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SBF See · Spezifische FragenNaturschutz und Umwelt
10 amtliche Prüfungsfragen. Seehundbänke, Befahrensregelungen, die Zehn Goldenen Regeln. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.
Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte
Worum es hier geht
Direkt zu den Fragen ↓Zehn Fragen, und sie beantworten drei Dinge: wo Naturschutzgebiete liegen, was dort gilt, und was man selbst nicht hinterlässt.
Wo sie liegen, steht in den Seekarten und Sportschifffahrtskarten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie — dort finden sich sowohl die Grenzen der Naturschutzgebiete auf See als auch auszugsweise Hinweise zu den Befahrensmöglichkeiten in Küstengewässern. Das ist keine Nebeninformation, sondern die Antwort auf zwei Prüfungsfragen mit fast gleichem Wortlaut.
Was dort gilt, sagen die örtlichen Befahrensregelungen, und sie können vier Dinge anordnen: Befahrensverbote, Befahrensbeschränkungen, Geschwindigkeitsbeschränkungen und besondere Regeln für Wasserski, Wassermotorräder und Segelsurfen. In einer ausgewiesenen Erlaubniszone können bestimmte Wassersportgeräte zugelassen werden, und die Schnellfahrkorridore der Nordsee-Befahrens-Verordnung sind ausgewiesene Wasserflächen für den gewerblichen Verkehr — nicht für Sportboote, die es eilig haben. Soweit die Verordnung nichts anderes bestimmt, darf ein Maschinenfahrzeug in Nationalparken im Bereich der Nordsee höchstens 12 Knoten über Grund fahren.
Der praktische Teil betrifft Tiere und Abfall. Seehundbänke im Bereich der Watten läuft man nicht an, damit die Tiere nicht gestört oder vertrieben werden; die zehn goldenen Regeln nennen dafür einen Mindestabstand von 300 m bis 500 m zu Liegeplätzen von Seehunden und zu Vogelansammlungen. Und zur Reinhaltung der Gewässer gehört, sämtliche Abfälle einschließlich Öle und Betriebsstoffe an Bord in geeigneten Behältern zu sammeln und an Land vorschriftsmäßig zu entsorgen — nicht „möglichst wenig ins Wasser“, sondern nichts.
- Wo steht es
- Seekarten und Sportschifffahrtskarten des BSH.
- Abstand zu Seehunden
- 300 m bis 500 m nach den zehn goldenen Regeln.
- Nationalpark Nordsee
- Höchstens 12 Knoten über Grund, soweit nichts anderes bestimmt ist.
- Abfall
- Alles sammeln und an Land entsorgen — auch Öle und Betriebsstoffe.
Die typische Falle: Zwei Fragen klingen fast gleich und haben dieselbe Antwort: Grenzen UND Befahrenshinweise stehen in denselben Karten.
Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.
- 216
Wo findet man die Grenzen der Naturschutzgebiete auf See?
In Seekarten und Sportschifffahrtskarten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie.
Naturschutzgebiete auf See haben Grenzen, die man auf dem Wasser nicht sehen kann — es gibt dort keine Zäune und selten Tonnen. Eingetragen sind sie deshalb dort, wo man ohnehin nachschaut: in den Karten, die das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie für die Seeschifffahrt und für den Sport herausgibt. Wer die Grenze wissen will, nimmt sie vor der Fahrt aus der Karte.
Merksatz
Grenzen stehen in der Karte, nicht im Wasser
Typischer FehlerSie im Bundesnaturschutzgesetz zu suchen. Das Gesetz begründet den Schutz, es zeichnet keine Karten. Und die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung wie die Kollisionsverhütungsregeln ordnen den Verkehr, nicht den Naturschutz.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Im Bundesnaturschutzgesetz.
- In der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung.
- In den Kollisionsverhütungsregeln.
- 217
Wo findet man auszugsweise Hinweise zu Befahrensmöglichkeiten der Naturschutzgebiete in Küstengewässern?
In Seekarten und Sportschifffahrtskarten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie.
Nicht nur die Grenzen stehen in denselben Karten, sondern auszugsweise auch, ob und wie ein Gebiet befahren werden darf. Auszugsweise ist dabei das entscheidende Wort: Die Karte gibt einen Hinweis, die vollständige Regelung steht in der jeweiligen Befahrensverordnung. Für die Planung an Bord reicht der Hinweis meist — für den Grenzfall nicht.
Merksatz
Die Karte gibt den Hinweis, die Verordnung den Wortlaut
Typischer FehlerAuf ein Gesetz oder eine Verkehrsordnung auszuweichen. Weder das Bundesnaturschutzgesetz noch die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung oder die Kollisionsverhütungsregeln enthalten diese Hinweise in einer Form, die sich an Bord gebrauchen ließe.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Im Bundesnaturschutzgesetz.
- In der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung.
- In den Kollisionsverhütungsregeln.
- 218
Weshalb sollte das Anlaufen von Seehundbänken im Bereich der Watten vermieden werden?
