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LRC · GW (MF) / KW (HF) – Sprechfunk und Funkwellenausbreitung

Grenz- und Kurzwelle, Ausbreitung

16 amtliche Prüfungsfragen. Frequenzbereiche, SSB, Boden- und Raumwelle, Tote Zone, Tageszeit und Antenne – und an Beispielrouten, welcher Bereich wann trägt. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.

Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte

Worum es hier geht

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Grenzwelle und Kurzwelle unterscheiden sich vor allem darin, auf welchem Weg ihre Wellen den Empfänger erreichen — und daraus folgt fast jede Antwort in diesem Abschnitt. Der Grenzwellenbereich umfasst 1605 bis 4000 kHz, der allgemeine Kurzwellenbereich 3 bis 30 MHz. In beiden wird beim Sprechfunk grundsätzlich Einseitenband mit unterdrücktem Träger verwendet, abgekürzt SSB oder J3E.

Die Bodenwelle folgt der Erdoberfläche. Sie spielt die entscheidende Rolle bei Langwelle und tagsüber bei Mittel- und Grenzwelle. Deshalb ist die Grenzwelle die Wahl für mittlere Entfernungen: Am Tage reicht sie für eine Mindestreichweite von 150 Seemeilen, und eine Yacht 100 Seemeilen westlich Stavanger erreicht Rogaland Radio vorzugsweise auf Grenzwelle. Ein für A2 ausgerüstetes Schiff löst in ca. 150 Seemeilen Abstand von der Küste einen Notalarm auf Grenzwelle und UKW aus — Grenzwelle für die Küstenfunkstelle, UKW für die Schiffe in der Nähe.

Bei der Kurzwelle spielt die Raumwelle die entscheidende Rolle: Sie wird an der Ionosphäre zurückgeworfen und überbrückt in einem oder mehreren Sprüngen (hops) große Entfernungen. Deshalb ist die Kurzwelle der Bereich für den Weitverkehr. Eine gute Antenne strahlt dafür möglichst flach ab, damit wenige Sprünge genügen. Zwischen dem Ende der Bodenwelle und dem ersten Auftreffen der Raumwelle bleibt ein Bereich ohne Empfang — die „Tote Zone“, die besonders bei Kurzwelle auftritt.

Die Ionosphäre ändert sich mit Tageszeit, Jahreszeit und Sonnenaktivität, und mit ihr die Ausbreitung. Kurzwellenverbindungen lassen sich deshalb nicht mit Sicherheit vorausplanen. Als Faustregel gilt: Nachts werden für dieselbe Entfernung niedrigere Frequenzen gebraucht als am Tag. Wer mittags im 16-MHz-Bereich arbeitet, wählt gegen Mitternacht einen niedrigeren Bereich. Der Katalog nennt dazu zwei Beispiele: für eine E-Mail von einer Yacht zwischen Rom und Neapel über Kiel Radio tagsüber meistens Kurzwelle bei 8 MHz, für Miami Radio von Barbados aus in den Abendstunden meistens Kurzwelle bei 6 MHz.

Auch das Wetter spielt mit: Gewitter erzeugen atmosphärische Störungen, und beim Empfang von NAVTEX-Aussendungen auf Mittelwelle können sie Störungen bis zur vollständigen Unlesbarkeit verursachen.

Bodenwelle
Langwelle und tagsüber Mittel- und Grenzwelle — die Grundlage der Grenzwellen-Reichweite.
Raumwelle
Kurzwelle; Reflexion an der Ionosphäre, Weitverkehr in Sprüngen.
Tote Zone
Besonders bei Kurzwelle, zwischen Boden- und Raumwelle.
Tag und Nacht
Nachts für dieselbe Entfernung einen niedrigeren Frequenzbereich wählen.
Antenne
Flach abstrahlen, damit wenige Sprünge genügen.
Bereiche
Grenzwelle 1605 bis 4000 kHz, Kurzwelle 3 bis 30 MHz.

