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SKS · NavigationOrtsbestimmung und Kompass
21 amtliche Prüfungsfragen. Fahrt durchs Wasser und über Grund, Besteckversetzung, Peilungen, Nordrichtungen, Missweisung, Ablenkung und die Lotung als Standlinie. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.
Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte
Worum es hier geht
Direkt zu den Fragen ↓Navigation ist ständiges Vergleichen: Wo sollte das Schiff sein, wo ist es tatsächlich, und woher kommt der Unterschied? Dieser Abschnitt verbindet die Ortsbestimmung mit dem Kompass, weil jede und jeder Kurs erst über ihn in die Karte gelangt.
Zuerst die Fahrt. Die üblichen Logmethoden liefern nur die Fahrt durchs Wasser; für die Fahrt über Grund müssen Stromrichtung und -geschwindigkeit berücksichtigt werden. GPS zeigt dagegen von sich aus Fahrt und Kurs über Grund. Zum Umrechnen gilt die Faustregel: m/s mal 2 ergibt ungefähr Knoten. Den Ort trägt man regelmäßig in die Karte ein, um Abweichungen früh zu sehen. Die Besteckversetzung ist Richtung und Entfernung vom zum beobachteten Ort zur selben Zeit; Ursachen sind ungenaues Steuern und Koppeln, Kursfehler und nicht berücksichtigter Strom oder Wind — auch in der gezeitenlosen Ostsee, wo Wind und zurückschwappendes Wasser Strömungen und Wasserstandsschwankungen erzeugen.
Terrestrisch bestimmt man den Ort durch Kreuzpeilung, durch Peilung und Abstand (Feuer in der Kimm, Radarabstand) oder durch Peilung und Lotung. Bei einer Kreuzpeilung sollen die Standlinien sich zwischen 30° und 150° schneiden, sonst wird der Schnittpunkt unsicher. Eine Lotung liefert nur dann eine brauchbare , wenn der Grund regelmäßig und ausreichend steil ansteigt oder abfällt. Vor einer Nachtfahrt legt man Kurse und Kursänderungspunkte fest, kennzeichnet Untiefen und Hindernisse, markiert, welche Feuer wann und wo in der Kimm erscheinen, und sucht die Strecke nach unbefeuerten Tonnen ab.
Beim Kompass gibt es drei Nordrichtungen. Rechtweisend Nord zeigt zum geographischen Nordpol, missweisend Nord zum magnetischen Nordpol, Magnetkompass-Nord dahin, wohin die Nadel an Bord unter dem Einfluss des Schiffsmagnetismus zeigt. Der Winkel von rwN nach mwN ist die Missweisung, von mwN nach MgN die Ablenkung, von rwN nach MgN die Fehlweisung: Abl + Mw = Fw. Die Missweisung steht in der Karte und wird mit der jährlichen Änderung auf das laufende Jahr gebracht; die Ablenkung stammt aus der Ablenkungstabelle des eigenen Schiffs, denn jedes Fahrzeug hat andere Werte. Regelmäßige Kompasskontrollen prüfen, ob der Kompass funktioniert und die Werte der Tabelle noch stimmen.
- Logge und GPS
- Logge: Fahrt durchs Wasser; GPS: Fahrt und Kurs über Grund.
- Besteckversetzung
- Vom Koppelort zum beobachteten Ort, zur selben Zeit.
- Kreuzpeilung
- Schnittwinkel zwischen 30° und 150°.
- Drei Nordrichtungen
- rwN, mwN, MgN — dazwischen Mw und Abl, zusammen Fw.
- Ablenkung
- Aus der Steuertafel, abhängig vom anliegenden Kurs.
Die typische Falle: Bei der Beschickung einer Magnetkompasspeilung wird die Ablenkung für den anliegenden Kurs genommen, nicht für die Peilrichtung — die Ablenkung hängt davon ab, wie das Schiff liegt.
Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.
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Nach welcher Faustregel können Sie m/s in Knoten umrechnen?
Musterantwort
"Doppelt so viele Knoten (kn) wie m/s" oder "m/s multipliziert mit 2 = kn".
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Was müssen Sie beachten, wenn Sie die mit Loggen ermittelte Fahrt z. B. für das Arbeiten in Seekarten berücksichtigen wollen?
Musterantwort
Die üblichen Logmethoden liefern ausschließlich die "Fahrt durchs Wasser (FdW)". Um die "Fahrt über Grund (FüG)" zu ermitteln, müssen Stromrichtung und Stromgeschwindigkeit berücksichtigt werden.
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Welche Fahrt zeigen GPS-Geräte an?
Musterantwort
Die Fahrt über Grund (FüG).
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Welchen Kurs zeigen GPS-Geräte an?
Musterantwort
Den Kurs über Grund (KüG).
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Warum müssen Sie Ihre Position regelmäßig in die Seekarte eintragen?
Musterantwort
Um Abweichungen von der Kurslinie frühzeitig und sicher zu erkennen und um ggf. den Kurs zu berichtigen.
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Was ist die Besteckversetzung (BV)?
