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SBF See · Spezifische FragenWetterkunde
11 amtliche Prüfungsfragen. Beaufort, Isobaren, Starkwind- und Sturmwarnung. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.
Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte
Worum es hier geht
Direkt zu den Fragen ↓Elf Fragen, und sie hängen an zwei Größen: Luftdruck und Windstärke. Wer beide lesen kann, beantwortet den Abschnitt.
Der Luftdruck steht in Hektopascal, und in der Wetterkarte verbinden Isobaren die Orte gleichen Luftdrucks. Aus ihnen liest man nicht den Wind selbst, sondern seine Ursache: Je dichter sie liegen, desto steiler das Gefälle, desto mehr Wind. Ein Hochdruckgebiet und ein Tiefdruckgebiet auf der Nordhalbkugel unterscheiden sich in der Karte außerdem dadurch, dass das Tief Warm- und Kaltfront mitbringt und mit ihnen die warme und kalte Luftströmung. Und der wichtigste Satz des Abschnitts ist eine Zeitangabe ohne Zahl: Bei rasch fallendem Luftdruck ist mit Starkwind oder Sturm zu rechnen. Nicht der Wert zählt, sondern die Änderung.
Die Windstärke steht in — eine Skala von 0 bis 12, die die Stärke über ihre Auswirkungen auf die See beschreibt und nicht über eine Messung. Das ist ihr eigentlicher Nutzen an Bord: Man kann sie schätzen, ohne ein Gerät zu haben.
Die Warnschwellen sind der Teil, den man wirklich auswendig braucht. Eine Starkwindwarnung wird für Windstärke 6 und 7 herausgegeben, eine Sturmwarnung ab Windstärke 8. Die Begriffe der amtlichen Wetterberichte sitzen darum herum: „frischer Wind“ ist Windstärke 5 — also gerade noch unterhalb der Starkwindwarnung —, und „schwerer Sturm“, „orkanartiger Sturm“ und „Orkan“ sind die Windstärken 10, 11 und 12. Wer sich die Reihe 5, 6 – 7, 8, 10 – 11 – 12 einmal aufschreibt, hat vier Fragen erledigt.
- Isobaren
- Orte gleichen Luftdrucks, angegeben in Hektopascal.
- Rasch fallender Druck
- Starkwind oder Sturm.
- Beaufort
- 0 bis 12, beschrieben über die Auswirkungen auf die See.
- Starkwindwarnung
- Windstärke 6 und 7.
- Sturmwarnung
- Windstärke 8 und mehr.
Die typische Falle: „Frischer Wind“ klingt harmlos und ist Windstärke 5 — direkt unter der Schwelle, ab der gewarnt wird.
Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.
- 260
Was bedeutet folgendes Zeichen?

Wind aus Richtung Nordwest; Stärke: Bft. 3; wolkenlos.
Bft = Beaufort
Ein Windpfeil sagt immer, woher der Wind kommt, nicht wohin er weht — die Fiedern sitzen an dem Ende, aus dem er kommt, und jede Fieder zählt für die Stärke. Der Kreis am Fuß des Pfeils beschreibt die Bewölkung; ist er leer, ist es wolkenlos. Windrichtungen werden in der Seefahrt durchweg so angegeben.
Merksatz
Der Wind kommt aus der Richtung, in die der Pfeil zeigt
Typischer FehlerDie Richtung umzudrehen und den Wind in Richtung Nordwest wehen zu lassen. Und Stromangaben werden anders dargestellt und in Knoten gemessen — beim Strom gilt außerdem die umgekehrte Konvention: Er wird nach seiner Zielrichtung benannt.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Wind in Richtung Nordwest; Stärke: Bft. 3; wolkenlos.
- Strom aus Richtung Nordwest; Stärke: 3 Knoten; Tidegebiet.
- Strom in Richtung Nordwest; Stärke: 3 Knoten; Tidegebiet.
- 261
Welche Angaben liefert die Beaufort-Skala?
Windstärken von 0 bis 12 und die Auswirkungen auf die See.
Die Skala nach Beaufort reicht von null bis zwölf und beschreibt die Windstärke nicht über ein Messgerät, sondern über das, was der Wind anrichtet — an der See: Kräuselwellen, Schaumkämme, Gischtstreifen, weiße See. Genau deshalb ist sie an Bord brauchbar: Man kann sie ohne Instrument ablesen, indem man hinaussieht.
Merksatz
Beaufort misst nicht den Wind, sondern seine Wirkung auf die See
Typischer FehlerSie auf die Auswirkungen an der Küste zu beziehen — die Landfassung gibt es zwar, gefragt ist hier aber die See. Und mit Tidenhub oder einer reinen Wellenhöhentabelle bei Sturmstärke hat die Skala nichts zu tun.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Windstärken von 0 bis 12 und die Auswirkungen auf die Küste.
- Den Tidenhub an der Küste bei Vollmond und bei Neumond.
- Die Wellenhöhe und die Windgeschwindigkeit bei Sturmstärke.
- 262
Wie werden Orte gleichen Luftdrucks in der Wetterkarte dargestellt und in welcher Maßeinheit wird der Luftdruck angegeben?