Die typische Falle: Die Richtung des Frequenzwechsels nicht verdrehen: Für dieselbe Entfernung am Tag höhere, nachts niedrigere Frequenzen. Und eine flach abstrahlende Antenne ist für große Entfernungen gut, weil sie Sprünge spart — nicht, weil sie besonders viele erzeugt.

Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.

  1. 25

    Welche Frequenzen umfasst der Grenzwellenbereich (GW/MF)?

    1605 bis 4000 kHz

    Die Grenzwelle heißt so, weil sie an der Grenze zwischen Mittelwelle und Kurzwelle liegt: oberhalb des Mittelwellen-Rundfunks, ab 1605 kHz, bis 4000 kHz. In diesem Bereich liegen die Seefunkfrequenzen um 2 MHz, etwa die Sprechfunk-Notfrequenz 2182 kHz und die DSC-Frequenz 2187,5 kHz.

    MerksatzGrenzwelle: zwischen Mittelwelle und Kurzwelle, bis 4 MHz

    Typischer Fehler1705 bis 4100 kHz sieht dem richtigen Bereich zum Verwechseln ähnlich — die Grenzen sind nur leicht verschoben. 4000 bis 27500 kHz liegt im Kurzwellenbereich, 156 bis 174 MHz ist der UKW-Seefunk.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • 4000 bis 27500 kHz
    • 156 bis 174 MHz
    • 1705 bis 4100 kHz

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  2. 26

    Wie wird die Sendeart „Einseitenband mit unterdrücktem Träger“ bezeichnet?

    SSB oder J3E

    Die Sendeartbezeichnung hat drei Zeichen: Der erste Buchstabe beschreibt die Modulation, J steht für Einseitenband mit unterdrücktem Träger. Die 3 bedeutet ein analoges Signal auf einem Kanal, das E Sprechfunk. Weil der Träger fehlt, steckt die Sendeleistung im Seitenband, das die Sprache trägt — das bringt Reichweite und spart Bandbreite.

    MerksatzJ wie ohne Träger: J3E ist SSB im Seefunk

    Typischer FehlerH3E und R3E sind ebenfalls Einseitenband, senden den Träger aber voll oder vermindert mit. A3E ist die klassische Amplitudenmodulation mit beiden Seitenbändern.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • SSB oder R3E
    • SSB oder H3E
    • SSB oder A3E

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  3. 27

    Welcher Frequenz- bzw. Wellenbereich ist ausreichend, um am Tage eine Mindestreichweite von 150 Seemeilen zu erzielen?

    Grenzwelle (GW/MF)

    Am Tag trägt die Grenzwelle über die Bodenwelle, die der Erdkrümmung folgt und so zuverlässig über den Horizont hinausreicht. Damit sind 150 Seemeilen gut zu schaffen — das ist auch der Grund, warum das Seegebiet A2 über die Reichweite von Grenzwellen-Küstenfunkstellen bestimmt ist. UKW endet dagegen ungefähr an der Sichtweite der Antennen.

    MerksatzTags 150 Seemeilen? Grenzwelle über die Bodenwelle

    Typischer FehlerKurzwelle reicht zwar viel weiter, ihre Bodenwelle ist aber schnell verbraucht, und die Raumwelle kommt oft erst jenseits einer toten Zone herunter — 150 Seemeilen können genau dazwischen liegen. Ultrakurzwelle reicht nur bis etwa zum Horizont, Langwelle wird im Seefunk dafür nicht genutzt.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Kurzwelle (KW/HF)
    • Ultrakurzwelle (UKW/VHF)
    • Langwelle (LW/LF)

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  4. 28

    In welchen Frequenz- bzw. Wellenbereichen spielt die Bodenwelle die entscheidende Rolle bei der Ausbreitung?

    Langwelle (LW/LF) und tagsüber Mittel- und Grenzwelle (MW/MF, GW/MF)

    Die Bodenwelle folgt der Erdoberfläche und wird dabei umso weniger gedämpft, je niedriger die Frequenz ist — über Seewasser besonders wenig. Bei Langwelle trägt sie deshalb weit, bei Mittel- und Grenzwelle tagsüber ebenfalls. Nachts kommt bei diesen Wellen die an der Ionosphäre reflektierte Raumwelle hinzu, darum ist die Bodenwelle dort nur am Tag entscheidend.

