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SKS · Seemannschaft IIAnkern
18 amtliche Prüfungsfragen. Reitgewicht und Kettenvorlauf, Ankergrund und Ankerplatz, Haltekraft, Ankertypen, Kette oder Leine, ob der Anker hält und das Ankermanöver. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.
Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte
Worum es hier geht
Direkt zu den Fragen ↓Ein Anker hält, indem er sich eingräbt — und dafür muss der Zug möglichst flach am Grund ankommen. Ein großer Teil der Fragen dieses Abschnitts ist eine Variante dieses einen Gedankens, der Rest handelt vom richtigen Grund.
Deshalb fährt man auf Yachten zwischen Anker und Leine häufig einen Kettenvorlauf von 3 bis 5 m: Er sorgt dafür, dass der Zug auf den Anker nicht zu steil wird. Eine Kette hat gegenüber der Leine noch mehr Vorteile — sie unterstützt das Eingraben, verkleinert den Schwojeraum, wirkt ruckdämpfend, kann nicht an Steinen durchscheuern und erhöht die Haltekraft. Ein Reitgewicht erfüllt denselben Zweck: Es zieht die Trosse auf den Grund, damit der Anker nicht durch einen zu steilen Winkel ausbricht, und dämpft Rucke. Es hilft dort, wo auf engem Raum nicht genug Kette gesteckt werden kann. Nimmt der Wind in einer Bucht zu, verbessert mehr gesteckte Trosse oder Kette oder ein Reitgewicht die Haltekraft.
Leichtgewichtsanker halten gut in Sand, Schlick, weichem Ton und Lehm, mäßig in hartem Ton und Lehm; ungeeignet sind steinige, verkrautete und stark schlammige Böden, die man nach Möglichkeit meidet. Zeigt das ausreichend tiefe Wasser einer Bucht unterschiedliche Färbungen, ankert man auf hellem Wasser: Dort ist der Grund sandig, dunkler Grund weist auf Bewuchs hin. Muss es verkrauteter Grund sein, ist der Stockanker dem Leichtgewichtsanker vorzuziehen, weil er sich auch durch sein höheres Gewicht besser eingräbt. Auf Sportbooten verbreitet sind Patentanker, Stockanker, Draggen und Pflugscharanker; als vom Germanischen Lloyd anerkannte Anker mit hoher Haltekraft nennt der Katalog Bruce-, CQR-, Danforth- und D'Hone-Anker.
Das Manöver beginnt mit der Planung: Ankerplatz anhand von Seekarte oder Seehandbuch auf Grund und Wassertiefe prüfen, auf Schutz vor Wind und Wellen, Raum zum Schwojen und mögliche Winddrehungen achten, Wind und Strom ermitteln, Ankergeschirr und Ankersignal klarmachen. Angesteuert wird mit langsamster Fahrt gegen Wind oder Strom; der Anker fällt bei langsamer Fahrt rückwärts über Grund. Er wird nicht zusammen mit der Leine über Bord geworfen, weil die Leine mit dem Anker vertörnen und das Eingraben verhindern kann. Gesteckt wird je nach Wetter und Strom bis auf das 3- bzw. 5fache der Wassertiefe, dann werden Ankerball oder Ankerlicht gesetzt und die Ankerposition festgehalten.
Ob der Anker hält, zeigen Vibrationen in Kette oder Trosse, das Einrucken, wiederholte Peilungen und Abstandsschätzungen sowie der Ankeralarm des GPS. Eine Ankerboje zeigt die Lage des Ankers, und mit der Trippleine kann das Bergen eines unklaren Ankers unterstützt werden. Die Ankerleine wird nicht an den Anker geknotet, weil Knoten die Bruchlast um bis zu 50 % senken, und die Kette ist mit einem Taustropp am Schiff bzw. im Kettenkasten befestigt, damit sie im Notfall schnell gekappt werden kann.
- Flacher Zug
- Kettenvorlauf von 3 bis 5 m oder Reitgewicht.
- Guter Grund
- Sand, Schlick, weicher Ton und Lehm; helles Wasser deutet auf Sand.
- Verkrautet
- Stockanker statt Leichtgewichtsanker.
- Stecken
- Je nach Wetter und Strom bis auf das 3- bzw. 5fache der Wassertiefe.
- Taustropp
- Damit die Kette im Notfall gekappt werden kann.
Die typische Falle: Ist das Wasser ausreichend tief, weist dunkle Färbung auf Bewuchs hin, in dem der Anker schlecht hält. Geankert wird auf hellem, sandigem Grund.
Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.
- 122
Wozu dient ein Reitgewicht (Gleitgewicht, Ankergewicht) beim Ankern?
Musterantwort
Es soll die Ankertrosse auf den Grund ziehen, damit der Anker nicht durch einen zu steilen Winkel aus dem Grund gebrochen wird. Es wirkt ruckdämpfend.
- 123
Warum sollte beim Verwenden einer Ankertrosse ein Kettenvorlauf benutzt werden?
Musterantwort
Damit der Zug auf den Anker nicht zu steil wird.
- 124
Welcher Ankergrund ist für die üblichen Leichtgewichtsanker
1. gut geeignet?
2. mäßig geeignet?
