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SBF See · Spezifische FragenSeekarte und Navigation
18 amtliche Prüfungsfragen. Seemeile, Knoten, Peilung, Standlinie, Koppelort — die Begriffe, die in der Navigationsaufgabe wieder auftauchen. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.
Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte
Worum es hier geht
Direkt zu den Fragen ↓Hier stehen die Begriffe, die in der Navigationsaufgabe wieder auftauchen — und der Abschnitt ist deshalb der einzige, den man zweimal braucht: einmal für die Theoriefragen und einmal, wenn auf der Seekarte gerechnet wird.
Zwei Längenmaße tragen alles Weitere. Eine ist die Länge einer Bogenminute auf einem größten Kreis der Erdkugel und misst 1.852 m; ein Knoten ist die in einer Stunde zurückgelegte Seemeile. Daraus folgt der praktische Handgriff, den viele nicht kennen: Die Seemeilen entnimmt man der Karte am rechten oder linken Rand — und zwar in Höhe des Standortes, weil der Maßstab in einer Mercatorkarte mit der Breite wächst. Wer oben abgreift und unten anlegt, misst falsch.
Ein Ort auf der Karte entsteht auf zwei Wegen. Der erste ist die : das Feststellen der Richtung eines bekannten feststehenden Objektes durch Winkelmessung. Trägt man die rechtweisende Peilung in die Karte ein, entsteht eine — man weiß dann noch nicht, wo man ist, aber worauf man liegt. Der zweite Weg ist der : der Schiffsort, der aus gesteuerten Kursen, zurückgelegten Distanzen und allen vorhersehbaren Einflüssen rechnerisch und zeichnerisch ermittelt wird.
Zu den vorhersehbaren Einflüssen gehören Strom und Wind. Beide werden gleich definiert — als Versetzung des Schiffes über Grund in Richtung und Distanz —, und beide wirken auf denselben Ort. Dazu kommt die Ablenkung des Magnetkompasses, die nicht geschätzt, sondern der für das betreffende Schiff aufgestellten entnommen wird. Der Kompass selbst muss so stehen, dass der Steuerstrich parallel zur Kiellinie verläuft, gut ablesbar ist und nicht in der Nähe von Eisenteilen sitzt.
Bleibt die Frage, woher das Wissen über das Revier kommt. Seekarten, Leuchtfeuerverzeichnis, Seehandbücher, Gezeitentafeln, der Funkdienst für die Klein- und Sportschifffahrt sowie die Nachrichten und Bekanntmachungen für Seefahrer sind die amtlichen nautischen Veröffentlichungen. Die Nachrichten und Bekanntmachungen enthalten alle Veränderungen an Betonnung, Befeuerung, Wracks und Untiefen — deshalb muss man sich vor Gebrauch einer Seekarte davon überzeugen, dass sie auf den neuesten Stand berichtigt ist. Tiefen stehen in deutschen Seekarten in Meter und Dezimeter, und was die Zeichen und Abkürzungen bedeuten, steht in der INT1 beziehungsweise Karte 1.
- Seemeile
- Bogenminute auf einem größten Kreis, 1.852 m.
- Knoten
- Seemeilen in einer Stunde.
- Wo abgreifen
- Am seitlichen Kartenrand, in Höhe des Standortes.
- Standlinie
- Peilung eines bekannten Objekts, rechtweisend eingetragen.
- Koppelort
- Aus Kursen, Distanzen und vorhersehbaren Einflüssen gerechnet.
Die typische Falle: Strom- und Windversetzung haben denselben Definitionstext. Wer beim Lernen einen Unterschied sucht, findet keinen.
Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.
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Welche amtlichen nautischen Veröffentlichungen geben Aufschluss über das Fahrtgebiet?
Seekarten, Leuchtfeuerverzeichnis, Seehandbücher, Gezeitentafeln oder -kalender, Funkdienst für die Klein- und Sportschifffahrt, Nachrichten für Seefahrer (NfS), Bekanntmachungen für Seefahrer (BfS).
Amtliche nautische Veröffentlichungen beschreiben das Fahrtgebiet: die Karten selbst, das Verzeichnis der Leuchtfeuer, die Seehandbücher mit den Beschreibungen von Küste und Häfen, die Gezeitentafeln, der Funkdienst für die Klein- und Sportschifffahrt und die beiden laufenden Meldedienste für Änderungen. Sie beschreiben, wie es dort aussieht — Verkehrsordnungen sagen dagegen, wie man sich zu verhalten hat.
