Zum Inhalt springen
Bootsschein-Trainer

Start Fragenkatalog Umwelt und Wetter

SBF Binnen · Spezifische Fragen

Umwelt und Wetter

7 amtliche Prüfungsfragen. Abfall, Unterwasseranstrich, Sturmwarnung, fallender Luftdruck. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.

Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte

Worum es hier geht

Direkt zu den Fragen ↓

Sieben Fragen, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen — Abfall, Anstrich, Wetter, Tonnen. Was sie verbindet, ist die Frage, was man tut, bevor etwas passiert.

Beim Abfall gilt eine Regel ohne Ausnahme: Es dürfen keinerlei Abfälle ins Wasser gelangen, Fäkalien und Öle sind an Land zu entsorgen. Beim Unterwasserschiff kommt hinzu, dass auch der alte Anstrich Abfall ist — und zwar Sondermüll. Der Arbeitsbereich wird großzügig abgedeckt, damit nichts in den Boden oder ins Wasser gerät, und was anfällt, wird entsprechend entsorgt.

Das Wetter liest man am Luftdruck, und die Richtung der Änderung sagt mehr als der Wert. Schnell und stetig fallender Luftdruck bedeutet schlechtes Wetter, Starkwind oder Sturm. Langsam aber stetig steigender Luftdruck bedeutet besseres Wetter und Sonne. Der Unterschied liegt in beiden Wörtern: schnell gegen langsam, fallend gegen steigend.

Bei Sturmwarnung ist die Reihenfolge auf einem Segelboot festgelegt: Rettungsweste anlegen, Segel bergen, und versuchen, einen Hafen oder eine geschützte Bucht anzulaufen. Die Weste kommt zuerst, weil man sie später vielleicht nicht mehr anziehen kann.

Zwei Fragen dieses Abschnitts gehören eigentlich anderswohin und tauchen hier wieder auf, weil sie im Katalog so stehen. Am Ruder darf eine Person stehen, die mindestens 16 Jahre alt sowie körperlich und geistig geeignet ist. Und ein Talfahrer hat die linke Fahrrinnenseite an — gekennzeichnet durch grüne Spitztonnen oder Schwimmstangen. Wer die Grundregel aus dem Fahrwasserabschnitt hat, rechnet sich das aus, statt es zu lernen.

Abfall
Nichts ins Wasser. Fäkalien und Öle an Land.
Alter Anstrich
Sondermüll, Arbeitsbereich großzügig abdecken.
Schnell fallend
Starkwind oder Sturm.
Langsam steigend
Besseres Wetter.
Bei Sturmwarnung
Weste, Segel bergen, Schutz suchen — in dieser Reihenfolge.

Die typische Falle: Beim Luftdruck zählt nicht der Stand, sondern die Änderung — und wie schnell sie geschieht.

Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.

  1. 214

    Wem darf der Schiffsführer das Ruder eines motorisierten Sportbootes überlassen?

    Einer Person, die mindestens 16 Jahre alt, sowie körperlich und geistig geeignet ist.

    Das Ruder darf einer Person überlassen werden, die mindestens sechzehn Jahre alt und körperlich wie geistig geeignet ist. Ein eigener Führerschein ist nicht nötig — die Verantwortung bleibt beim Schiffsführer, und er muss sich vergewissern, dass die Person der Aufgabe gewachsen ist.

    MerksatzSechzehn und geeignet — mehr braucht es nicht, weniger nicht

    Typischer FehlerDas Alter zu verschieben, nach oben auf achtzehn oder nach unten auf vierzehn Jahre. Und auf ein Mindestalter ganz zu verzichten: Eignung allein genügt nicht.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Einer Person, die mindestens 18 Jahre alt, sowie körperlich und geistig geeignet ist.
    • Einer Person, die mindestens 14 Jahre alt, sowie körperlich und geistig geeignet ist.
    • Einer Person jeden Alters, die körperlich und geistig geeignet ist.

    Diese Frage einzeln ansehen →

  2. 215

    Wie müssen Abfälle entsorgt werden?

