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SBF Binnen · Fragen zum Segeln

Manöver

6 amtliche Prüfungsfragen. Wende, Halse, Patenthalse, Anlegen — und was bei gebrochenem Want zu tun ist. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.

Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte

Worum es hier geht

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Sechs Fragen, und die Hälfte handelt davon, was man tut, wenn etwas bricht. Der Abschnitt ist kurz und enthält trotzdem die zwei Manöver, bei denen die meisten Unfälle passieren.

und unterscheiden sich darin, mit welchem Ende das Boot durch den Wind geht: bei der Wende mit dem Bug, bei der Halse mit dem Heck. Die Q-Wende ist das dritte Manöver, das im Katalog gefragt wird. Gefährlich ist die — die unbeabsichtigte Halse: Sie kann zu Verletzungen der Crew, zu Riggschäden und zur Kenterung führen, weil der Baum unkontrolliert und mit voller Kraft herüberkommt.

Bei Riggschäden entscheidet, wohin die Last geht. Bricht am Wind das Luvwant, hält nichts mehr den Mast gegen die Luvseite — also eine Wende, damit die andere Seite des Riggs die Last übernimmt. Bricht bei starkem Wind unter Großsegel auf das , fehlt der Halt nach vorn: Dann wird sofort auf Vorwindkurs abgefallen, weil das Großsegel den Mast dann nach vorn stützt. Provisorisch ersetzen lässt sich das Vorstag durch die oder ein .

Beide Antworten folgen derselben Überlegung: Man dreht das Boot so, dass die gebrochene Verbindung entlastet wird und eine intakte an ihre Stelle tritt. Wer sich das merkt, braucht die beiden Fälle nicht einzeln zu lernen.

Bleibt ein praktischer Punkt: Wird eine Jolle an einer Boje liegen gelassen, werden und Ruderblatt aufgeholt, damit das Boot frei kann — sonst stellt es sich quer zum Wind und liegt unruhig.

Wende
Der Bug geht durch den Wind.
Halse
Das Heck geht durch den Wind.
Patenthalse
Unbeabsichtigt — Verletzungen, Riggschäden, Kenterung.
Luvwant gebrochen
Wende.
Vorstag gebrochen
Abfallen auf Vorwindkurs, Ersatz durch Fock oder Fall.

Die typische Falle: Bei Riggschäden geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um Entlastung: Man dreht dorthin, wo etwas Heiles die Last übernimmt.

Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.

  1. 295

    Welche Manöver hat das Boot auf dem eingezeichneten Kurs an den Punkten 1, 2 und 3 gefahren?

    1 Wende, 2 Halse, 3 Q-Wende — Eine Zeichnung auf dem Wasser: eine durchgehende Linie zeichnet den Weg eines Bootes. Links am Rand ein weißer Pfeil mit dem Buchstaben W darin, der nach rechts zeigt. Auf dem Weg sind drei Stellen beschriftet: unten die Kehre 1, oben links die Kehre 2 und rechts eine kleine geschlossene Schleife 3, in der der Weg einmal ganz herumführt.

    1 Wende, 2 Halse, 3 Q-Wende.

    Die drei Manöver unterscheiden sich danach, wie der Bug oder das Heck durch den Wind geht. Bei der Wende geht der Bug durch den Wind. Bei der Halse geht das Heck durch den Wind, der Baum kommt dabei herüber. Und die Q-Wende ist die Notbremse: aufschießen in den Wind und auf demselben Bug wieder abfallen, ohne dass die Segel die Seite wechseln.

    MerksatzWende durch den Bug, Halse durch das Heck, Q-Wende gar nicht hindurch

    Typischer FehlerWende und Halse zu vertauschen, weil beide den Kurs auf den anderen Bug bringen. In der Skizze entscheidet allein, auf welcher Seite der Wind währenddessen stand.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • 1 Q-Wende, 2 Halse, 3 Wende.
    • 1 Halse, 2 Wende, 3 Q-Wende.
    • 1 Wende, 2 Q-Wende, 3 Halse.

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  2. 296

    Was ist mit Schwert und Ruder einer Jolle zu tun, wenn das Boot an einer Boje liegen gelassen wird?

    Schwert und Ruderblatt aufholen, damit das Boot frei schwojen kann.

    An der Boje soll das Boot frei schwojen, also sich mit Wind und Strom um seinen Festmachpunkt drehen können. Schwert und Ruderblatt sind Flächen unter Wasser, die dieser Drehung entgegenstehen und das Boot quer stellen; aufgeholt gibt es keinen Widerstand mehr. Nebenbei schont man beides, falls das Wasser fällt.

