und beide für ausweichpflichtig zu halten — zwischen zwei Maschinenfahrzeugen auf kreuzenden Kursen ist immer genau einer dran.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Das Fahrzeug ohne Segel ist ausweichpflichtig.
- Das Fahrzeug unter Segel mit einem schwarzen Kegel ist nicht ausweichpflichtig.
- Beide Fahrzeuge sind ausweichpflichtig.
- 183
Zwei Kleinfahrzeuge unter Segel A und B liegen auf Kollisionskurs; A führt einen schwarzen Kegel. Wer ist ausweichpflichtig?

Fahrzeug A ist ausweichpflichtig.
Der schwarze Kegel auf A entscheidet alles: A läuft unter Segeln und Maschine zugleich und gilt damit als Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb. B ist ein Kleinfahrzeug unter Segel. Zwischen beiden weicht das mit Maschinenantrieb aus — also A, unabhängig davon, woher der Wind kommt und wer wen an welcher Seite sieht.
Merksatz
Der Kegel schlägt die Windregel
Typischer FehlerDie Windregel oder die Regel für kreuzende Kurse anzuwenden. Beide gelten nur, solange beide Fahrzeuge dieselbe Art haben — und das ist hier gerade nicht der Fall.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Fahrzeug B ist ausweichpflichtig.
- Ausweichpflichtig ist das Fahrzeug, welches das Andere an seiner Backbordseite sieht.
- Ausweichpflichtig ist das Fahrzeug, welches den Wind von Backbord hat.
- 184
Ein Fahrzeug unter Segel kreuzt eine Binnenschifffahrtsstraße. In der Fahrwassermitte kommt ihm ein Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb zu Berg entgegen. Wer ist ausweichpflichtig?
Fahrzeug mit Maschinenantrieb.
Beide sind Kleinfahrzeuge, also entscheidet die Antriebsart: Das Fahrzeug mit Maschinenantrieb weicht dem unter Segel aus. Dass der Motorbootfahrer zu Berg fährt und der Segler quert, ändert daran nichts — Berg- und Talfahrt regeln die Begegnung auf dem Strom, nicht das Verhältnis von Segel und Maschine.
Merksatz
Unter Kleinfahrzeugen geht Segel vor Maschine
Typischer FehlerDie Fahrtrichtung entscheiden zu lassen und auf das Fahrzeug in der Talfahrt zu tippen. Und beide für ausweichpflichtig zu halten — dann wüsste keiner, was der andere tut.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Fahrzeug in der Talfahrt.
- Fahrzeug unter Segel.
- Beide sind ausweichpflichtig.
- 185
Zwei Kleinfahrzeuge A und B unter Segel liegen auf Kollisionskurs (Skizze). Wer ist ausweichpflichtig?

A ist ausweichpflichtig. Segelfahrzeuge mit Wind von Backbord müssen Segelfahrzeugen mit Wind von Steuerbord ausweichen.
Zwei Segelfahrzeuge mit Wind von verschiedenen Seiten: Das mit Wind von Backbord weicht aus. Woher der Wind kommt, liest man an der Seite, auf der das Großsegel steht — es steht immer auf der dem Wind abgewandten Seite. Steht es an Steuerbord, kommt der Wind von Backbord, und dann ist man dran.
Merksatz
Großsegel steuerbord heißt Wind von backbord heißt ausweichen
Typischer FehlerDie Regel umzudrehen und den mit Wind von Steuerbord ausweichen zu lassen. Und das falsche Boot zu benennen, obwohl die Regel richtig genannt wird — beide Fehler kommen in den Antworten getrennt vor.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- B ist ausweichpflichtig. Segelfahrzeuge mit Wind von Backbord müssen Segelfahrzeugen mit Wind von Steuerbord ausweichen.
- A ist ausweichpflichtig. Segelfahrzeuge mit Wind von Steuerbord müssen Segelfahrzeugen mit Wind von Backbord ausweichen.