Merksatz
Nautische Werke beschreiben das Revier, Verordnungen das Verhalten
Typischer FehlerRechtsvorschriften in die Liste zu nehmen: die Verordnung über die Sicherung der Seefahrt, die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung, die Bekanntmachungen der Generaldirektion oder schifffahrtspolizeiliche Anordnungen. Sie sind wichtig und gehören in eine andere Gruppe.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Seekarten, Verordnung über die Sicherung der Seefahrt, Seehandbücher, Gezeitentafeln oder -kalender, Funkdienst für die Klein- und Sportschifffahrt, Nachrichten für Seefahrer (NfS).
- Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung, Leuchtfeuerverzeichnis, Seehandbücher, Verordnung über die Sicherung der Seefahrt, Gezeitentafeln oder -kalender, Bekanntmachungen der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS).
- Schifffahrtspolizeiliche Anordnungen, Gezeitentafeln oder Funkdienst für die Klein- und Sportschifffahrt, Nachrichten für Seefahrer (NfS), Bekanntmachungen für Seefahrer (BfS).
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Welche Angaben enthalten die Nachrichten für Seefahrer (NfS) und die Bekanntmachungen für Seefahrer (BfS)?
Sie enthalten alle Veränderungen hinsichtlich Betonnung, Befeuerung, Wracks, Untiefen sowie andere die Schifffahrt betreffende Maßnahmen und Ereignisse.
Beide Dienste melden dasselbe: Veränderungen an Betonnung und Befeuerung, neue Wracks und Untiefen, dazu andere Maßnahmen und Ereignisse, die die Schifffahrt betreffen. Sie halten also die Karte aktuell, die im Augenblick des Drucks schon veraltet war. Die Nachrichten decken das ganze Gebiet ab, die Bekanntmachungen das jeweilige Revier.
Merksatz
Die Karte wird gedruckt, die Änderungen kommen laufend nach
Typischer FehlerIhnen Aufgaben zuzuschreiben, die sie nicht haben: Änderungen der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung, aktuelle Wasserstände oder meteorologische Hinweise. Wetter und Wasserstand kommen aus anderen Quellen und viel häufiger.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Sie enthalten alle Veränderungen hinsichtlich Betonnung, Befeuerung, Wracks, Untiefen sowie andere Änderungen der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung.
- Sie enthalten alle Veränderungen hinsichtlich Betonnung, Befeuerung, Wracks sowie die aktuellen Wasserstände.
- Sie enthalten alle Veränderungen hinsichtlich Betonnung, Befeuerung, Wracks, Untiefen sowie andere die Schifffahrt betreffende meteorologische Hinweise.
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Welchen Effekt können Wind und gegenläufiger Tidenstrom im Bereich von Seegaten haben?
Steile und aufbäumende Seen (Brecher).
Ein Seegat ist eine Rinne zwischen zwei Inseln, durch die der Tidenstrom mit hoher Geschwindigkeit läuft. Läuft er dem Wind entgegen, wird die Welle von unten gebremst und von oben getrieben: Sie wird kürzer, steiler und bäumt sich auf, bis sie bricht. Dieselbe Windstärke, die draußen erträglich ist, macht das Seegat dann unpassierbar.
Merksatz
Wind gegen Strom baut die Welle auf, nicht ab
Typischer FehlerAnzunehmen, der Strom werde durch den Wind verstärkt oder er glätte die Windsee. Das Gegenteil ist der Fall, und die Antwort, es habe keinen Effekt, ist die gefährlichste von allen.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Der Tidenstrom wird durch den Wind verstärkt.
- Keinen.
- Der Tidenstrom glättet die Windsee.
- 234
Wo findet man Angaben über Küsten-, Häfen- und Naturverhältnisse?
In den See- und Hafenhandbüchern.
INT = Norm der International Hydrographic Organisation für die Gestaltung von Seekarten
Was eine Karte nicht darstellen kann, steht in den See- und Hafenhandbüchern: wie eine Küste aussieht, welche Marken von See her auffallen, wie ein Hafen anzulaufen ist, wo Strömungen kritisch sind, welche Liegemöglichkeiten es gibt. Es ist der beschreibende Teil der nautischen Werke, während die Karte den messenden bildet.