Musterantwort
Richtung (rw) und Entfernung (in sm) vom Koppelort (Ok) zum beobachteten Ort (Ob), bezogen auf den gleichen Zeitpunkt.
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Welche Ursachen kann die Besteckversetzung (BV) haben?
Musterantwort
Die BV kann folgende Ursachen haben:
- ungenaues Steuern und Koppeln,
- Kursfehler (z. B. ungenaue Steuertafel) und
- fehlende oder unvollständige Berücksichtigung von Strom und Wind.
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Warum sollte der Winkel zwischen zwei Peilungen nicht kleiner als 30° und nicht größer als 150° sein?
Musterantwort
Damit der gefundene Standort eine ausreichend sichere Positionsbestimmung ergibt.
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Warum sind regelmäßige Kompasskontrollen erforderlich?
Musterantwort
Zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit des Kompasses und der Werte in der Ablenkungstabelle.
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Wodurch können auch in gezeitenlosen Revieren erhebliche Wasserstandsschwankungen und Strömungen (z. B. Triftstrom) hervorgerufen werden?
Musterantwort
Durch Stärke, Dauer und Richtung des Windes oder "Zurückschwappen" aufgestauter Wassermassen (z. B. Ostsee).
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Welche navigatorischen Vorbereitungen treffen Sie vor einer Fahrt in Dunkelheit?
Musterantwort
- Kurse und Kursänderungspunkte möglichst vorausbestimmen,
- Untiefen und Hindernisse in der Karte besonders kennzeichnen,
- in der Seekarte markieren, welche Leuchtfeuer wann und wo in der Kimm erscheinen und
- Wegstrecke nach unbefeuerten Tonnen absuchen.
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Welche Möglichkeiten der terrestrischen Ortsbestimmung muss man kennen?
Musterantwort
- Kreuzpeilung,
- Peilung und Abstand (Feuer in der Kimm, Radarabstand),
- Peilung und Lotung.
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Nennen Sie zwei Möglichkeiten der Ortsbestimmung, wenn Sie nur ein Objekt mit bekannten Merkmalen (z. B. Leuchtturm) in Sicht haben.
Musterantwort
- Peilung und Abstand (Feuer in der Kimm, Radarabstand),
- Peilung und Lotung.
- 56
Welche Nordrichtungen werden in der Navigation unterschieden?
Erläutern Sie diese kurz.Musterantwort
- rwN: rechtweisend Nord ist die Richtung eines Meridians zum geographischen Nordpol.
- mwN: missweisend Nord ist die Richtung des erdmagnetischen Feldes zum magnetischen Nordpol, abhängig von Schiffsort und Datum (Jahr). In diese Richtung stellt sich eine ungestörte Magnet-(Kompass-)nadel ein.
- MgN: ist die Richtung zu Magnetkompass-Nord. In diese Richtung zeigt die durch das schiffsmagnetische Feld beeinflusste Kompassnadel an Bord.
- 57
Nennen Sie die Winkel zwischen den Nordrichtungen rechtweisend Nord (rwN), missweisend Nord (mwN) und Magnetkompass-Nord (MgN).
Musterantwort
- Mw: Missweisung ist der Winkel von rwN nach mwN.
- Abl: Ablenkung (Abl) oder Deviation (Dev) ist der Winkel von mwN nach MgN.
- 58
Nennen Sie den Winkel zwischen den Nordrichtungen rwN und MgN.
Musterantwort
Der Winkel von rwN nach MgN ist die Fehlweisung (Fw; Abl + Mw = Fw).
- 59
Wo finden Sie die erforderlichen Werte der Missweisung?
Worauf ist dabei zu achten?Musterantwort
- Die Missweisung findet sich in der Seekarte eingedruckt für ein bestimmtes Jahr.
- Dieser Wert muss mit der ebenfalls in der Seekarte angegebenen jährlichen Änderung auf das Jahr der Benutzung berichtigt werden.
- 60
Wo finden Sie die erforderlichen Werte der Ablenkung (Abl)?
Worauf ist dabei zu achten?Musterantwort
- Die Abl wird einer Ablenkungstabelle entnommen.
- Die Abl ist abhängig vom anliegenden Kurs.
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Warum muss für jedes Fahrzeug eine eigene Ablenkungstabelle (Steuertafel) erstellt werden?
Musterantwort
Die Ablenkungstabelle kann auf jedem Schiff andere Werte haben.
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Worauf müssen Sie achten, wenn eine Magnetkompasspeilung (MgP) auf eine rechtweisende Peilung (rwP) beschickt werden soll?
Musterantwort
Abl für den anliegenden MgK (Magnetkompasskurs) aus der Steuertafel (Ablenkungstabelle) entnehmen; an den so erhaltenen mwK (missweisenden Kurs) die für das laufende Jahr der Seekarte entnommene Mw anbringen.
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Unter welchen Voraussetzungen ergibt sich eine brauchbare Standlinie aus einer Lotung?
Musterantwort
Der Meeresgrund muss ausreichend regelmäßig und ausreichend steil ansteigen/abfallen.
So geht es weiter
Fachwörter hier Peilung Standlinie