- B ist ausweichpflichtig. Segelfahrzeuge mit Wind von Steuerbord müssen Segelfahrzeugen mit Wind von Backbord ausweichen.
- 186
Zwei Kleinfahrzeuge unter Segel liegen auf Kollisionskurs. Wer ist ausweichpflichtig?

B ist ausweichpflichtig. Das luvseitige Boot muss dem leeseitigen ausweichen.
Wenn beide den Wind von derselben Seite haben, greift die zweite Grundregel: Das luvseitige Boot weicht dem leeseitigen aus. Der Grund liegt im Segeln — der Luvwärtige hat freien Wind und kann abfallen oder anluven, der Leewärtige liegt in seinem Windschatten und hat weniger Fahrt und weniger Möglichkeiten.
Merksatz
Von oben nach unten wird ausgewichen
Typischer FehlerDie Regel umzudrehen und das leeseitige Boot ausweichen zu lassen. Und das falsche Boot zu benennen, obwohl die Regel richtig zitiert wird — die Antwortmöglichkeiten kombinieren beide Fehler.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- A ist ausweichpflichtig. Das luvseitige Boot muss dem leeseitigen ausweichen.
- A ist ausweichpflichtig. Das leeseitige Boot muss dem luvseitigen ausweichen.
- B ist ausweichpflichtig. Das leeseitige Boot muss dem luvseitigen ausweichen.
- 187
Ein Kleinfahrzeug A segelt nachts auf Vorwindkurs stromab, Großsegel an Steuerbord. Backbord querab kommt ein grünes Seitenlicht eines Bootes B immer näher, das kein Topplicht führt. Wer ist ausweichpflichtig?
Das Kleinfahrzeug A ist ausweichpflichtig. Ein Boot mit Wind von Backbord muss ausweichen, wenn es nicht klar ausmachen kann, ob das luvseitige Boot den Wind von Steuerbord hat.
Zwei Schritte. Erstens: A hat das Großsegel an Steuerbord, also Wind von Backbord — und ist damit nach der Grundregel dran. Zweitens: B führt kein Topplicht, ist also ein Segelfahrzeug, aber von A aus lässt sich dessen Windseite nachts nicht erkennen. Genau für diesen Fall gilt: Wer Wind von Backbord hat und die Lage des anderen nicht klar ausmachen kann, weicht aus.
Merksatz
Wind von Backbord und im Zweifel — dann ausweichen
Typischer FehlerDie Windseiten in der Regel zu vertauschen. Und B für ausweichpflichtig zu halten, weil es ein Kleinfahrzeug ist — beide sind Kleinfahrzeuge, das entscheidet hier nichts.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Das Kleinfahrzeug A ist ausweichpflichtig. Ein Boot mit Wind von Steuerbord muss ausweichen, wenn es nicht klar ausmachen kann, ob das luvseitige Boot den Wind von Backbord hat.
- Boot B ist ausweichpflichtig, weil es sich bei Fahrzeug A um ein Kleinfahrzeug unter Segel handelt, das den Wind von Backbord hat.
- Boot B ist ausweichpflichtig, weil es sich um ein Kleinfahrzeug handelt und Kleinfahrzeuge anderen Kleinfahrzeugen unter Segel ausweichen müssen.
- 188
Der seitliche Abstand zwischen den Booten A, B und C verringert sich ständig. Welches Boot kann seinen Kurs beibehalten?

Boot A, weil leeseitig.
Bei mehreren Segelbooten mit Wind von derselben Seite gilt die Luv-Lee-Regel paarweise, und wer ganz in Lee liegt, hat niemanden mehr unter sich — er ist gegenüber allen anderen Kurshalter. Das ist Boot A. Alle darüber müssen ihm ausweichen, und untereinander wiederum nach demselben Muster.