    MerksatzJe länger die Welle, desto treuer folgt sie dem Boden

    Typischer FehlerUltrakurzwelle läuft quasi geradlinig bis zum Horizont, Kurzwelle trägt über die Raumwelle an der Ionosphäre — beide leben nicht von der Bodenwelle. Und tagsüber ist es die Grenzwelle, nicht die Langwelle, bei der die Tageszeit den Ausschlag gibt.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Kurzwelle (KW/HF) und tagsüber Ultrakurzwelle (UKW/VHF)
    • Ultrakurzwelle (UKW/VHF) und tagsüber Kurzwelle (KW/HF)
    • Grenzwelle (GW/MF) und tagsüber Langwelle (LW/LF)

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  5. 29

    In welchen terrestrischen Frequenz- bzw. Wellenbereichen sollte ein Schiff – für das Seegebiet A2 ausgerüstet – in einer Entfernung von ca. 150 Seemeilen von der Küste einen Notalarm auslösen, um eine Küstenfunkstelle sowie die in der Nähe befindlichen Seefunkstellen zu erreichen?

    Grenzwelle (GW/MF) und Ultrakurzwelle (UKW/VHF)

    Ein für A2 ausgerüstetes Schiff hat UKW und Grenzwelle mit DSC an Bord, Kurzwelle gehört nicht zwingend dazu. In 150 Seemeilen Abstand erreicht die Grenzwelle die Küstenfunkstelle, deren Reichweite das Seegebiet A2 ja gerade bestimmt. UKW reicht nicht bis zur Küste, erreicht aber die Schiffe in der Nähe, die oft am schnellsten helfen können. Darum wird auf beiden Wegen alarmiert.

    MerksatzGrenzwelle für die Küste, UKW für die Nachbarn

    Typischer FehlerKurzwelle mit UKW klingt nach mehr Reichweite, gehört aber nicht zur Ausrüstung für A2 und kann auf diese Entfernung in die tote Zone fallen. Langwelle wird im Seefunk zum Alarmieren gar nicht benutzt.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Kurzwelle (KW/HF) und Langwelle (LW/LF)
    • Kurzwelle (KW/HF) und Ultrakurzwelle (UKW/VHF)
    • Grenzwelle (GW/MF) und Langwelle (LW/LF)

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  6. 30

    Welchen Einfluss können Gewitter auf den Empfang von NAVTEX-Aussendungen auf Mittelwelle haben?

    Störungen bis zur vollständigen Unlesbarkeit

    Gewitter erzeugen mit jedem Blitz breitbandige elektrische Störungen, die sich gerade auf Lang- und Mittelwelle weit ausbreiten. Ein NAVTEX-Empfänger nimmt Fernschreibzeichen auf; jedes gestörte Zeichen erscheint als Fehler im Text. Bei starker Gewittertätigkeit häufen sich diese Fehler, bis die Meldung nicht mehr zu lesen ist.

    MerksatzGewitter knistern — NAVTEX wird unleserlich

    Typischer FehlerÜberreichweiten entstehen nachts, wenn die Raumwelle hinzukommt, und haben mit Gewittern nichts zu tun. Tote Zonen sind eine Erscheinung der Kurzwelle. Eine unverändert hohe Übertragungsqualität ist bei Gewittern das Gegenteil dessen, was passiert.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Unverändert hohe Übertragungsqualität
    • Überreichweiten
    • Entstehung „Toter Zonen“

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  7. 31

    Welcher Frequenz- bzw. Wellenbereich wird für den Weitverkehr im terrestrischen Seefunkdienst benutzt?

    Kurzwelle (KW/HF)

    Kurzwellen werden an der Ionosphäre reflektiert und kehren weit entfernt zur Erde zurück; mit mehreren Sprüngen zwischen Ionosphäre und Meeresoberfläche lassen sich so Tausende Seemeilen überbrücken. Darum ist sie für den Weitverkehr ohne Satellit das Mittel der Wahl. Grenzwelle trägt über die Bodenwelle deutlich weniger weit, UKW nur bis etwa zum Horizont.

