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SKS · WetterkundeAllgemeine Begriffe
13 amtliche Prüfungsfragen. Wind, Taupunkt und Luftfeuchte, Wetterbeobachtung an Bord, Beaufort und Einheiten, Gewitter, Orkanwarnung und wo es Wetterberichte gibt. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.
Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte
Worum es hier geht
Direkt zu den Fragen ↓Wetter an Bord beginnt mit einer Handvoll Begriffe und Maßeinheiten, und wer sie sicher beherrscht, hat die Grundlage, um Seewetterberichte zu verstehen. Der wichtigste davon ist der Wind: Er ist nichts anderes als bewegte Luft, angetrieben von den Druckunterschieden zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten. Linien gleichen Luftdrucks heißen Isobaren, gemessen wird der Druck in Hektopascal; die ältere Einheit Millibar ist zahlengleich und taucht vereinzelt noch auf.
Windstärke und Windgeschwindigkeit sind zwei verschiedene Angaben. Die Windstärke wird nach der Beaufortskala in Bft angegeben, einer Stufenskala, die bis Stärke 12 reicht und die sich auch schätzen lässt. Die Windgeschwindigkeit dagegen ist eine Messgröße in kn, m/s oder km/h. Einige Stufen haben Namen, die man kennen muss: Mäßiger Wind ist Stärke 4, Starkwind sind 6 und 7 . Orkanwarnungen werden nach dem Katalog ab Windstärke 10 ausgegeben, erfahrungsgemäß mit Böen über Bft 12. Auch die Windrichtung kennt zwei Auflösungen: Vorhersagen und Aussichten verwenden die 8-teilige Skala in 45°-Stufen, Stationsmeldungen die feinere 16-teilige in 22,5°-Stufen.
Die Luftfeuchtigkeit wird in der Schifffahrt als relative Feuchtigkeit in Prozent angegeben. Eng damit verbunden ist der Taupunkt: die Temperatur, auf die Luft abgekühlt werden muss, damit sie mit Feuchtigkeit gesättigt ist. Wird er erreicht, setzt Kondensation ein — Tau, Wolken und Nebel haben hier ihren gemeinsamen Ursprung. Eine eigene Wetterbeobachtung an Bord fasst all das zusammen: Windrichtung und Windstärke, Luftdruck, aktuelles Wetter, Bedeckungsgrad und Wolken, Seegang, Strom, Temperatur und gegebenenfalls Luftfeuchte.
Beim Gewitter werden aus Begriffen Gefahren. Es bringt Böen bis Orkanstärke, plötzliche Winddrehungen, Regen- oder Hagelschauer mit zum Teil starker Sichtminderung und Blitzschlag. Besonders starke Gewitter entstehen vor allem zum Ende einer hochsommerlichen Schönwetterperiode, im Zusammenhang mit Kaltfronten, die in die aufgeheizte Luft vorstoßen.
Wetterinformationen erreichen ein Schiff auf vielen Wegen: über Hörfunk, Küstenfunkstellen und Verkehrszentralen, über NAVTEX und SafetyNet, als Wetterfax oder Funkfernschreiben, über Online-Dienste, Telefonabruf oder eine Törnberatung. Sendezeiten und Frequenzen der Seewetterberichte stehen für Europa im „Handbuch Nautischer Funkdienst“ und im „Jachtfunkdienst“, für Europa und weltweit in der „Admiralty List of Radio Signals“.
- Wind
- Bewegte Luft, angetrieben vom Druckunterschied zwischen Hoch und Tief.
- Beaufortskala
- Windstärke in Bft: mäßig ist 4, Starkwind 6 und 7.
- Windrichtung
- Vorhersage 8-teilig in 45°-Stufen, Stationsmeldung 16-teilig in 22,5°-Stufen.
- Taupunkt
- Temperatur, bei der die Luft gesättigt ist und Kondensation einsetzt.
- Gewitter
- Böen bis Orkanstärke, plötzliche Winddrehungen, Sichtminderung, Blitzschlag.