    MerksatzAlles hoch, was unter Wasser bremst

    Typischer FehlerEines von beiden unten zu lassen. Ein abgesenktes Ruderblatt hält das Heck fest, ein abgesenktes Schwert die Mitte — beide verhindern genau das freie Schwojen, um das es geht.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Schwert absenken, Ruder aufholen, damit das Boot frei schwojen kann.
    • Schwert aufholen, Ruder absenken, damit das Boot frei schwojen kann.
    • Schwert und Ruder absenken, damit das Boot frei schwojen kann.

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  3. 297

    Warum ist eine Patenthalse gefährlich?

    Es kann zu Verletzungen der Crew, zu Riggschäden und zur Kenterung führen.

    Bei einer Patenthalse kommt der Baum unkontrolliert und mit voller Wucht über das Boot. Drei Dinge können dabei zugleich passieren: Wer im Weg steht, wird am Kopf getroffen oder über Bord geschlagen; der Ruck reißt am Rigg und kann Beschläge oder den Mast beschädigen; und der plötzliche Krängungsstoß auf der anderen Seite kann das Boot zum Kentern bringen.

    MerksatzDer Baum trifft Kopf, Rigg und Stabilität auf einmal

    Typischer FehlerSie für ein Verkehrsproblem zu halten — eine Änderung der Ausweichpflicht ist nicht die Gefahr. Und den Verlust der Steuerfähigkeit zu nennen: Die bleibt, es sei denn, das Rigg ist schon gebrochen.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Es kann zur plötzlichen Änderung der Ausweichpflicht kommen.
    • Es kann zum Verlust der Steuerfähigkeit des Fahrzeuges führen.
    • Es kann erneut eine Patenthalse folgen, wenn nicht sofort abgefallen wird.

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  4. 298

    Ein Segelboot segelt am Wind, plötzlich bricht das Luvwant. Welches Manöver ist sinnvoll?

    Wende.

    Am Wind hält das Luvwant den Mast gegen den Zug der Segel. Bricht es, trägt nichts mehr auf dieser Seite, und der Mast fällt nach Lee — sofort. Die Wende bringt das Boot auf den anderen Bug, und damit übernimmt das noch intakte Want die Luvseite. Sie muss schnell kommen und ohne große Krängung.

    MerksatzWenden, damit das heile Want nach Luv kommt

    Typischer FehlerEine Halse zu fahren — dabei krängt das Boot zunächst weiter auf der beschädigten Seite und der Mast geht über Bord. Ein Aufschießer nimmt zwar Druck weg, wechselt aber die Seite nicht.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Halse.
    • Q-Wende.
    • Aufschießer.

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  5. 299

    Ein Segelboot segelt bei starkem Wind nur unter Großsegel auf Amwindkurs. Plötzlich bricht das Vorstag. Was ist sofort zu unternehmen?

    Abfallen auf Vorwindkurs.

    Das Vorstag hält den Mast nach vorn. Fällt es aus, drückt der Wind ihn nach achtern — und am Wind wirkt genau diese Kraft. Abfallen auf Vorwindkurs kehrt die Lage um: Das Großsegel drückt den Mast dann nach vorn, gegen die Wanten und das Achterstag, die noch halten. Es ist das einzige Manöver, das die Last vom fehlenden Stag nimmt.

    MerksatzOhne Vorstag muss der Druck von vorn kommen

    Typischer FehlerDichtzuholen und anzuluven — das erhöht genau die Kraft, die den Mast nach achtern zieht. Und ein Aufschießer bringt das Boot in den Wind, wo das Groß killt und den Mast überhaupt nicht mehr stützt.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Dichtholen und Anluven.
    • Einen Aufschießer fahren.
    • Eine Halse fahren.

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  6. 300

    Ein Segelboot segelt bei starkem Wind nur unter Großsegel auf Amwindkurs. Plötzlich bricht das Vorstag. Womit kann das gebrochene Vorstag schnell provisorisch ersetzt werden?

    Durch die Fock oder ein Fall.

    Gebraucht wird etwas, das vom Masttopp nach vorn zum Bug reicht und Zug aufnimmt. Beides ist an Bord: ein Fall, das ohnehin oben angeschlagen ist und nur vorn festgesetzt werden muss — oder die Fock selbst, deren Vorliek zwischen Masttopp und Bug gespannt steht und in dieser Lage die Aufgabe des Stags übernimmt.

    MerksatzVom Topp zum Bug, und zwar auf Zug

    Typischer FehlerNach etwas zu greifen, das nicht am Masttopp hängt. Eine Fockschot läuft nach achtern, eine Reffleine sitzt am Baum, und Vor- oder Achterleine sind Festmacher an Deck — keines davon kann den Mast nach vorn halten.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Durch die Fockschot oder das Großfall.
    • Durch die Vor- oder die Achterleine.
    • Durch die Fockschot oder eine Reffleine.

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