Merksatz
Die Karte zeigt, das Handbuch beschreibt
Typischer FehlerNach diesen Angaben in den laufenden Meldediensten zu suchen — Bekanntmachungen und Nachrichten für Seefahrer melden Änderungen, sie beschreiben keine Küsten. Der Revierfunkdienst gibt aktuelle Lagen, und das Zeichenverzeichnis erklärt Kartensymbole.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- In den Bekanntmachungen und Nachrichten für Seefahrer.
- Im Nautischen Revierfunkdienst.
- In der Seekarte INT1.
- 235
Wovon sollte man sich vor Gebrauch einer Seekarte überzeugen?
Dass die Karte auf den neuesten Stand berichtigt ist.
Eine Seekarte ist ab dem Tag des Drucks veraltet: Tonnen werden verlegt, Feuer geändert, Untiefen neu vermessen, Wracks kommen dazu. Vor dem Gebrauch ist deshalb zu prüfen, ob sie auf dem neuesten Stand berichtigt wurde — nachgetragen aus den laufenden Meldediensten. Eine unberichtigte Karte ist nicht ein bisschen ungenau; sie kann an einer einzigen Stelle falsch sein.
Merksatz
Eine Karte ist so gut wie ihre letzte Berichtigung
Typischer FehlerAuf Äußerlichkeiten zu achten: die Nummerierung im Katalog, den Bezugshorizont oder die Ausrichtung nach Norden. Alle drei stimmen auch bei einer zwanzig Jahre alten Karte.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Dass die Nummerierung mit dem Katalog übereinstimmt.
- Dass die Seekarte auf mittleres Tidehochwasser bezogen ist.
- Dass die obere Kante in Nordrichtung weist.
- 236
In welchen Maßeinheiten werden in deutschen Seekarten die Tiefen angegeben?
In Meter und Dezimeter.
Deutsche Seekarten geben Tiefen in Meter und Dezimeter an — die kleine hochgestellte Ziffer neben der Zahl ist der Dezimeter, nicht etwa ein Zentimeterwert. Diese Genauigkeit reicht, denn der Tidenhub bewegt sich in ganz anderen Größenordnungen als ein Zehntelmeter.
Merksatz
Meter groß, Dezimeter klein daneben
Typischer FehlerDie kleine Ziffer als Zentimeter zu lesen. Fuß und Inch stehen in britischen und amerikanischen Karten, und eine Angabe in Dezimeter und Zentimeter gäbe es nirgends.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- In Meter und Zentimeter.
- In Fuß und Inch.
- In Dezimeter und Zentimeter.
- 237
Wo findet man Bedeutungen und Erläuterungen zu Zeichen, Abkürzungen und Begriffen in deutschen Seekarten?
In der INT1/Karte 1.
Eine Seekarte ist voller Zeichen, Abkürzungen und Signaturen, die nirgends auf der Karte selbst erklärt werden — dafür wäre kein Platz. Erklärt sind sie in einem eigenen Werk, dem Zeichenverzeichnis. Es ist das Wörterbuch zur Karte, und ohne es bleiben Kennungen, Grundarten und Symbole unlesbar.
Merksatz
Die Karte spricht eine Sprache, das Verzeichnis übersetzt sie
Typischer FehlerDie Erklärungen in den Seehandbüchern oder den Leuchtfeuerverzeichnissen zu suchen — beide enthalten Inhalte, keine Zeichenerklärungen. Und unten links auf der Karte steht die Legende zur Ausgabe, nicht das Verzeichnis der Symbole.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- In den Seehandbüchern.
- In den Leuchtfeuerverzeichnissen.
- In allen Seekarten unten links.
- 238
Wo findet man die für die Navigation wichtigen Beschreibungen der Schifffahrtszeichen, Angaben über deren Befeuerung und Angaben über Signalstellen?
Leuchtfeuerverzeichnis, Seehandbuch, Seekarten.
Drei Werke zusammen: Das Leuchtfeuerverzeichnis führt jedes Feuer mit Kennung, Höhe und Tragweite auf; das Seehandbuch beschreibt, wie die Zeichen im Zusammenhang des Reviers zu gebrauchen sind; und die Seekarte zeigt, wo sie stehen. Keines der drei reicht allein — das Verzeichnis hat keine Lage, die Karte keine Einzelheiten.