Die Tiere sollen nicht gestört oder vertrieben werden.
Seehunde liegen auf den Bänken, um zu ruhen, sich zu häuten und ihre Jungen zu säugen. Nähert sich ein Boot, flüchten sie ins Wasser — und ein Jungtier, das dabei von der Mutter getrennt wird, überlebt das oft nicht. Der Grund für den Abstand ist also der Schaden, den man anrichtet, nicht die Gefahr, in die man selbst gerät.
Merksatz
Nicht meine Sicherheit ist das Thema, sondern ihre Ruhe
Typischer FehlerDie Frage auf sich selbst zu beziehen und an Untiefen oder fehlende Tiefenangaben im Kartenwerk zu denken. Und gesperrte Wasserflächen sind Seehundbänke nicht durchweg — das Fernbleiben ist eine Frage des Anstands und der Schutzregeln, nicht immer eines Verbots.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Im Bereich von Seehundbänken ist mit Untiefen zu rechnen.
- Tiefenangaben zu Seehundbänken sind im Kartenwerk nicht verzeichnet.
- Seehundbänke sind gesperrte Wasserflächen.
- 219
Welcher Abstand sollte gemäß den "10 Goldenen Regeln" für das Verhalten von Wassersportlern mindestens zu Liegeplätzen von Seehunden und zu Vogelansammlungen eingehalten werden?
300 m bis 500 m.
m = Meter
Empfohlen werden dreihundert bis fünfhundert Meter zu Liegeplätzen von Seehunden und zu Vogelansammlungen. Der Abstand klingt groß und ist es nicht: Ein Vogelschwarm hebt bereits ab, lange bevor ein Mensch meint, nah zu sein, und jeder Auffliegevorgang kostet Energie, die im Winter fehlt.
Merksatz
Drei- bis fünfhundert Meter — mehr, als es sich anfühlt
Typischer FehlerZu knapp zu schätzen. Hundertfünfzig bis zweihundert, hundert bis dreihundert und zweihundert bis dreihundert Meter stehen zur Auswahl und liegen alle unter dem Empfohlenen — in dieser Richtung irrt man fast immer.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- 150 m bis 200 m.
- 100 m bis 300 m.
- 200 m bis 300 m.
- 225
Wie hat man sich beim Befahren von Naturschutzgebieten und Nationalparken zu verhalten?
Befahrensregelungen beachten.
Verlangt ist genau eines: die Befahrensregelungen beachten. Sie stehen in der jeweiligen Verordnung und auszugsweise in der Seekarte, und sie sind vollständig — was dort nicht verlangt wird, ist auch nicht verlangt. Eine Anmelde- oder Meldepflicht gehört nicht dazu, und das ist der ganze Inhalt dieser Frage.
Merksatz
Regelungen beachten, sonst nichts
Typischer FehlerEine zusätzliche Pflicht zu erfinden: sich bei der Nationalparkverwaltung anzumelden, Wasserschutzpolizei und Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt zu informieren oder Festlegungen der Ordnungsämter zu beachten. Alle drei klingen behördlich richtig und stehen nirgends.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Befahrensregelungen beachten und sich bei der Nationalparkverwaltung anmelden.
- Befahrensregelungen beachten sowie Wasserschutzpolizei und Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt informieren.
- Befahrensregelungen sowie Festlegungen der Ordnungsämter beachten.
- 226
Welche Sondervorschriften enthalten die örtlichen Befahrensregelungen in den Naturschutzgebieten und Nationalparks?
Befahrensverbote, Befahrensbeschränkungen, Geschwindigkeitsbeschränkungen, besondere Regelungen für das Wasserskilaufen, das Fahren mit Wassermotorrädern und das Segelsurfen.
Die örtlichen Regelungen greifen an vier Stellen an: Sie verbieten das Befahren ganz, sie beschränken es auf bestimmte Zeiten oder Wege, sie begrenzen die Geschwindigkeit, und sie regeln die schnellen Sportarten gesondert — Wasserski, Wassermotorrad, Segelsurfen. Das sind genau die Punkte, an denen ein Boot einem Schutzgebiet zusetzt.
Merksatz
Verbieten, beschränken, verlangsamen, und die Schnellen extra
Typischer FehlerMindestgeschwindigkeiten zu vermuten statt Beschränkungen — das Gegenteil des Gemeinten. Windparks, Verkehrstrennungsgebiete, Tiefwasserzonen und meteorologische Beschränkungen gehören ebenfalls nicht in diese Aufzählung.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Befahrensverbote, Schifffahrtssperrungen, Geschwindigkeitsbeschränkungen, besondere Regelungen für das Befahren von Windparks.
- Befahrensverbote, Befahrensbeschränkungen, Mindestgeschwindigkeiten, besondere Regelungen für das Befahren von Verkehrstrennungsgebieten.
- Befahrensverbote, meteorologische Beschränkungen, besondere Regelungen für das Befahren der Tiefwasserzonen.