Durch Isobaren und in Hektopascal.
Linien gleichen Luftdrucks heißen Isobaren, und der Druck wird in Hektopascal angegeben. Aus ihrem Verlauf liest man mehr als den Druck: Wo die Isobaren dicht beieinanderliegen, ist das Druckgefälle groß und der Wind entsprechend stark. Eine Wetterkarte zeigt damit den Wind, ohne ihn zu zeichnen.
Merksatz
Enge Isobaren heißen viel Wind
Typischer FehlerIsoklinen zu wählen — die verbinden Orte gleicher Neigung, etwa der Erdmagnetfeldlinien, und gehören nicht in die Wetterkarte. Und Millipascal oder Dezipascal sind um Größenordnungen zu klein.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Durch Isobaren und in Millipascal.
- Durch Isoklinen und in Hektopascal.
- Durch Isoklinen und in Dezipascal.
- 263
Womit muss bei rasch fallendem Luftdruck gerechnet werden?
Mit Starkwind oder Sturm.
Nicht der Stand des Luftdrucks ist die Warnung, sondern seine Änderung. Fällt er rasch, wird das Druckgefälle zur Umgebung steil, und genau dieses Gefälle treibt den Wind an — es ist zu erwarten mit Starkwind oder Sturm. Ein Barometer, das man zweimal am Tag abliest, sagt deshalb mehr als eines, auf das man einmal schaut.
Merksatz
Nicht wie hoch, sondern wie schnell er fällt
Typischer FehlerAuf eine allgemeine Wetterverschlechterung auszuweichen — richtig, aber zu unbestimmt; gefragt ist der Wind. Schwachwind, Windstille oder eine Wetterbesserung sind das Gegenteil dessen, was ein rascher Fall ankündigt.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Mit Schwachwind oder Windstille.
- Mit einer Wetterbesserung.
- Mit einer Wetterverschlechterung.
- 264
Was bedeuten die in der Wetterkarte abgebildeten Isobaren?
Orte gleichen Luftdrucks.
Isobaren verbinden Orte gleichen Luftdrucks, so wie Höhenlinien in einer Landkarte Orte gleicher Höhe verbinden. Und wie dort liest man aus dem Abstand die Steilheit: Liegen die Linien dicht, ist das Gefälle groß und der Wind stark. Der Wind weht dabei nahezu entlang der Isobaren, nicht quer über sie hinweg.
Merksatz
Isobaren sind die Höhenlinien des Luftdrucks
Typischer FehlerSie für Linien gleicher Windstärke zu halten — die Windstärke ergibt sich erst aus ihrem Abstand. Und mit Wolkenbildung oder Luftfeuchtigkeit haben sie unmittelbar nichts zu tun.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Orte gleicher Windstärke.
- Orte gleicher Wolkenbildung.
- Orte gleicher Luftfeuchtigkeit.
- 265
Was zeigt die folgende Abbildung?

Abbildung eines Hochdruckgebietes auf der Nordhalbkugel, Isobaren mit Angabe des Luftdrucks in hPa.
hPa = Hektopascal
Ein Hochdruckgebiet erkennt man an den nach innen steigenden Druckwerten der Isobaren. Auf welcher Halbkugel es liegt, verrät die Drehrichtung des Windes: Auf der Nordhalbkugel strömt die Luft aus einem Hoch im Uhrzeigersinn heraus, auf der Südhalbkugel dagegen entgegen dem Uhrzeigersinn. Eine Zugrichtung ist aus dieser Abbildung nicht abzulesen — dafür bräuchte es zwei Karten zu verschiedenen Zeiten.
Merksatz
Aus dem Hoch heraus, im Norden mit dem Uhrzeiger
Typischer FehlerDie Halbkugel zu vertauschen, weil man nur auf die Isobaren und nicht auf die Drehrichtung sieht. Und eine Zugrichtung hineinzulesen, ob nach Nordwest oder Südwest, fügt eine Angabe hinzu, die das Bild nicht enthält.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Abbildung eines Hochdruckgebietes auf der Südhalbkugel, Isobaren mit Angabe des Luftdrucks in hPa.
- Abbildung eines Hochdruckgebietes auf der Nordhalbkugel, Isobaren mit Angabe des Luftdrucks in hPa, Zugrichtung Nordwest.
- Abbildung eines Hochdruckgebietes auf der Südhalbkugel, Isobaren mit Angabe des Luftdrucks in hPa, Zugrichtung Südwest.
- 266
Was zeigt die folgende Abbildung?

Abbildung eines Tiefdruckgebietes auf der Nordhalbkugel mit Warm- und Kaltfront, Isobaren mit Angabe des Luftdrucks in hPa, warme und kalte Luftströmung.
Ein Tief auf der Nordhalbkugel dreht entgegen dem Uhrzeigersinn, und die Luft strömt hinein statt heraus. Die beiden Fronten stehen dabei in einer festen Reihenfolge: Die Warmfront läuft voraus, die Kaltfront folgt ihr nach und holt sie mit der Zeit ein. Zwischen beiden liegt der Warmsektor — die ruhige Phase, nach der es noch einmal ungemütlich wird.