Merksatz
Verzeichnis für die Angaben, Karte für den Ort, Handbuch für den Zusammenhang
Typischer FehlerStatt der Seekarte etwas anderes einzusetzen: ein Handbuch für Brücke und Kartenhaus, die Kollisionsverhütungsregeln oder einen Gezeitenatlas. Alle drei sind nützlich und keines zeigt, wo ein Schifffahrtszeichen steht.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Leuchtfeuerverzeichnis, Seehandbuch, Handbuch für Brücke und Kartenhaus.
- Leuchtfeuerverzeichnis, Seehandbuch, Kollisionsverhütungsregeln.
- Leuchtfeuerverzeichnis, Seehandbuch, Gezeitenatlas.
- 239
Wo entnimmt man in der Seekarte die Seemeilen?
Am rechten oder linken Kartenrand in Höhe des Standortes.
Die Seemeile ist eine Bogenminute Breite, und die Breite ist am rechten und linken Kartenrand aufgetragen. Abgegriffen wird immer in Höhe des eigenen Standorts, denn in der gebräuchlichen Kartenprojektion werden die Breitengrade nach Norden hin auseinandergezogen — eine Meile am oberen Kartenrand ist auf dem Papier länger als eine am unteren.
Merksatz
Seitlich abgreifen, und zwar auf der eigenen Höhe
Typischer FehlerAm oberen oder unteren Kartenrand zu messen — dort steht die Länge, und Längenminuten sind nur am Äquator eine Seemeile. Die Kompassrose gibt Richtungen, keine Entfernungen.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Am oberen oder unteren Kartenrand in Höhe des Standortes.
- An der in der Seekarte abgebildeten Kompassrose.
- Aus der in der Seekarte abgebildeten Entfernungstabelle.
- 240
Was versteht man unter einer Seemeile und wie lang ist eine Seemeile (in Metern)?
Die Länge einer Bogenminute auf einem größten Kreis der Erdkugel, 1.852 m.
Eine Seemeile misst eine Bogenminute, gemessen auf einem der größten Kreise der Erdkugel — das ergibt rund 1852 Meter. Der größte Kreis ist der entscheidende Teil: Meridiane und der Äquator sind solche Kreise, ein Breitenparallel dagegen nicht. Der wird nach Norden hin immer kleiner, und mit ihm seine Bogenminute.
Merksatz
Eine Bogenminute auf dem größten Kreis, rund 1852 Meter
Typischer FehlerSie auf einem Breitenparallel zu messen, wo eine Bogenminute je nach Breite unterschiedlich lang wäre. Und die Zahlenwerte in Kilometern liegen um den Faktor zehn daneben; eine Seemeile ist knapp zwei Kilometer, nicht achtzehn.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Die Länge einer Bogenminute auf einem Breitenparallel, 1.652 m.
- Die Länge einer Bogenminute auf dem Nullmeridian, 18,52 km.
- Sie entspricht der in einer Stunde zurückgelegten Distanz in Meter, 16,52 km.
- 241
Was versteht man unter dem Geschwindigkeitsbegriff "Knoten"?
Das sind die in einer Stunde zurückgelegten Seemeilen.
Ein Knoten ist eine Seemeile in der Stunde — die Einheit enthält die Zeit also schon. Deshalb sagt man nicht Knoten pro Stunde; das wäre so sinnvoll wie Kilometer pro Stunde pro Stunde. Der Name kommt vom Logscheit, dessen Leine in gleichen Abständen Knoten trug, die man beim Ablaufen zählte.
Merksatz
Ein Knoten ist schon eine Geschwindigkeit, nicht eine Strecke
Typischer FehlerKilometer statt Seemeilen einzusetzen, oder die Zeitspanne zu dehnen — auf einen Tag oder von Mittag zu Mittag. Die Bezugszeit ist die Stunde, und daran ändert auch die Etmalsrechnung nichts.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Das sind die in einer Stunde zurückgelegten Kilometer.
- Das sind die an einem Tag zurückgelegten Seemeilen.
- Das sind die von Mittag bis Mittag zurückgelegten Seemeilen.
- 242
Woraus entnimmt man die Magnetkompassablenkung?
Aus der für das betreffende Schiff aufgestellten Deviationstabelle.
