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SKS · WetterkundeSeewetterberichte anwenden
16 amtliche Prüfungsfragen. Aufbau der Berichte, Schauer- und Gewitterböen, Starkwind- und Sturmwarnung, kennzeichnende Wellenhöhe, Stationsmeldungen und Seegebiete. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.
Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte
Worum es hier geht
Direkt zu den Fragen ↓Ein Seewetterbericht ist eine dicht gepackte Nachricht, und wer seine Formulierungen zu wörtlich nimmt, unterschätzt das Wetter. Gegliedert ist er in: Hinweise auf Starkwind oder Sturm, Wetterlage, Vorhersagen, Aussichten und am Ende die Stationsmeldungen. Starkwindwarnungen, international near-gale warning, gibt es bei erwarteten oder noch andauernden Windstärken zwischen 6 und 7 Bft, Sturmwarnungen, international gale warning, ab mindestens 8 Bft.
Eine Vorhersage wie „Nordwest 6“ beschreibt einen Mittelwert, keinen festen Zustand. Die Richtung kann bis zu 45° um die Hauptwindrichtung schwanken, also von Westnordwest bis Nordnordwest, und Böen liegen etwa 1 bis 2 Bft über dem Mittelwind. Der Zusatz „Schauerböen“ warnt vor mehr: In der Umgebung von Schauern, besonders während der Passage und auf der Rückseite von Kaltfronten, können Böen den Mittelwind um 2 Bft überschreiten. Gewitterböen werden eigens genannt, weil gerade im Sommer aus einer Schwachwindlage heraus Böen bis Sturm- oder Orkanstärke entstehen können. Die vorhergesagten Windgeschwindigkeiten gelten meistens für etwa 10 Meter über der Wasseroberfläche. Rechtdrehend bedeutet eine Änderung der Windrichtung im Uhrzeigersinn, rückdrehend eine gegen den Uhrzeigersinn, gemeint ist eine Drehung um mindestens 45°.
Auch der Seegang wird als Kennwert angegeben: als kennzeichnende oder charakteristische Wellenhöhe, die mittlere Höhe der gut ausgeprägten, nicht extremen Wellen — das Mittel des oberen Drittels. Einzelne Wellen können das 1,5fache davon erreichen. Für die Sicht gilt eine ebenso genaue Sprache: „diesig“ umfasst Sichtweiten über 1 km bis 10 km, rund 0,5 bis 6 Seemeilen.
Nur eingeschränkt abbilden kann ein Seewetterbericht lokale Effekte wie die Land-/Seewind-Zirkulation sowie Düsen- und Kapeffekte. Auch die Stationsmeldungen sind mit Vorsicht zu lesen: Die Umgebung der Station kann die Windrichtung verfälschen, und die Windgeschwindigkeit ist meist niedriger als auf See, in Einzelfällen auch höher. Wo das Seegebiet „Fischer“ liegt, steht im „Handbuch Nautischer Funkdienst“, im „Jachtfunkdienst für Nord- und Ostsee“ oder in der „Admiralty List of Radio Signals“. Mittlere Windverhältnisse eines fremden Reviers für eine Jahreszeit oder einen Monat finden sich in Hafen- und Revierführern oder in Monatskarten.
Eine Frage zielt auf einen Denkfehler: Wer raumschots segelt und nach der Tonne anluvt, sieht am Windmesser mehr scheinbaren Wind — die wahre Windgeschwindigkeit aber bleibt unverändert. Das Schiff ändert seinen Kurs, nicht das Wetter.
- Aufbau
- Hinweise, Wetterlage, Vorhersagen, Aussichten, Stationsmeldungen.
- Warnungen
- Starkwind bei 6 bis 7 Bft (near-gale), Sturm ab 8 Bft (gale).
- „Nordwest 6“
- Richtung schwankt bis 45°, Böen 1 bis 2 Bft über dem Mittelwind.
- Wellenhöhe
- Kennzeichnend ist das Mittel des oberen Drittels; einzelne Wellen bis zum 1,5fachen.
- Diesig
- Sichtweite über 1 km bis 10 km.
- Stationsmeldungen
- Richtung oft verfälscht, Geschwindigkeit meist geringer als auf See.
Die typische Falle: „Gale warning“ ist die Sturmwarnung ab 8 Bft, nicht die Starkwindwarnung — die heißt near-gale warning und gilt für 6 bis 7 Bft. Und ein angesagtes „Nordwest 6“ ist ein Mittelwert: Böen darüber gehören zur Vorhersage dazu.
Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.
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Im Internet finden Sie auf einer "Wetterseite" eine Vorhersagekarte mit Windpfeilen.