Die typische Falle: Windstärke und Windgeschwindigkeit sind nicht dasselbe: Die Stärke ist eine Beaufortstufe, die Geschwindigkeit wird in kn, m/s oder km/h gemessen. Und Orkanwarnungen nennt der Katalog schon ab Bft 10 — erfahrungsgemäß mit Böen über Bft 12.
Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.
- 1
Was ist Wind und wie entsteht er?
Musterantwort
Wind ist bewegte Luft. Die Bewegung entsteht durch die Druckunterschiede zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten.
- 2
Was ist der Taupunkt?
Musterantwort
Der Taupunkt ist die Temperatur, auf die Luft abgekühlt werden muss, damit sie mit Feuchtigkeit gesättigt ist. Es setzt Kondensation (Taubildung) ein.
- 3
In welcher Größe wird in der Schifffahrt die Luftfeuchtigkeit allgemein angegeben?
Musterantwort
Relative Feuchtigkeit in Prozent.
- 4
Nennen Sie mindestens 6 Parameter, aus denen sich eine Wetterbeobachtung an Bord zusammensetzt.
Musterantwort
Windrichtung, Windstärke, Luftdruck, aktuelles Wetter, Bedeckungsgrad, Wolken, Seegang, Strom, Temperatur und ggf. Luftfeuchte.
ggf. = gegebenenfalls
- 5
1. In welcher Maßeinheit wird die Windstärke angegeben?
2. In welchen Maßeinheiten wird die Windgeschwindigkeit angegeben?Musterantwort
- Nach der Beaufortskala (Bft).
- In kn, m/s und km/h.
- 6
1. Wie heißen die Linien gleichen Luftdrucks?
2. In welcher Maßeinheit wird der Luftdruck angegeben?Musterantwort
- Isobaren.
- Hektopascal (hPa) oder vereinzelt auch noch Millibar (mb, teilweise auch mbar).
- 7
Welche Gefahren kann ein Gewitter mit sich bringen?
Musterantwort
- Böen bis Orkanstärke,
- plötzliche Winddrehungen,
- Regen- oder Hagelschauer mit zum Teil starker Sichtminderung,
- Blitzschlag.
- 8
Wann entstehen besonders starke Gewitter?
Musterantwort
Besonders zum Ende einer hochsommerlichen Schönwetterperiode im Zusammenhang mit Kaltfronten.
- 9
Welche Skala wird verwendet für die Angabe der Windrichtung in Seewetterberichten bei
1. den Vorhersagen und Aussichten,
2. den Stationsmeldungen?Musterantwort
- Die 8-teilige mit Auflösung in 45°-Stufen.
- Die 16-teilige mit Auflösung in 22,5°-Stufen.
- 10
Ab welcher Windstärke werden Orkanwarnungen ausgegeben?
Musterantwort
Ab Windstärke 10 Bft, erfahrungsgemäß mit Böen über Bft 12.
- 11
1. Welche Skala wird für die Schätzung der Windstärke verwendet?
2. Was verstehen Sie unter mäßigem Wind, was unter Starkwind?Musterantwort
- Die 12-teilige Beaufortskala.
- Mäßiger Wind bedeutet Stärke 4 der Beaufortskala, Starkwind 6 und 7 Beaufort.
- 12
Welche amtlichen Veröffentlichungen enthalten Sendezeiten und Frequenzen für Seewetterberichte
1. für Europa,
2. Europa und weltweit?Musterantwort
- Das "Handbuch Nautischer Funkdienst" und der "Jachtfunkdienst".
- Die "Admiralty List of Radio Signals".
- 13
Nennen Sie 6 Möglichkeiten, um Wetterinformationen an Bord zu erhalten.
Musterantwort
Hörfunksender (UKW, KW, MW, LW), Küstenfunkstellen, Verkehrszentralen, NAVTEX, SafetyNet (Satcom), Online-Dienste (z. B. SEEWIS-Online des Deutschen Wetterdienstes, T-Online), RTTY (Funkfernschreiben), Faskimile (Wetterfax), Faxpolling (z. B. SEEWIS-Fax des Deutschen Wetterdienstes), Telefonabruf, Törnberatung.
z. B. = zum Beispiel