Merksatz
Erst die Warmfront, dann der Warmsektor, dann die Kaltfront
Typischer FehlerDie Reihenfolge umzudrehen und die Kaltfront vor die Warmfront zu setzen. Und die Südhalbkugel scheidet aus, sobald man auf die Drehrichtung sieht — dort liefe alles andersherum.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Abbildung eines Tiefdruckgebietes auf der Südhalbkugel mit Kalt- und Warmfront, Isobaren mit Angabe des Luftdrucks in hPa, kalte und warme Luftströmung.
- Abbildung eines Tiefdruckgebietes auf der Nordhalbkugel mit Kaltfront vor der Warmfront, Angabe des Luftdrucks in hPa, Warmfront südlich, Kaltfront nördlich des Zentrums.
- Abbildung eines Tiefdruckgebietes auf der Südhalbkugel mit Warmfront vor der Kaltfront, Angabe des Luftdrucks in hPa, Darstellung des Kalt- und Warmluftstroms.
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Für welche Windstärken wird eine Starkwindwarnung herausgegeben?
Windstärke 6 und 7 der Beaufortskala.
Eine Starkwindwarnung gilt den Windstärken sechs und sieben. Das ist der Bereich, in dem ein Sportboot noch fahren kann, aber nichts mehr nebenbei geht: Die See ist kurz und steil, das Ankern wird unsicher, und ein Manöver, das eben noch gelang, misslingt. Ab acht spricht man von Sturm, und dann heißt die Warnung anders.
Merksatz
Sechs und sieben sind Starkwind, ab acht ist es Sturm
Typischer FehlerDie Grenze nach unten zu ziehen und schon bei Windstärke vier oder fünf zu warnen — dafür gibt es keine Warnung. Und sieben bis acht überschneidet die beiden Warnstufen und trifft damit keine von beiden.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Windstärke 5 und 6 der Beaufortskala.
- Windstärke 4 bis 5 der Beaufortskala.
- Windstärke 7 bis 8 der Beaufortskala.
- 268
Für welche Windstärken wird eine Sturmwarnung herausgegeben?
Windstärke 8 und mehr der Beaufortskala.
Eine Sturmwarnung wird ab Windstärke acht herausgegeben, nach oben offen — sie umfasst also auch alles darüber bis zum Orkan. Die Zahl acht ist die Grenze, an der die Warnung von Starkwind auf Sturm wechselt, und sie ist die wichtigere von beiden: Ab hier ist ein Sportboot auf offener See in einer Lage, aus der es nicht mehr ohne Weiteres herauskommt.
Merksatz
Ab acht heißt es Sturm, und darüber erst recht
Typischer FehlerBei Windstärke sechs oder sieben schon von Sturm zu sprechen — das ist der Starkwindbereich. Und erst ab neun zu warnen käme zu spät; die Warnung soll vor dem Sturm da sein.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Windstärke 6 und mehr der Beaufortskala.
- Windstärke 9 und mehr der Beaufortskala.
- Windstärke 7 und mehr der Beaufortskala.
- 269
Was ist in amtlichen Wetterberichten unter "frischem Wind" zu verstehen?
Windstärke 5 der Beaufortskala.
Frischer Wind ist Windstärke fünf. Die Bezeichnungen im Wetterbericht sind keine Umgangssprache, sondern feste Zuordnungen — frisch, stark, steif, stürmisch, Sturm und so weiter, jeweils genau eine Stufe. Wer sie kennt, braucht den Zahlenwert nicht abzuwarten.
Merksatz
Frisch ist fünf — jedes Wort steht für genau eine Stufe
Typischer FehlerUm eine Stufe danebenzugreifen. Windstärke vier heißt mäßiger, sechs starker und sieben steifer Wind — die Wörter klingen ähnlich beiläufig und bedeuten Verschiedenes.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Windstärke 4 der Beaufortskala.
- Windstärke 6 der Beaufortskala.
- Windstärke 7 der Beaufortskala.
- 270
Was ist in amtlichen Wetterberichten unter "schwerem Sturm", "orkanartigem Sturm" und "Orkan" zu verstehen?
Windstärken 10, 11 und 12 der Beaufortskala.
Die drei stärksten Stufen der Skala tragen die drei stärksten Namen: schwerer Sturm ist zehn, orkanartiger Sturm elf, Orkan zwölf. Zwölf ist zugleich das Ende der Skala — darüber gibt es nichts mehr, weil Beaufort mit dem Orkan schließt.
Merksatz
Zehn, elf, zwölf — und bei zwölf ist die Skala zu Ende
Typischer FehlerDie Zuordnung um eine Stufe zu verschieben, nach unten auf neun bis elf oder acht bis zehn. Und eine Windstärke dreizehn gibt es in dieser Skala nicht.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Windstärken 9, 10 und 11 der Beaufortskala.
- Windstärken 11, 12 und 13 der Beaufortskala.
- Windstärken 8, 9 und 10 der Beaufortskala.