In welcher Höhe über dem Erdboden/der Wasseroberfläche gelten die vorhergesagten Windgeschwindigkeiten?Musterantwort
Meistens etwa 10 Meter über dem Erdboden/der Wasseroberfläche.
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Sie segeln mit Ihrer Yacht "raumschots".
Nach der nächsten Tonne müssen Sie anluven.
Wie wird sich die wahre Windgeschwindigkeit auf Ihrem Windmesser/Anemometer entwickeln?Musterantwort
Sie bleib unverändert.
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Welche Windsituation ist mit der Formulierung "Nordwest 6" bezüglich
1. der Schwankungsbreite in Windrichtung und
2. der Schwankungsbreite in der Windstärke (Böen) verbunden?Musterantwort
- Die Schwankung in der Windrichtung kann bis zu 45° um die Hauptwindrichtung betragen, also von Westnordwest (WNW) bis Nordnordwest (NNW).
- Es können Böen auftreten, die etwa 1 bis 2 Bft über dem Mittelwind liegen.
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Was ist mit dem Zusatz "Schauerböen" bei der Windvorhersage verbunden?
Musterantwort
Besonders während der Passage und auf der Rückseite von Kaltfronten treten in der näheren Umgebung von Schauern Böen auf, die den Mittelwind um 2 Bft überschreiten können.
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Warum werden Gewitterböen in der Windvorhersage zusätzlich angegeben?
Musterantwort
Besonders im Sommer können bei Schwachwindlagen Gewitter mit Böen auftreten, die Sturm- oder Orkanstärke erreichen können.
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Wie ist der Aufbau von Seewetterberichten?
Musterantwort
Hinweise auf Starkwind oder Sturm, Wetterlage, Vorhersagen, Aussichten und Stationsmeldungen.
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Welche lokalen Effekte, die das vorherrschende Windfeld stark verändern, können in Seewetterberichten nur eingeschränkt berücksichtigt werden?
Musterantwort
U. a. Land-/Seewind-Zirkulation, Düsen- und Kapeffekte.
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1. Wann werden Starkwindwarnungen verbreitet?
2. Welche Bezeichnung hat die Starkwindwarnung im internationalen Sprachgebrauch?Musterantwort
- Bei erwarteten oder noch andauernden Windstärken zwischen 6 und 7 Bft.
- Near-gale warning.
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1. Wann werden Sturmwarnungen verbreitet?
2. Welche Bezeichnung hat die Sturmwarnung im internationalen Sprachgebrauch?Musterantwort
- Bei zu erwartenden oder noch andauernden Windstärken von mindestens 8 Bft.
- Gale warning.
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Welche Wellenhöhe wird bei der Angabe des Seegangs in Seewetterberichten verwendet?
Musterantwort
Die kennzeichnende (charakteristische) Wellenhöhe.
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1. Wie ist die kennzeichnende (charakteristische) Wellenhöhe definiert?
2. Womit müssen Sie rechnen?Musterantwort
- Mittlere Höhe der gut ausgeprägten (Mittel des oberen Drittels) - nicht extremen - Wellen.
- Einzelne Wellen können das 1,5fache der kennzeichnenden Wellenhöhe erreichen.
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Was bedeutet rechtdrehender bzw. rückdrehender Wind?
Musterantwort
Rechtdrehend bedeutet Änderung der Windrichtung im Uhrzeigersinn. Rückdrehend bedeutet Änderung der Windrichtung gegen den Uhrzeigersinn um mindestens 45°.
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Sie hören am Ende eines Seewetterberichts die Stationsmeldungen.
Was sagen Windrichtung und Windgeschwindigkeit gegenüber den Verhältnissen auf See aus?Musterantwort
Durch die Umgebung der Wetterstation kann die Windrichtung verfälscht werden. Die Windgeschwindigkeit ist meist reduziert, in Einzelfällen auch erhöht.
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Welche Sichtweiten umfasst der Begriff "diesig"?
Musterantwort
Sichtweiten über 1 km bis 10 km (bzw. ca. 0,5 bis 6 Seemeilen).
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Seegebiete sind international festgelegt.
In welchen amtlichen Veröffentlichungen können Sie nachlesen, wo sich das Seegebiet "Fischer" befindet?Musterantwort
Im "Handbuch Nautischer Funkdienst", im "Jachtfunkdienst für Nord- und Ostsee" oder in der "Admiralty List of Radio Signals".
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Sie wollen einen Törn in einem für Sie fremden Küstenrevier fahren.
Wie können Sie sich über mittlere Windverhältnisse für bestimmte Jahreszeiten oder Monate informieren?Musterantwort
In den entsprechenden Hafen-, Revierführern. Außerdem z. B. in Monatskarten.