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SBF See · Spezifische Fragen

Gezeiten

7 amtliche Prüfungsfragen. Ebbe, Flut, Tidenhub, und wo die Zeiten stehen. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.

Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte

Worum es hier geht

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Sieben Fragen, und sechs davon sind Definitionen. Der Abschnitt lohnt sich trotzdem, weil die Begriffe leicht ineinanderrutschen — sie beschreiben nämlich abwechselnd einen Vorgang und einen Zeitpunkt.

Vorgänge sind Ebbe und Flut. Ebbe ist das Fallen des Wassers vom Hochwasser zum folgenden Niedrigwasser, Flut das Steigen vom Niedrigwasser zum folgenden Hochwasser. Beide bezeichnen also die Bewegung, nicht den Stand — „bei Ebbe“ heißt „während das Wasser fällt“, nicht „wenn es unten ist“.

Zeitpunkte sind Hoch- und Niedrigwasser. Niedrigwasser ist der Eintritt des niedrigsten Wasserstands beim Übergang vom Fallen zum Steigen, Hochwasser der Eintritt des höchsten beim Übergang vom Steigen zum Fallen. Das sind die Wendepunkte zwischen den beiden Vorgängen — und genau daran hängt die Unterscheidung, die in der Prüfung gefragt wird.

Zwei zusammengesetzte Begriffe schließen den Abschnitt ab. Eine ist der Zeitraum zwischen einem Niedrigwasser und dem nächstfolgenden — also ein voller Durchlauf aus Steigen und Fallen. Der ist kein Zeitraum, sondern eine Höhe: der Unterschied zwischen den Höhen des Hoch- und des Niedrigwassers. Wo beides für einen bestimmten Ort steht, ist eindeutig geregelt — in den Gezeitentafeln oder dem Gezeitenkalender des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie.

Ebbe und Flut
Vorgänge — das Fallen und das Steigen.
Hoch- und Niedrigwasser
Zeitpunkte — die Wendepunkte dazwischen.
Tide
Von einem Niedrigwasser zum nächsten.
Tidenhub
Höhenunterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser.

Die typische Falle: Eine Tide wird vom NIEDRIGwasser zum Niedrigwasser gemessen — nicht von Hochwasser zu Hochwasser.

Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.

  1. 249

    Was versteht man unter Ebbe?

    Das Fallen des Wassers vom Hochwasser zum folgenden Niedrigwasser.

    Ebbe ist eine Bewegung, kein Zeitpunkt und kein Zeitraum: das Fallen des Wassers vom Hochwasser bis zum nächsten Niedrigwasser. Ebbe und Flut beschreiben also, was das Wasser tut, während Hoch- und Niedrigwasser die Umkehrpunkte dazwischen sind.

    MerksatzEbbe und Flut sind Bewegungen, Hoch- und Niedrigwasser sind Punkte

    Typischer FehlerSie als Zeitraum zu fassen. Der Zeitraum vom Hochwasser zum Niedrigwasser heißt Ebbdauer. Der niedrigste Wasserstand ist das Niedrigwasser, und die Differenz zwischen Hoch und Niedrig ist der Tidenhub.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Den Zeitraum vom Hochwasser zum folgenden Niedrigwasser.
    • Der niedrigste Wasserstand einer Tide.
    • Die Differenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser.

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  2. 250

    Was versteht man unter Flut?

    Das Steigen des Wassers vom Niedrigwasser zum folgenden Hochwasser.

    Flut ist das Gegenstück zur Ebbe und ebenfalls eine Bewegung: das Steigen des Wassers vom Niedrigwasser bis zum nächsten Hochwasser. Umgangssprachlich meint Flut oft den hohen Wasserstand — in der Navigation nicht, und dieser Unterschied ist genau das, was hier geprüft wird.

    MerksatzFlut ist das Steigen, nicht der hohe Stand

    Typischer FehlerSie als Zeitraum oder als höchsten Wasserstand einer Tide zu verstehen — Letzteres ist das Hochwasser. Und die Differenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser ist der Tidenhub.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Den Zeitraum vom Niedrigwasser zum folgenden Hochwasser.
    • Der höchste Wasserstand einer Tide.
    • Die Differenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser.

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  3. 251

    Was versteht man unter einer Tide?

    Der Zeitraum zwischen einem Niedrigwasser und dem nächstfolgenden Niedrigwasser.

    Eine Tide ist ein vollständiger Durchgang, gemessen von einem Niedrigwasser bis zum nächsten. Sie enthält damit eine Flut und eine Ebbe und dauert etwa zwölf Stunden und fünfundzwanzig Minuten — deshalb verschieben sich die Zeiten von Tag zu Tag um knapp eine Stunde nach hinten.