Die Ablenkung entsteht durch das Eisen und die Elektrik des eigenen Schiffes und ist deshalb bei jedem Fahrzeug anders — und sogar bei demselben Fahrzeug je nach anliegendem Kurs. Sie lässt sich nur messen, nicht nachschlagen, und das Ergebnis steht in der Deviationstabelle, die für dieses eine Schiff aufgestellt wurde.
Merksatz
Die Ablenkung gehört dem Schiff, nicht dem Ort
Typischer FehlerSie aus der Kompassrose der Seekarte zu nehmen — dort steht die Missweisung, die vom Ort abhängt und nicht vom Boot. Ein Handbuch oder das Betriebshandbuch des Herstellers kann sie ebenso wenig kennen.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Aus dem Nautischen Handbuch für Kompassfehlweisung.
- Aus dem Betriebshandbuch des Kompassherstellers.
- Aus der Kompassrose der aktuellen Seekarte.
- 243
Was versteht man in der terrestrischen Navigation unter einer Peilung?
Das Feststellen der Richtung eines bekannten feststehenden Objektes durch Winkelmessung.
Peilen heißt, die Richtung zu einem bekannten, feststehenden Objekt zu messen — ein Leuchtturm, eine Kirchturmspitze, eine Tonne. Gemessen wird ein Winkel, mehr nicht: Über die Entfernung sagt eine Peilung nichts. Beides zusammen ergäbe schon den Standort, deshalb braucht man zwei Peilungen oder eine Peilung und eine Distanz.
Merksatz
Eine Peilung liefert eine Richtung, keine Entfernung
Typischer FehlerSie mit einer Entfernungsmessung zu verwechseln. Und die Abweichung zwischen Steuer- und Peilkompass festzustellen ist eine Kontrolle der Geräte, keine Peilung; der Koppelort wiederum wird gerechnet und nicht gemessen.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Das Feststellen der Abweichung des Steuerkompasses vom Peilkompass.
- Das Feststellen des Koppelortes durch Winkelmessung.
- Das Feststellen der Entfernung zu einem bekannten feststehenden Objekt.
- 244
Wie erhält man eine Standlinie?
Durch die Peilung eines bekannten feststehenden Objektes und Eintragung der rechtweisenden Peilung in die Seekarte.
Eine Standlinie ist eine Linie, auf der man sich befindet — irgendwo darauf, aber sicher darauf. Sie entsteht, indem man ein bekanntes feststehendes Objekt peilt und die Peilung in die Karte einträgt. Vorher muss sie rechtweisend gemacht werden, also um Missweisung und Ablenkung berichtigt: Eine unberichtigte Peilung liefert eine Linie, die um mehrere Grad danebenliegt.
Merksatz
Erst rechtweisend rechnen, dann in die Karte zeichnen
Typischer FehlerDie Peilung ohne Berücksichtigung der Fehlweisung einzutragen. Und den rechtweisenden Kurs einzuzeichnen ergibt keine Standlinie, sondern die Kurslinie; ein anderes Fahrzeug zu peilen ist ohnehin sinnlos, weil es sich bewegt.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Durch Eintragen des rechtweisenden Kurses in die Seekarte.
- Durch mehrmaliges Peilen eines anderen Fahrzeugs.
- Durch Eintragung der Peilung in die Seekarte ohne Berücksichtigung der Fehlweisung.
- 245
Was versteht man unter Stromversetzung?
Die Versetzung des Schiffes über Grund in Richtung und Distanz.
Der Strom bewegt das Wasser, in dem das Schiff schwimmt, und trägt es dabei mit. Wohin man am Ende wirklich gekommen ist, misst sich deshalb nicht am Wasser, sondern am Grund: Die Stromversetzung ist die Versetzung des Schiffes über Grund, nach Richtung und Distanz. Das Schiff selbst merkt davon nichts — an Bord bleibt alles ruhig, während die Küste seitlich abwandert.
Merksatz
Der Strom verschiebt das ganze Wasser, samt Schiff darin
Typischer FehlerSie auf die Bewegung durch das Wasser zu beziehen — genau die ändert der Strom nicht. Und die Richtung und Stärke der Meeresströmung ist die Ursache, nicht die Versetzung selbst; mit dem Magnetkompasskurs hat sie nichts zu tun.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Die Versetzung des Schiffes vom Magnetkompasskurs.
- Die Versetzung des Schiffes durch das Wasser in Richtung und Distanz.
- Die Richtung und Stärke der Meeresströmung.
- 246
Was versteht man unter Windversetzung?