    MerksatzWeit weg heißt Kurzwelle — sie springt über die Ionosphäre

    Typischer FehlerGrenzwelle hat zwar eine ordentliche Reichweite, bleibt über die Bodenwelle aber im Rahmen des Seegebiets A2. Langwelle wird im Seefunk nicht für Verbindungen genutzt, und Ultrakurzwelle endet ungefähr am Horizont.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Grenzwelle (GW/MF)
    • Langwelle (LW/LF)
    • Ultrakurzwelle (UKW/VHF)

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  8. 32

    Welche Frequenzen umfasst der allgemeine Kurzwellenbereich (KW/HF)?

    3 bis 30 MHz

    Die Funkbereiche sind in Zehnerschritten eingeteilt: Langwelle 30 bis 300 kHz, Kurzwelle 3 bis 30 MHz, Ultrakurzwelle 30 bis 300 MHz. Alle Seefunkbänder der Kurzwelle liegen in diesem Bereich, das unterste davon beim 4-MHz-Band.

    MerksatzKurzwelle: 3 bis 30 MHz, der Faktor zehn

    Typischer Fehler30 bis 300 MHz ist der Bereich der Ultrakurzwelle, in dem auch der UKW-Seefunk liegt, und 30 bis 300 kHz die Langwelle — die Zahlen stimmen, aber Einheit oder Faktor nicht. Unter 30 kHz liegen die Längstwellen.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • 30 bis 300 MHz
    • 30 bis 300 kHz
    • Unter 30 kHz

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  9. 33

    In welchem Frequenz- bzw. Wellenbereich spielt die Raumwelle die entscheidende Rolle bei der Ausbreitung?

    Kurzwelle (KW/HF)

    Die Raumwelle ist der Anteil, der schräg nach oben abgestrahlt und an der Ionosphäre zur Erde zurückgeworfen wird. Für Kurzwellen ist das der Hauptweg: Ihre Bodenwelle ist nach kurzer Strecke verbraucht, die Raumwelle trägt dagegen über große Entfernungen. Darauf beruht der ganze Weitverkehr auf Kurzwelle.

    MerksatzRaumwelle ist Kurzwelle, die am Himmel abprallt

    Typischer FehlerGrenzwelle nutzt nachts ebenfalls die Raumwelle, entscheidend ist dort aber tagsüber die Bodenwelle. Langwelle breitet sich vor allem als Bodenwelle aus, und Ultrakurzwelle geht durch die Ionosphäre hindurch und läuft geradlinig bis etwa zum Horizont.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Langwelle (LW/LF)
    • Ultrakurzwelle (UKW/VHF)
    • Grenzwelle (GW/MF)

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  10. 34

    In welchem Frequenz- bzw. Wellenbereich tritt die „Tote Zone“ besonders auf?

    Kurzwelle (KW/HF)

    Die tote Zone entsteht, wo die Bodenwelle schon zu schwach ist und die an der Ionosphäre reflektierte Raumwelle noch nicht wieder herunterkommt. Bei Kurzwelle ist die Bodenwelle nach kurzer Strecke verbraucht, die Raumwelle landet aber erst in großer Entfernung — dazwischen bleibt ein Gürtel ohne Empfang. Ein Schiff kann so eine weit entfernte Station hören und eine nähere nicht.

    MerksatzZu weit für die Bodenwelle, zu nah für die Raumwelle

    Typischer FehlerBei Langwelle und tagsüber bei Grenzwelle trägt die Bodenwelle so weit, dass keine solche Lücke entsteht. Ultrakurzwelle wird nicht an der Ionosphäre zurückgeworfen, sie endet am Horizont — eine Zone, hinter der der Empfang wieder einsetzt, gibt es dort nicht.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Langwelle (LW/LF)
    • Ultrakurzwelle (UKW/VHF)
    • Grenzwelle (GW/MF)

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  11. 35

    Um die Mittagszeit wird zur Überbrückung einer bestimmten Entfernung eine Frequenz im 16-MHz-Bereich benutzt. Welcher Frequenzbereich sollte für die Überbrückung derselben Entfernung gegen Mitternacht vorzugsweise gewählt werden?