Merksatz
Der Unterste behält seinen Kurs
Typischer FehlerLuv und Lee zu vertauschen und das oberste Boot für kurshaltepflichtig zu halten. Und ein mittleres Boot zu wählen — das ist gegenüber dem einen Kurshalter und gegenüber dem anderen ausweichpflichtig.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Boot A, weil luvseitig.
- Boot B, weil leeseitig.
- Boot C, weil leeseitig.
- 189
Wer ist wem gegenüber kurshaltepflichtig?

A gegenüber B und C, B gegenüber C.
Die Luv-Lee-Regel gilt zwischen je zwei Booten, und daraus ergibt sich eine Reihenfolge von unten nach oben. Wer weiter in Lee liegt, ist gegenüber jedem über ihm Kurshalter. A liegt am weitesten in Lee, also ist A gegenüber B und C kurshaltepflichtig, und B wiederum gegenüber C. Es ist eine Kette, keine Einzelentscheidung.
Merksatz
Von Lee nach Luv absteigend, jeder gegenüber allen über ihm
Typischer FehlerDie Kette umzudrehen und von Luv aus zu zählen, sodass C gegenüber A und B kurshaltepflichtig wäre. Und die Reihenfolge in der Mitte zu vertauschen — die Kombination stimmt nur, wenn beide Paare in dieselbe Richtung zeigen.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- C gegenüber A und B, B gegenüber A.
- B gegenüber C und A, A gegenüber C.
- A gegenüber B und C, C gegenüber B.
- 190
Was ist vorrangig zu beachten, wenn eine Jolle gekentert ist und sie nicht wieder aufgerichtet werden kann?
Vollständigkeit der Crew überprüfen, gegebenenfalls Hilfe leisten. Am Boot festhalten oder gegebenenfalls aufs Boot legen, Hilfe abwarten.
Zwei Dinge zuerst, und beide betreffen Menschen: Ist die Crew vollständig, und braucht jemand Hilfe? Danach wird gesucht, bevor irgendetwas anderes geschieht. Dann am Boot festhalten oder sich darauf legen — es schwimmt, es ist von weitem sichtbar, und es hält wärmer als das Wasser. Und dann Hilfe abwarten, statt Kräfte zu verbrauchen.
Merksatz
Erst zählen, dann festhalten, dann warten
Typischer FehlerAns Ufer schwimmen zu wollen — die Entfernung wird über Wasser regelmäßig unterschätzt, und die Kälte kommt schneller als der Erschöpfungspunkt. Das Boot aus dem Fahrwasser bringen zu wollen ist ebenfalls falsch: Menschen gehen vor Material.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Sofort vorgeschriebene Notsignale geben, mit allen Mitteln versuchen, das Fahrzeug aus dem Fahrwasser zu bringen.
- Auf das gekenterte Boot steigen und sich ruhig verhalten, um Wärmeverlust zu minimieren. Sollte das nicht möglich sein, ans benachbarte Ufer schwimmen und Hilfe holen.
- Rettungswesten anlegen und mit geeigneten Mitteln Hilfe herbeiholen. Gegebenenfalls Segel bergen.
- 191
Ein Segelboot gerät in das Feld einer Segelregatta, ohne selbst Teilnehmer zu sein. Welche Ausweichregeln sind zu beachten?
Die der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung.
Wettfahrtregeln sind eine Abrede zwischen den Teilnehmern und binden nur diese. Wer nicht mitsegelt, hat mit ihnen nichts zu tun — für ihn gelten die Ausweichregeln der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung, und zwar gegenüber jedem, auch gegenüber den Regattateilnehmern. Umgekehrt gilt für die Teilnehmer gegenüber ihm dasselbe.
Merksatz
Regattaregeln gelten nur unter Teilnehmern
Typischer FehlerSich nach den Wettsegelbestimmungen zu richten, an denen man nicht beteiligt ist. Und anzunehmen, Regattateilnehmer müssten Unbeteiligten grundsätzlich ausweichen — auch für sie gilt die Verkehrsordnung, ohne Sonderrecht in die eine oder andere Richtung.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Die der Wettsegelbestimmungen.