    Es dürfen keinerlei Abfälle ins Wasser gelangen, Fäkalien und Öle sind an Land zu entsorgen.

    Der Grundsatz kennt keine Ausnahme: Nichts geht ins Wasser. Feste Abfälle werden gesammelt, Fäkalien und Öle an Land abgegeben. Es gibt keine Entfernung vom Ufer, ab der es erlaubt wäre, und keinen Unterschied zwischen Seen und Wasserstraßen — Binnengewässer sind geschlossene Systeme, in denen sich nichts verdünnt und nichts wegtreibt.

    MerksatzIm Binnengewässer verdünnt sich nichts

    Typischer FehlerEine Abstandsregel zu erfinden, ab der etwas eingeleitet werden dürfte. Und die Frage auf die Ausrüstung zu verschieben: Ein Fäkalientank ist ein Mittel zum Zweck und nicht die Antwort darauf, wie zu entsorgen ist.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Nur Abfälle, die die Umwelt nicht gefährden, dürfen 300 m vom Ufer ins Wasser eingeleitet werden.
    • Auf Seen dürfen keine Abfälle ins Wasser gelangen, auf Binnenschifffahrtsstraßen gibt es Sonderregelungen.
    • Alle Schiffe müssen mit Fäkalientanks ausgerüstet sein und geeignete Behältnisse für die getrennte Aufnahme von Abfällen an Bord haben.

    Diese Frage einzeln ansehen →

  3. 216

    Was ist beim Neuanstrich des Unterwasserschiffs und bei der Entfernung des alten Anstrichs zu beachten?

    Der Arbeitsbereich ist großzügig abzudecken und der anfallende Abfall ist als Sondermüll zu behandeln und entsprechend zu entsorgen.

    EU = Europäische Union

    Beim Abschleifen des alten Anstrichs entsteht Staub, der Biozide enthält — Stoffe, die gerade deshalb wirken, weil sie Leben im Wasser töten. Deshalb zweierlei: Der Arbeitsbereich wird großzügig abgedeckt, damit nichts in den Boden oder ins Wasser gelangt, und der anfallende Abfall wird als Sondermüll behandelt und entsprechend entsorgt.

    MerksatzDer Schleifstaub ist das Gift, nicht die Dose

    Typischer FehlerDie Frage auf die Auswahl des Anstrichs zu verschieben oder auf eine Kennzeichnung. Und sie an einen Fachbetrieb abzugeben: Selbst arbeiten ist erlaubt, nur eben mit Abdeckung und richtiger Entsorgung.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Es dürfen nur Unterwasseranstriche verwendet werden, deren Umweltverträglichkeit an der EU-Kennzeichnung erkenntlich ist.
    • Es sind bei Arbeiten mit Unterwasseranstrichen die Richtlinien der Schiffsuntersuchungskommission zu beachten.
    • Unterwasserarbeiten dürfen nur von zertifizierten Fachbetrieben, nach den Bestimmungen des Umweltschutzes ausgeführt werden.

    Diese Frage einzeln ansehen →

  4. 217

    Was ist bei Sturmwarnung vom Schiffsführer eines Sportbootes unter Segel auf einem größeren Gewässer zu veranlassen?

    Rettungsweste anlegen. Segel bergen, versuchen einen Hafen oder eine geschützte Bucht anzulaufen.

    Drei Handlungen in dieser Reihenfolge. Die Rettungsweste wird angelegt, nicht bereitgelegt — später fehlt die Hand dafür. Die Segel kommen herunter, denn im Sturm ist Segelfläche das Problem und nicht die Lösung. Und dann wird Schutz gesucht: ein Hafen oder eine Bucht, in der der Wind vom Land kommt und keine Welle aufbauen kann.