    Niedrigerer Frequenzbereich

    Die Ionosphäre wird von der Sonne ionisiert. Nachts nimmt die Ionisierung ab, und damit sinkt die höchste Frequenz, die noch zur Erde zurückgeworfen wird. Ein Signal im 16-MHz-Bereich, das mittags die Strecke schafft, geht nachts oft einfach durch die Ionosphäre hindurch. Deshalb wechselt man für dieselbe Entfernung gegen Mitternacht in einen niedrigeren Frequenzbereich.

    MerksatzMittags hoch, nachts tief — die Frequenz folgt der Sonne

    Typischer FehlerDen gleichen Frequenzbereich beizubehalten scheint logisch, weil die Entfernung gleich bleibt — die Ionosphäre ist aber nicht mehr dieselbe. Ein höherer Frequenzbereich verschärft das Problem, und der UKW-Frequenzbereich wird gar nicht reflektiert.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Gleicher Frequenzbereich
    • Höherer Frequenzbereich
    • UKW-Frequenzbereich

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  12. 36

    Welche Aussage trifft für den Kurzwellen-Funkverkehr zu?

    Die Ausbreitungseigenschaften der Kurzwellen unterliegen tageszeitlichen, jahreszeitlichen und durch die Sonnenaktivität bedingten Schwankungen; Funkverbindungen lassen sich nicht mit Sicherheit vorausplanen

    Kurzwellen sind auf die Ionosphäre angewiesen, und deren Zustand ändert sich ständig: mit der Tageszeit, mit der Jahreszeit und mit der Sonnenaktivität, die einem etwa elfjährigen Zyklus folgt und durch Ausbrüche auf der Sonne kurzfristig gestört werden kann. Ausbreitungsvorhersagen geben deshalb nur Wahrscheinlichkeiten an; eine sichere Verbindung zu einer festen Zeit kann niemand zusagen.

    MerksatzKurzwelle gehorcht der Sonne, nicht dem Fahrplan

    Typischer FehlerJederzeit weltweite Verbindungen zwischen beliebigen Standorten sind genau das, was die Kurzwelle nicht garantiert. E-Mail über Kurzwelle ist viel langsamer als DSL, und klare Sicht oder geringe Bewölkung spielen keine Rolle — die Ionosphäre liegt weit über dem Wetter.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Im Kurzwellenbereich sind jederzeit weltweite Funkverbindungen zwischen beliebig wählbaren Standorten möglich
    • Bei Internet und E-Mail über Kurzwelle lässt sich die übliche DSL-Geschwindigkeit erreichen
    • Bei klarer Sicht und geringer Bewölkung ist die Verständigung im Kurzwellenbereich besonders gut

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  13. 37

    Welche Eigenschaften sollte eine Schiffsantenne für die Überbrückung von großen Entfernungen über Kurzwellen besitzen und warum?

    Die Antenne sollte die Sendeenergie möglichst flach abstrahlen, um mit wenigen Sprüngen (hops) den Empfangsort zu erreichen

    Kurzwellen überbrücken große Strecken in Sprüngen zwischen Ionosphäre und Erdoberfläche. Je flacher die Antenne abstrahlt, desto weiter reicht jeder einzelne Sprung, und desto weniger Sprünge braucht es bis zum Ziel. Das zählt, weil bei jeder Reflexion Energie verloren geht: Wenige lange Sprünge kommen stärker an als viele kurze.

