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SKS · Seemannschaft IISeeschiffe und Radarsichtbarkeit
7 amtliche Prüfungsfragen. Sog und Hecksee, Ausschwenken des Hecks, Stoppstrecken und toter Winkel großer Schiffe und wie man im Radar sichtbar wird. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.
Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte
Worum es hier geht
Direkt zu den Fragen ↓Begegnungen mit großen Schiffen sind gefährlich, weil die Maßstäbe nicht zusammenpassen: Ein Sportboot dreht und stoppt schnell, ein großes Schiff braucht dafür Minuten und viele Schiffslängen — und sieht das Sportboot womöglich gar nicht.
Wie groß der Unterschied ist, zeigen die Zahlen des Katalogs. Ein großes Schiff in voller Fahrt braucht zum Stoppen etwa die 8- bis 12fache Schiffslänge und bis zu 8 bis 12 Minuten, abhängig von Schiffstyp und -größe, Beladungszustand und Ausgangsgeschwindigkeit. Ein 300 m langes, voll abgeladenes Containerschiff mit 24 kn hat eine Stoppstrecke von ca. 2 sm und eine Stoppzeit von ca. 12 Minuten. Auch Ausweichen braucht Zeit: Legt ein großes Schiff bei ca. 20 kn Hartruder, bewegt sich der Steven zwar in Richtung der Ruderlage, das Heck schlägt aber weit zur Gegenseite aus, und das Schiff läuft zunächst in der alten Kursrichtung weiter. Erst nach mehreren Schiffslängen verlässt es mit dem Heck die alte Kurslinie; bei 300 m langen Containerschiffen nennt der Katalog 1,5 bis 2,5 Schiffslängen, ca. 500 bis 600 m.
Dazu ist die Sicht nach voraus auf vielen großen Schiffen eingeschränkt; der Katalog nennt einen nicht einsehbaren Bereich von maximal 2 Schiffslängen oder 500 m. Ein Boot in diesem Bereich ist von der Brücke aus nicht zu sehen. Das ausschwenkende Heck ist auch beim Passieren in kurvenreichem die Gefahr: Bei einer Kursänderung nach schwenkt es nach aus und umgekehrt. Dicht hinter dem Heck eines vorbeifahrenden Schiffes durchzufahren ist riskant, weil und Hecksee das eigene Boot erheblich gefährden können, und auch die Bugwellen großer Schiffe beeinträchtigen ein Sportboot.
Auch auf dem Radar wird ein Sportboot nicht sicher erfasst, etwa wenn es sich im Radarschatten befindet. Die Wahrscheinlichkeit, erfasst zu werden, erhöht ein möglichst hoch und fest angebrachter passiver , besser noch ein aktiver Radarreflektor. Die praktische Folge aus allem: Begegnungen mit großen Schiffen früh einschätzen und sich nicht darauf verlassen, dass das große Schiff das Sportboot rechtzeitig sieht und reagieren kann.
- Stoppstrecke
- Etwa 8- bis 12fache Schiffslänge, bis zu 8 bis 12 Minuten.
- Hartruder
- Heck schlägt zur Gegenseite aus, das Schiff läuft zunächst auf altem Kurs weiter.
- Toter Bereich voraus
- Bis zu 2 Schiffslängen oder 500 m nicht einsehbar.
- Heck
- Nicht dicht dahinter durchfahren — Sog und Hecksee.
- Radar
- Radarreflektor hoch und fest, besser aktiv.
Die typische Falle: Ein großes Schiff, das Hartruder legt, ist nicht sofort aus dem Weg: Es läuft zunächst auf der alten Kurslinie weiter, und sein Heck schwenkt zur Gegenseite aus.
Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.
- 140
Was müssen Sie bedenken, wenn ein großes Schiff auf Ihr Sportboot zukommt?
Musterantwort
- Andere Manövrierfähigkeit (größere Drehkreise, längere Stoppstrecken),
- u. U. eingeschränkte Sicht des anderen Fahrzeugs, insbesondere nach voraus,
- Möglichkeit des Übersehenwerdens, weil man sich im Radarschatten befindet,
- Beeinträchtigung durch Bugwellen des großen Schiffes.
- 141
Warum sollten Sie nicht zu dicht hinter dem Heck eines vorbeifahrenden Schiffes durchfahren?
Musterantwort
Sog und Hecksee können das eigene Boot erheblich gefährden.
- 142
Was müssen Sie beim Passieren eines großen Schiffes bei dessen Kursänderungen, z. B. in einem kurvenreichen Fahrwasser, beachten?
Musterantwort
Bei einer Kursänderung schwenkt das Heck deutlich in die entgegengesetzte Richtung aus, also nach Backbord bei einer Kursänderung nach Steuerbord und umgekehrt.
- 143
Mit welchen Stoppstrecken und Stoppzeiten müssen Sie bei großen Schiffen in voller Fahrt rechnen und wovon hängen sie ab?
Musterantwort
Abhängig von Schiffstyp und -größe, Beladungszustand und Ausgangsgeschwindigkeit ist mit der 8- bis 12fachen Schiffslänge und bis zu 8 bis 12 Minuten Dauer (z. B. ein 300 m langes Containerschiff voll abgeladen mit 24 kn: Stoppstrecke ca. 2 sm, Stoppzeit ca. 12 Minuten) zu rechnen.
sm = Seemeile
- 144
Wie reagiert ein großes Schiff, wenn bei ca. 20 kn Fahrt ein Ausweichmanöver durch Hartruderlage eingeleitet wird?
Nach welcher Distanz verlässt es in etwa die alte Kurslinie?Musterantwort
Der Steven bewegt sich in Richtung der Hartruderlage, das Heck schlägt relativ weit zur entgegengesetzten Richtung aus. Das Schiff verlässt mit seinem Heck erst nach mehreren Schiffslängen seine bisherige Kurslinie, bewegt sich also zunächst in der alten Kursrichtung fort. Diese Strecke kann bei 300 m langen Containerschiffen 1,5 bis 2,5 Schiffslängen, d. h. ca. 500 bis 600 m betragen.
- 145
Auf vielen großen Schiffen ist die Sicht nach vorne eingeschränkt.
Welchen Abstand vor einem Schiff müssen Sie als nicht einsehbar mindestens berücksichtigen?Musterantwort
Sichtbeschränkung nach voraus maximal 2 Schiffslängen oder 500 m.
- 146
Wie können Sie die Wahrscheinlichkeit erhöhen, im Radar von anderen Fahrzeugen gesehen zu werden?
Musterantwort
Durch einen möglichst hoch und fest angebrachten passiven Radarreflektor bzw. besser noch durch einen "aktiven" Radarreflektor.
So geht es weiter
Fachwörter hier Fahrwasser