    MerksatzWeste an, Segel weg, Schutz suchen

    Typischer FehlerAlle Segel zu setzen, um schneller anzukommen — im Sturm legt das Boot dabei um. Die Weste nur bereitzuhalten statt anzulegen. Und die Gewässermitte anzulaufen, wo der Wind über die größte Strecke Welle aufbauen kann.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Rettungsweste anlegen. Alle Segel setzen, versuchen, einen Hafen oder eine geschützte Bucht anzulaufen.
    • Rettungsweste bereit halten. Segel bergen, versuchen, einen Hafen oder eine geschützte Bucht anzulaufen.
    • Rettungsweste anlegen. Segel setzen, versuchen die Gewässermitte anzulaufen.

    Diese Frage einzeln ansehen →

  5. 218

    Welche Fahrrinnenseite hat ein Talfahrer an seiner Backbordseite?

    Die linke Fahrrinnenseite, gekennzeichnet durch grüne Spitztonnen oder Schwimmstangen.

    Ein Talfahrer fährt mit dem Strom, also in Fließrichtung — dieselbe Richtung, aus der die Uferseiten benannt sind. Für ihn liegt links deshalb links: Die linke Fahrrinnenseite hat er an Backbord, gekennzeichnet mit grünen Spitztonnen. Beim Bergfahrer ist es genau umgekehrt, weil er der Fließrichtung entgegenfährt.

    MerksatzZu Tal stimmt es, zu Berg dreht es sich um

    Typischer FehlerDie rechte Fahrrinnenseite an Backbord zu vermuten — das gilt für den Bergfahrer. Und die Farben zu vertauschen: Grün gehört zur linken Seite, rote Stumpftonnen zur rechten.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Die rechte Fahrrinnenseite, gekennzeichnet durch rote Stumpftonnen oder Schwimmstangen.
    • Die linke Fahrrinnenseite, gekennzeichnet durch rote Stumpftonnen oder Schwimmstangen.
    • Die rechte Fahrrinnenseite, gekennzeichnet durch grüne Spitztonnen oder Schwimmstangen.

    Diese Frage einzeln ansehen →

  6. 219

    Mit welcher Wetterentwicklung ist bei schnellem und stetig fallendem Luftdruck zu rechnen?

    Schlechtes Wetter, Starkwind oder Sturm.

    Nicht der Stand des Luftdrucks warnt, sondern das Tempo seines Falls. Fällt er schnell und stetig, wird das Druckgefälle zur Umgebung steil, und dieses Gefälle treibt den Wind an — zu erwarten sind schlechtes Wetter und Starkwind bis Sturm. Ein Barometer nützt deshalb nur, wenn man es mehrmals täglich abliest.

    MerksatzWie schnell er fällt, nicht wie tief er steht

    Typischer FehlerAuf Besserung zu hoffen. Steigende Temperatur oder Sonne gehören zum steigenden Luftdruck, und die Erwartung, schlechtes Wetter sei nicht zu befürchten, ist bei rasch fallendem Druck die gefährlichste von allen.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Besseres Wetter, steigende Temperatur.
    • Schlechtes Wetter ist nicht zu erwarten.
    • Besseres Wetter, Sonne.

    Diese Frage einzeln ansehen →

  7. 220

    Welches Wetter ist zu erwarten, wenn der Luftdruck langsam aber stetig steigt?

    Besseres Wetter, Sonne.

    Langsam und stetig steigender Luftdruck ist das Gegenstück zum raschen Fall: Ein Hochdruckgebiet baut sich auf, die Luft sinkt ab, Wolken lösen sich auf. Zu erwarten sind besseres Wetter und Sonne. Langsam ist dabei ein gutes Zeichen — ein sprunghafter Anstieg deutet eher auf eine Kaltfront hin, hinter der es böig bleibt.

    MerksatzLangsam steigend heißt beständig besser

    Typischer FehlerDie Aussage auf die Temperatur zu verschieben — steigender Druck bedeutet nicht ohne Weiteres Wärme, im Winter oft das Gegenteil. Und schlechtes Wetter mit Starkwind gehört zum fallenden Druck.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Besseres Wetter, steigende Temperatur.
    • Schlechtes Wetter ist nicht zu erwarten.
    • Schlechtes Wetter, Starkwind oder Sturm.

    Diese Frage einzeln ansehen →