3. ungeeignet?Musterantwort
- Sand, Schlick, weicher Ton und Lehm,
- harter Ton und Lehm,
- steinige, verkrautete und stark schlammige Böden.
- 125
Was müssen Sie bei der Auswahl eines Ankerplatzes beachten?
Musterantwort
- Der Ankerplatz sollte Schutz vor Wind und Wellen bieten.
- Auf ausreichenden Platz zum Schwojen achten.
- Mögliche Winddrehungen einplanen.
- 126
Welchen Ankergrund sollten Sie nach Möglichkeit meiden?
Musterantwort
Steinige, verkrautete und stark schlammige Böden.
- 127
Wie können Sie die Haltekraft eines Ankers erhöhen, wenn Sie auf engem Raum (z. B. zwischen zwei Stegen) nicht die erforderliche Kettenlänge stecken können?
Musterantwort
Mit einem Reitgewicht, um so den Anker besser am Boden zu halten.
- 128
Sie ankern in einer Bucht.
Wie können Sie bei zunehmendem Wind die Haltekraft Ihres Ankers verbessern?Musterantwort
- Mehr Trosse oder Kette stecken,
- Reitgewicht verwenden.
- 129
Sie wollen auf verkrautetem Grund ankern.
Ihnen steht ein Leichtgewichtsanker und ein Stockanker zur Verfügung.
Welchen benutzen Sie und warum?Musterantwort
Den Stockanker, weil er sich insbesondere auch aufgrund seines höheren Gewichtes besser eingräbt.
- 130
Wozu dient eine Ankerboje?
Musterantwort
- Sie zeigt die Lage des Ankers an.
- Mit der Trippleine kann das Bergen eines unklaren Ankers unterstützt werden.
- 131
Wie erkennen Sie, ob der Anker hält?
Musterantwort
- Vibration von Kette oder Trosse prüfen,
- Einrucken des Ankers prüfen,
- durch wiederholte Peilungen und ggf. Schätzungen des Abstands zu anderen Schiffen oder zu Landmarken,
- falls GPS vorhanden ist, die Ankeralarmfunktion einschalten.
- 132
Welche Ankerarten finden überwiegend auf Sportbooten Verwendung?
Nennen Sie 3.Musterantwort
- Patentanker,
- Stockanker (einklappbarer Stock),
- Draggen (klappbare Flunken),
- Pflugscharanker.
- 133
Nennen Sie 3 Ankertypen, die vom Germanischen Lloyd als Anker mit hoher Haltekraft anerkannt sind.
Musterantwort
Bruce-Anker, CQR-Anker, Danforth-Anker, D'Hone-Anker.
- 134
1. Welches sind die Vorteile einer Ankerkette gegenüber einer Ankerleine?
2. Wie kombiniert man auf Yachten häufig die Systeme?Musterantwort
- Die Kette unterstützt das Eingraben, verkleinert den Schwojeraum, wirkt ruckdämpfend, kann nicht an Steinen durchscheuern und erhöht die Haltekraft des Ankers.
- Es wird zwischen Anker und Leine ein Kettenvorlauf von 3 bis 5 m gefahren.
- 135
1. Warum soll eine Ankerleine nicht an den Anker geknotet werden?
2. Warum muss die Ankerkette mit einem Taustropp am Schiff bzw. im Kettenkasten befestigt werden?Musterantwort
- Knoten reduzieren die Bruchlast einer Leine um bis zu 50 %.
- Damit die Kette im Notfall schnell gekappt werden kann.
- 136
Sie wollen in einer Bucht ankern, in der das (ausreichend tiefe) Wasser unterschiedliche Färbungen zeigt.
Wo wählen Sie den Ankerplatz? (Begründung!)Musterantwort
Ich ankere auf hellem Wasser.
Begründung:
Der Grund ist hier sandig, der Anker hält gut. Dunkler Grund weist auf Bewuchs hin, wo der Anker schlecht hält. - 137
Warum darf der Anker nicht zusammen mit seiner Leine am Ankerplatz über Bord geworfen werden?
Musterantwort
Die Leine könnte mit dem Anker vertörnen und dadurch das Eingraben des Ankers verhindern. Der Anker würde dann nicht halten.
- 138
Beschreiben Sie die Vorbereitung eines Ankermanövers.
Musterantwort
- Auswählen eines geeigneten Ankerplatzes anhand der Seekarte bzw. des Seehandbuches (Meeresgrund/Wassertiefe geeignet?),
- Ermitteln der Wind- und/oder Stromrichtung und -stärke,
- Klarmachen des Ankergeschirrs und des Ankersignals,
- mit langsamster Fahrt - Kurs gegen Strom bzw. Wind - einen Ankerplatz ansteuern.
- 139
Beschreiben Sie wichtige Elemente eines Ankermanövers.
Musterantwort
- Geeigneten Ankerplatz festlegen/planen,
- Ansteuerung planen (in der Regel gegen Wind und/oder Strom),
- bei langsamer Fahrt rückwärts über Grund Anker fallen lassen,
- Kette/Leine in Abhängigkeit vom Wetter/Strom bis auf das 3- bzw. 5fache der Wassertiefe stecken,
- Ankerball/Ankerlicht setzen,
- Ankerposition feststellen, dokumentieren und ausreichend kontrollieren.