- Gegenüber Regattateilnehmern, die der Wettfahrtregeln, gegenüber anderen Fahrzeugen die der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung.
- Fahrzeuge, die an einer Regatta teilnehmen, müssen unbeteiligten Fahrzeugen ausweichen.
- 192
Ein Kleinfahrzeug unter Segel kreuzt nachts das Fahrwasser. An Backbord tauchen die nachstehenden Lichter eines Fahrzeugs auf, das in spitzem Winkel den Kurs des Kleinfahrzeugs unter Segel kreuzen will. Was bedeuten diese Lichter?

Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb.
Seitenlichter ohne Topplicht bei einem kleinen Fahrzeug — das ist ein Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb. Für das kreuzende Segelboot ist die Auskunft entscheidend: Beide sind Kleinfahrzeuge, und unter Kleinfahrzeugen weicht das mit Maschinenantrieb dem unter Segel aus. Wer die Lichter falsch liest, zieht den falschen Schluss über die Ausweichlage.
Merksatz
Erst die Lichter lesen, dann die Regel anwenden
Typischer FehlerEs für ein größeres Fahrzeug zu halten, etwa eine frei fahrende Fähre oder einen Schubverband — beide führen mehr Lichter. Und ein geschlepptes Kleinfahrzeug führte nur ein weißes Rundumlicht.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Frei fahrende Fähre.
- Schubverband von vorne.
- Geschlepptes Kleinfahrzeug.
- 193
Ein Kleinfahrzeug unter Segel kreuzt nachts das Fahrwasser. An Backbord tauchen die nachstehenden Lichter eines Fahrzeugs auf, das in spitzem Winkel den Kurs des Kleinfahrzeugs unter Segel kreuzen will. Wer ist ausweichpflichtig?

Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb.
Die Lichter sagen, womit man es zu tun hat, und daraus folgt die Ausweichlage. Seitenlichter ohne Topplicht bei einem kleinen Fahrzeug bedeuten: Kleinfahrzeug mit laufender Maschine. Beide Beteiligten sind also Kleinfahrzeuge, und unter denen weicht das mit Maschinenantrieb dem unter Segel aus — der Motorbootfahrer ist dran.
Merksatz
Unter Kleinfahrzeugen weicht die Maschine dem Segel
Typischer FehlerNach der Seite zu entscheiden, an der man den anderen sieht — diese Regel gilt zwischen gleichartigen Fahrzeugen. Und beide für ausweichpflichtig zu halten: Dann wüsste keiner, was der andere vorhat.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Kleinfahrzeug unter Segel.
- Kleinfahrzeug, welches das Andere auf der Backbordseite hat.
- Beide sind ausweichpflichtig.
- 194
Ein Kleinfahrzeug unter Segel und mit Maschinenantrieb kreuzt nachts stromauf. Ein Fahrzeug kommt entgegen, das nur ein weißes Licht führt. Was bedeutet dieses Licht?
Kleinfahrzeug ohne Maschinenantrieb.
Ein einzelnes weißes Licht und sonst nichts ist die Kennzeichnung eines Kleinfahrzeugs ohne Maschinenantrieb — ein Ruderboot, ein kleines Segelboot, das keine Seitenlichter führen kann. Es fehlen die Seitenlichter, die eine Maschine anzeigen würden, und das Topplicht, das ein größeres Fahrzeug hätte.
Merksatz
Ein einziges Weiß heißt: klein und ohne Maschine
Typischer FehlerIhm eine Maschine zu unterstellen — dann müssten Seitenlichter zu sehen sein. Und die Unterscheidung zwischen unter Segel und unter Segel mit Maschine lässt sich an einem einzelnen weißen Licht ohnehin nicht treffen.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb.
- Kleinfahrzeug unter Segel.
- Kleinfahrzeug unter Segel mit Maschinenantrieb.