    MerksatzEine Tide ist ein voller Durchgang, nicht eine halbe Bewegung

    Typischer FehlerNur eine Hälfte zu nehmen: von Hochwasser zu Niedrigwasser oder umgekehrt. Und von Hochwasser zu Hochwasser wäre zwar ebenfalls ein voller Durchgang, ist aber nicht die vereinbarte Zählweise.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Der Zeitraum zwischen einem Hochwasser und dem nächstfolgenden Niedrigwasser.
    • Der Zeitraum zwischen einem Hochwasser und dem nächstfolgenden Hochwasser.
    • Der Zeitraum zwischen einem Niedrigwasser und dem nächstfolgenden Hochwasser.

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  4. 252

    Was versteht man unter einem Niedrigwasser?

    Eintritt des niedrigsten Wasserstands beim Übergang vom Fallen zum Steigen.

    Niedrigwasser ist ein Zeitpunkt, nicht eine Phase: der Augenblick, in dem der Wasserstand am niedrigsten ist und die Bewegung vom Fallen ins Steigen umschlägt. Für die Praxis ist das der Bezugspunkt aller Gezeitenrechnung — Zeiten und Höhen in den Tafeln beziehen sich auf solche Umkehrpunkte.

    MerksatzNiedrigwasser ist der Wendepunkt, nicht das Fallen

    Typischer FehlerEs mit einer Bewegung zu verwechseln — das Fallen heißt Ebbe, das Steigen Flut. Und der Eintritt des höchsten Wasserstands beim Übergang vom Steigen zum Fallen ist das Hochwasser, also genau das Gegenteil.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Fallen des Wassers nach Eintritt des höchsten Wasserstands.
    • Eintritt des höchsten Wasserstands beim Übergang vom Steigen zum Fallen.
    • Steigen des Wassers nach Eintritt des niedrigsten Wasserstands.

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  5. 253

    Was versteht man unter einem Hochwasser?

    Eintritt des höchsten Wasserstands beim Übergang vom Steigen zum Fallen.

    Hochwasser ist ebenfalls ein Zeitpunkt: der Augenblick des höchsten Wasserstands, in dem die Bewegung vom Steigen ins Fallen wechselt. Danach beginnt die Ebbe. Wer eine Barre oder ein Wattfahrwasser passieren will, plant um diesen Punkt herum, denn dort ist die Wassertiefe am größten und die Strömung am geringsten.

    MerksatzAm Hochwasser steht das Wasser einen Moment still

    Typischer FehlerEs als Bewegung zu lesen — das Steigen ist die Flut, das Fallen die Ebbe. Und der Eintritt des niedrigsten Wasserstands beim Übergang vom Fallen zum Steigen ist das Niedrigwasser.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Steigen des Wassers nach Eintritt des niedrigsten Wasserstands.
    • Eintritt des niedrigsten Wasserstands beim Übergang vom Fallen zum Steigen.
    • Fallen des Wassers nach Eintritt des höchsten Wasserstands.

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  6. 254

    Was versteht man unter "Tidenhub"?

    Unterschied zwischen den Höhen des Hoch- und des Niedrigwassers.

    Der Tidenhub ist eine Höhe, kein Zeitraum: der Unterschied zwischen dem Stand bei Hochwasser und dem bei Niedrigwasser. Er sagt, wie viel Wasser über einer Untiefe zusätzlich steht und wie hoch eine Pier bei Niedrigwasser über dem Deck aufragt — beides Fragen, die man vor dem Anlegen beantwortet haben will.

    MerksatzDer Hub ist ein Höhenunterschied, keine Zeitspanne

    Typischer FehlerIhn als Zeitraum zu verstehen, etwa von einem Niedrigwasser zum nächsten — das ist die Tide. Und der Unterschied zweier aufeinanderfolgender Hochwasser ist die tägliche Ungleichheit, nicht der Hub.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Unterschied zwischen den Höhen zweier aufeinanderfolgender Hochwasser.
    • Der Zeitraum zwischen einem Niedrigwasser und dem nächstfolgenden Hochwasser.
    • Der Zeitraum zwischen einem Niedrigwasser und dem nächstfolgenden Niedrigwasser.

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  7. 255

    Wo sind für einen bestimmten Ort die Angaben über Hoch- und Niedrigwasserzeiten und den Tidenhub zu finden?

    In den Gezeitentafeln oder dem Gezeitenkalender des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie.

    Zeiten und Höhen von Hoch- und Niedrigwasser für einen bestimmten Ort stehen in den Gezeitentafeln oder im Gezeitenkalender des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie. Sie sind vorausberechnet, oft für Jahre im Voraus, weil die Gezeiten der Bewegung von Mond und Sonne folgen und damit rechenbar sind — anders als das Wetter, das den Stand dann noch verschiebt.

    MerksatzGezeiten kann man ausrechnen, Wetter nicht

    Typischer FehlerZum Gezeitenatlas zu greifen — der zeigt Stromkarten, also wohin das Wasser fließt, nicht wie hoch es steht. Eine Flutvorhersage und ein Mondphasenkalender beantworten die Frage nach Zeiten und Tidenhub ebenfalls nicht.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • In der Flutvorhersage des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie.
    • Im Gezeitenatlas des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie.
    • Im Mondphasenkalender der Bundesanstalt für Gewässerkunde.

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