Die Versetzung des Schiffes über Grund in Richtung und Distanz.
Der Wind greift an allem an, was über Wasser steht — Aufbauten, Masten, Rigg — und drückt das Schiff seitlich weg. Das Ergebnis wird genauso gemessen wie beim Strom: als Versetzung über Grund, nach Richtung und Distanz. Anders als beim Strom ist die Ursache hier über Wasser und deshalb sichtbar, das Ergebnis aber dasselbe.
Merksatz
Der Wind schiebt am Aufbau, gerechnet wird über Grund
Typischer FehlerSie auf die Bewegung durch das Wasser zu beziehen. Und Richtung und Stärke des Windes samt Windsee zu nennen beschreibt die Ursache; gefragt ist, was daraus für den Weg des Schiffes folgt.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Die Versetzung des Schiffes vom Magnetkompasskurs.
- Die Versetzung des Schiffes durch das Wasser in Richtung und Distanz.
- Die Richtung und Stärke des Windes und der Windsee.
- 247
Was versteht man unter einem Koppelort?
Schiffsort, der unter Berücksichtigung der gesteuerten Kurse und zurückgelegten Distanzen und aller vorhersehbaren Einflüsse rechnerisch und zeichnerisch ermittelt wird.
Ein Koppelort ist gerechnet, nicht gemessen. Man geht vom letzten sicheren Ort aus und trägt an, was seither passiert ist: die gesteuerten Kurse, die zurückgelegten Distanzen und alle vorhersehbaren Einflüsse wie Strom und Wind. Das Ergebnis ist ein Ort auf dem Papier — brauchbar, solange nichts Unvorhergesehenes dazwischenkam, und deshalb bei erster Gelegenheit durch eine Peilung zu prüfen.
Merksatz
Der Koppelort ist gerechnet, der Standort gemessen
Typischer FehlerIhn mit einem gepeilten Ort zu verwechseln. Zwei Peilungen, die sich in der Karte schneiden, ergeben einen Standort und keinen Koppelort — und eine Mischung aus Rechnung und mehreren Peilungen gibt es als Begriff nicht.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Schiffsort, der ermittelt wird durch Peilung zweier feststehender und bekannter Objekte, die in einem möglichst rechten Winkel (90 Grad) zueinander stehen.
- Schiffsort, der durch Eintragung der rechtweisenden Peilungen zweier feststehender und bekannter Objekte als Standlinien in die Seekarte ermittelt wird; ihr Schnittpunkt ist der Standort.
- Schiffsort, der unter Berücksichtigung der gesteuerten Kurse und zurückgelegten Distanzen infolge mehrerer Peilungen ermittelt wird.
- 248
Was ist bei der Aufstellung eines Magnetkompasses an Bord zu beachten?
Der Steuerstrich muss parallel zur Kiellinie verlaufen. Der Kompass muss gut ablesbar sein und darf nicht in der Nähe von Eisenteilen aufgestellt werden.
Zwei Dinge müssen stimmen. Der Steuerstrich — die feste Marke, gegen die abgelesen wird — muss parallel zur Kiellinie stehen, sonst zeigt der Kompass dauerhaft einen falschen Kurs an, ohne dass es auffiele. Und Eisenteile in der Nähe lenken die Nadel ab, wodurch der Fehler mit jedem Kurs anders ausfällt. Dass man ihn gut ablesen kann, versteht sich.
Merksatz
Der Steuerstrich zeigt nach vorn, kein Eisen daneben
Typischer FehlerZu verlangen, dass der Kompass selbst parallel zur Kiellinie verläuft — die Rose dreht sich frei, ausgerichtet wird der Steuerstrich. Und gut ablesbare Zahlen sind etwas anderes als ein gut ablesbarer Kompass; auf die Einbaulage kommt es an.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Der Kompass muss parallel zur Kiellinie verlaufen. Der Kompass muss gut ablesbar sein und darf nicht in der Nähe von Eisenteilen aufgestellt werden.
- Der Steuerstrich muss parallel zur Kiellinie verlaufen. Der Kompass muss gut ablesbare Zahlen aufweisen und darf nicht in der Nähe von Eisenteilen aufgestellt werden.
- Der Kompass muss parallel zur Kiellinie verlaufen. Der Kompass muss gut ablesbare Zahlen aufweisen und darf nicht in der Nähe von Eisenteilen aufgestellt werden.