- 195
Ein Kleinfahrzeug unter Segel kreuzt nachts im Fahrwasser. Von achtern kommt ein Fahrzeug, das eine Zweifarbenlaterne und ein Topplicht führt. Was bedeuten diese Lichter?
Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb.
Zwei Angaben zusammen: Die Zweifarbenlaterne vereinigt beide Seitenlichter in einem Gehäuse, das Topplicht zeigt eine laufende Maschine. Damit steht fest, dass es sich um ein Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb handelt — und weil es von achtern kommt, ist es zusätzlich Überholer und damit doppelt in der Pflicht.
Merksatz
Topplicht plus Seitenlichter heißt: Maschine läuft
Typischer FehlerDas Topplicht zu übersehen und auf ein Fahrzeug ohne Maschinenantrieb zu schließen — das führte nur ein weißes Rundumlicht. Und unter Segel allein gäbe es kein Topplicht.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Kleinfahrzeug ohne Maschinenantrieb.
- Kleinfahrzeug unter Segel.
- Kleinfahrzeug unter Segel mit Maschinenantrieb.
- 196
Was bedeuten nachts auf einer Binnenschifffahrtsstraße die nachstehenden Lichter?

Sog und Wellenschlag vermeiden.
Diese Lichter verlangen, Sog und Wellenschlag zu vermeiden — also die Fahrt so weit herunterzunehmen, dass keine nennenswerte Welle entsteht. Gesperrt wird nichts: Man darf vorbei, nur eben langsam. Es ist dieselbe Aussage, die tagsüber die entsprechenden Tafeln machen.
Merksatz
Langsam heißt nicht verboten
Typischer FehlerDaraus eine Sperrung zu machen, für alle oder nur für Kleinfahrzeuge. Und umgekehrt eine ausdrückliche Durchfahrterlaubnis hineinzulesen, die das Tempogebot fallen ließe.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Keine Durchfahrt für Kleinfahrzeuge.
- Sperrung der Schifffahrt.
- Durchfahrt für Kleinfahrzeuge.
- 197
Wo ist die Geschwindigkeit zu vermindern, um Sog und Wellenschlag zu vermeiden?
Vor Hafeneinmündungen, an Lade-, Lösch- und Liegeplätzen, in der Nähe nicht frei fahrender Fähren, auf gekennzeichneten Strecken, in der Nähe schwimmender Geräte bei der Arbeit.
Fünf Orte, und alle haben dasselbe Problem: Dort liegt oder arbeitet etwas, das eine Welle nicht verträgt. Vor Hafeneinmündungen und an Lade-, Lösch- und Liegeplätzen liegen Fahrzeuge fest. Eine Fähre, die am Seil hängt, kann nicht ausweichen. Gekennzeichnete Strecken sagen es ausdrücklich. Und ein arbeitendes schwimmendes Gerät liegt an Ankern und Trossen.
Merksatz
Überall dort, wo etwas festliegt oder arbeitet
Typischer FehlerBei der Fähre die Verneinung zu übersehen: Gemeint ist die, die nicht frei fährt. Und schwimmende Geräte gegen schwimmende Schifffahrtszeichen auszutauschen — Tonnen brauchen keine Rücksicht.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Vor Einmündungen, an Lade-, Lösch- und Liegeplätzen, in der Nähe nicht frei fahrender Fähren, auf gekennzeichneten Strecken, in der Nähe schwimmender Geräte bei der Arbeit.
- Vor Hafeneinmündungen, an Lade-, Lösch- und Liegeplätzen, in der Nähe frei fahrender Fähren, auf gekennzeichneten Strecken, in der Nähe schwimmender Geräte bei der Arbeit.
- Vor Hafeneinmündungen, an Lade-, Lösch- und Liegeplätzen, in der Nähe nicht frei fahrender Fähren, auf gekennzeichneten Strecken, in der Nähe schwimmender Schifffahrtszeichen.