- 227
Welche Verkehre können in einer ausgewiesenen Erlaubniszone zugelassen werden?
Bestimmte Wassersportgeräte.
Eine Erlaubniszone ist eine Ausnahme im Schutzgebiet: eine Fläche, auf der bestimmte Wassersportgeräte zugelassen werden können, obwohl ringsum Einschränkungen gelten. Der Sinn ist, den Sport an einer Stelle zu bündeln, statt ihn überall halb zu erlauben — das schützt die übrige Fläche besser als ein flächendeckendes Halbverbot.
Merksatz
Erlaubniszone heißt: hier ja, damit anderswo nein
Typischer FehlerAn Berufs- oder Sonderverkehre zu denken — Fischereifahrzeuge, Bodeneffekt- und Luftkissenfahrzeuge oder Arbeitsgeräte zur Erkundung fossiler Brennstoffe. Die Erlaubniszone ist für den Wassersport da.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Bestimmte Fischereifahrzeuge.
- Bestimmte Bodeneffekt- und Luftkissenfahrzeuge.
- Bestimmte Arbeitsgeräte für die Erkundung fossiler Brennstoffe.
- 228
Was verstehen Sie gemäß Nordsee-Befahrens-Verordnung (NordSBefV) unter Schnellfahrkorridore?
Ausgewiesene Wasserflächen für den gewerblichen Verkehr.
NordSBefV = Nordsee-Befahrens-Verordnung
Schnellfahrkorridore sind ausgewiesene Wasserflächen für den gewerblichen Verkehr — für Fähren und Versorger, die Fahrpläne einhalten müssen und dafür schneller fahren dürfen, als es sonst zulässig wäre. Der Name täuscht: Er klingt nach einer Freigabe für alle Schnellen und ist eine Zuweisung an eine bestimmte Gruppe.
Merksatz
Der Korridor gehört dem Gewerbe, nicht dem Sport
Typischer FehlerIhn für eine Fläche für Sportbootverkehre zu halten — das wäre die Erlaubniszone. Mit dem Starten und Landen von Wasserflugzeugen oder mit einem Abstandsgebot für Taucher hat er nichts zu tun.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Ausgewiesene Wasserflächen für bestimmte Sportbootverkehre.
- Wasserflächen zum Starten und Landen von Wasserflugzeugen.
- Wasserflächen, von denen Taucher 500 m Abstand halten müssen.
- 229
Wie hoch, soweit die Nordsee-Befahrens-Verordnung (NordSBefV) nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt, ist die maximale Geschwindigkeit, die ein Maschinenfahrzeug in Nationalparken im Bereich der Nordsee fahren darf?
12 Knoten über Grund.
In den Nationalparken der Nordsee gilt für Maschinenfahrzeuge eine Höchstgeschwindigkeit von zwölf Knoten über Grund, soweit nichts anderes ausdrücklich bestimmt ist. Über Grund ist dabei der wichtige Teil: Im Wattenmeer läuft der Tidenstrom kräftig, und wer sich am Wasser misst, ist mit dem Strom deutlich schneller unterwegs, als das Schutzgebiet zulässt.
Merksatz
Zwölf Knoten über Grund — der Strom zählt mit
Typischer FehlerDen Bezug auf die Fahrt durchs Wasser zu setzen. Genau darin unterscheiden sich zwei der falschen Möglichkeiten, und mit ablaufendem Strom sind das leicht mehrere Knoten Unterschied. Zehn Knoten sind ebenfalls nicht die geltende Grenze.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- 12 Knoten Fahrt durchs Wasser.
- 10 Knoten Fahrt über Grund.
- 10 Knoten Fahrt durchs Wasser.
- 230
Welche Verpflichtung hat man als Bootsführer, um einen Beitrag zur Reinhaltung der Gewässer zu leisten?
Sämtliche Abfälle einschließlich Öle und Betriebsstoffe an Bord in geeigneten Behältern sammeln und an Land vorschriftsmäßig entsorgen.
Der Grundsatz ist einfach und kennt keine Ausnahme für die offene See: Alles bleibt an Bord. Abfälle, Öle und Betriebsstoffe werden in geeigneten Behältern gesammelt und an Land vorschriftsmäßig entsorgt. Was über Bord geht, ist nicht weg — es ist nur woanders, und meistens dort, wo es niemand mehr einsammelt.
Merksatz
Über Bord ist kein Entsorgungsweg
Typischer FehlerZu glauben, auf offener See sei es erlaubt. Auch Bioabfälle und restentleerte Behälter gehören nicht ins Wasser, und Abwässer in Ufer- und Strandnähe oder in Häfen einzuleiten ist das Schlimmste von allem — dort verdünnt sich nichts.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Abfälle und Öle nur auf offener See entsorgen.
- Nur Bioabfälle und restentleerte Behälter auf See entsorgen.
- Abwässer in Ufer- und Strandnähe sowie in Häfen einleiten.