    MerksatzFlach strahlen, weit springen, wenig verlieren

    Typischer FehlerEine hohe Anzahl von Sprüngen klingt nach mehr Reichweite, bedeutet aber mehr Verluste an jeder Reflexion. Steil abgestrahlte Energie kommt nahe beim Sender wieder herunter, und eine gute Isolierung schützt zwar vor Verbrennungen, bringt aber keine Reichweite.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Die Antenne sollte gut isoliert sein, damit man sich beim Senden nicht verbrennen kann
    • Die Antenne sollte möglichst lang sein, um eine große Wirkungsfläche zu haben und eine hohe Anzahl von Sprüngen (hops) zu ermöglichen
    • Die Antenne sollte die Sendeenergie möglichst steil abstrahlen, um Personen an Bord nicht zu gefährden

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  14. 38

    Eine Yacht ist im Mittelmeer von Rom nach Neapel unterwegs. Die Crew möchte tagsüber über Kiel Radio eine E-Mail versenden. Welcher Frequenzbereich ist dafür meistens geeignet?

    Kurzwelle bei 8 MHz

    Zwischen dem Tyrrhenischen Meer und Kiel liegen deutlich mehr als tausend Kilometer — viel zu weit für Grenzwelle, und VHF endet am Horizont. Gebraucht wird also die Raumwelle der Kurzwelle. Am Tag ist die Ionosphäre stark ionisiert: Höhere Frequenzen werden gut zurückgeworfen, während niedrige wie 4 MHz in den unteren Schichten stark gedämpft werden. Darum ist tagsüber meist das 8-MHz-Band die bessere Wahl.

    MerksatzTags auf große Distanz: lieber 8 als 4 MHz

    Typischer FehlerKurzwelle bei 4 MHz liegt nahe, weil es auch Kurzwelle ist — am Tag wird dieses Band aber in der unteren Ionosphäre stark gedämpft und eignet sich eher für die Nacht. Grenzwelle reicht nicht so weit, und VHF endet am Horizont.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Grenzwelle
    • Kurzwelle bei 4 MHz
    • VHF

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  15. 39

    Eine Yacht ist im karibischen Meer vor Barbados unterwegs. Der Schiffsführer möchte in den Abendstunden eine Verbindung zu Miami Radio aufbauen. Welcher Frequenzbereich ist dafür meistens geeignet?

    Kurzwelle bei 6 MHz

    Von Barbados bis Miami sind es weit mehr als tausend Kilometer — das schafft nur die Kurzwelle über die Raumwelle, die an der Ionosphäre zur Erde zurückgeworfen wird. Welches Band trägt, hängt von der Tageszeit ab: Am Abend lässt die Ionisation nach, hohe Frequenzen werden dann nicht mehr zurückgeworfen und gehen ins All. Deshalb weicht man abends auf ein niedrigeres Kurzwellenband aus, hier die 6 MHz.

    MerksatzTags hoch, nachts tief — abends ein niedrigeres Kurzwellenband

    Typischer FehlerDie 16 MHz sind das typische Tagesband für große Entfernungen und tragen am Abend oft nicht mehr. Grenzwelle ist auf diese Entfernung nicht verlässlich, und VHF endet kurz hinter dem Horizont.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Grenzwelle
    • Kurzwelle bei 16 MHz
    • VHF

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  16. 40

    Eine Yacht steht 100 Seemeilen westlich Stavanger. Der Schiffsführer möchte Verbindung zu Rogaland Radio aufnehmen. Welcher Frequenzbereich ist dafür vorzugsweise geeignet?

    Grenzwelle

    Hundert Seemeilen liegen gut innerhalb der Bodenwellenreichweite der Grenzwelle, die schon am Tage mindestens rund 150 Seemeilen schafft. Die Bodenwelle folgt der Erdkrümmung und ist kaum von Tageszeit oder Sonnenaktivität abhängig — für diese Strecke also die verlässlichste Wahl. UKW reicht nur wenig über den Horizont hinaus.

    MerksatzMittlere Entfernung zur Küste: Grenzwelle über die Bodenwelle

    Typischer FehlerZur Kurzwelle zu greifen, weil sie weit reicht. Gerade auf mittlerer Entfernung fällt das Ziel bei Kurzwelle leicht in die Tote Zone zwischen Bodenwelle und erstem Raumwellensprung, und VHF kommt hundert Seemeilen weit nicht hin.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Kurzwelle zwischen 4 MHz und 6 MHz
    • Kurzwelle zwischen 10 MHz und 16 MHz
    • VHF

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So geht es weiter

Fachwörter hier Seemeile