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SKS · SchifffahrtsrechtKVR: Grundlagen und Begriffe
11 amtliche Prüfungsfragen. Sicherheitszonen, Alkoholgrenzen, Verantwortlichkeit, Verkehrstrennungsgebiete, manövrierunfähig und -behindert, sichere Geschwindigkeit. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.
Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte
Worum es hier geht
Direkt zu den Fragen ↓Die KVR enthalten nicht nur feste Einzelregeln, sondern verlangen an vielen Stellen das eigene Urteil der Schiffsführung — und die Begriffe dieses Abschnitts legen fest, was in diesem Rahmen verlangt wird und wer wofür einsteht.
Am Anfang steht die Verantwortlichkeit. Die Regeln befreien niemanden von den Folgen, wenn er sie unzureichend einhält oder Vorsichtsmaßnahmen versäumt, die die allgemeine seemännische Praxis oder die besonderen Umstände des Falles verlangen. Die KVR beschreiben also Mindestanforderungen. Umgekehrt sind bei ihrer Auslegung stets alle Gefahren der Schifffahrt und des Zusammenstoßes zu berücksichtigen, und zum Abwenden unmittelbarer Gefahr kann sogar ein Abweichen von den Regeln nötig sein — etwa wenn der von seiner Pflicht abweicht, Kurs und Geschwindigkeit beizubehalten, weil der Ausweichpflichtige nicht angemessen handelt. Ähnlich offen ist die sichere Geschwindigkeit formuliert: Sie ist keine Zahl, sondern eine Bedingung. Das Fahrzeug muss jederzeit innerhalb einer Entfernung zum Stehen gebracht werden können, in der ein Zusammenstoß vermieden wird.
Zwei Begriffe klingen fast gleich und meinen Verschiedenes. Manövrierunfähig ist ein Fahrzeug, das wegen außergewöhnlicher Umstände nicht regelgerecht manövrieren kann; der Ruderbruch ist das Standardbeispiel. Manövrierbehindert ist ein Fahrzeug, das durch die Art seines Einsatzes eingeschränkt ist: Bagger, Tonnen-, Kabel- und Rohrleger, Vermessungsfahrzeuge, Versorger, Minenräumer oder ein , der kaum vom Kurs abweichen kann. Hier ist die Ursache die Arbeit, die das Fahrzeug gerade verrichtet. Gemeinsam ist beiden, dass sie einem anderen Fahrzeug nicht ausweichen können.
Die Verordnung zu den KVR ergänzt das internationale Regelwerk. Sie gilt auf den Seeschifffahrtsstraßen und für Schiffe unter Bundesflagge auch seewärts des Küstenmeeres, also weltweit, soweit in fremden Hoheitsgewässern nichts anderes bestimmt ist. Sie verbietet das Führen eines Fahrzeugs und den Brücken- oder Decksdienst jedem, der durch körperliche oder geistige Mängel, Alkohol oder andere berauschende Mittel in der sicheren Ausübung behindert ist; daneben sind ab 0,25 mg/l in der Atemluft oder 0,5 Promille im Blut das Führen und der Brückendienst in jedem Fall verboten. Sicherheitszonen sind Wasserflächen im Umkreis von 500 m um Plattformen, Bohrinseln oder Forschungsanlagen, die nicht befahren werden dürfen. Verkehrstrennungsgebiete teilen einen Schifffahrtsweg durch Trennlinien oder Trennzonen in Einbahnwege, die nur in Fahrtrichtung rechts der Trennung befahren werden — dann aber in ihrer vollen Breite.
- Mindestanforderung
- Seemännische Praxis und besondere Umstände können mehr verlangen als die KVR.
- Sichere Geschwindigkeit
- Jederzeit so rechtzeitig aufstoppen können, dass ein Zusammenstoß vermieden wird.
- Manövrierunfähig
- Außergewöhnliche Umstände, zum Beispiel Ruderbruch.
- Manövrierbehindert
- Art des Einsatzes, zum Beispiel Bagger oder Kabelleger.
- Alkohol
- Verbot bei Behinderung, in jedem Fall ab 0,25 mg/l Atemluft oder 0,5 Promille.
- Sicherheitszone
- 500 m um Plattformen und Bohrinseln, nicht zu befahren.
Die typische Falle: Manövrierunfähig und werden gern vertauscht: Unfähig ist ein Fahrzeug durch außergewöhnliche Umstände wie einen Ruderbruch, behindert durch die Arbeit, die es gerade tut.
Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.
- 1
Was sind "Sicherheitszonen" im Sinne der Verordnung zu den KVR?
Musterantwort
Sicherheitszonen sind Wasserflächen im Umkreis von 500 m um Plattformen, Bohrinseln, Forschungsanlagen u. a., die nicht befahren werden dürfen.
KVR = Internationale Regeln von 1972 zur Verhütung von Zusammenstößen auf See (Kollisionsverhütungsregeln) · m = Meter
- 2
Die Verordnung zu den KVR verbietet die Führung eines Fahrzeugs, wenn man infolge des Genusses alkoholischer Getränke in der sicheren Führung des Fahrzeugs behindert ist.
Welchen örtlichen Geltungsbereich hat die vorgenannte Verordnung?Musterantwort
Die Verordnung gilt auf Seeschifffahrtsstraßen und für Schiffe, die die Bundesflagge führen, seewärts der Begrenzung des Küstenmeeres der Bundesrepublik Deutschland (also weltweit), soweit nicht in den Hoheitsgewässern anderer Staaten abweichende Regelungen gelten.
- 3
Wer darf laut Verordnung zu den KVR ein Fahrzeug nicht führen oder als Mitglied der Crew eine andere Tätigkeit des Brücken- oder Decksdienstes nicht ausüben (allgemein ohne Zahlen zu beantworten)?
Musterantwort
Wer infolge körperlicher oder geistiger Mängel oder des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel in der sicheren Führung eines Fahrzeugs oder in der sicheren Ausübung einer anderen Tätigkeit des Brücken- oder Decksdienstes behindert ist.
- 4
Welche Atem- bzw. Blutalkoholkonzentration darf laut Verordnung zu den KVR nicht erreicht werden, damit kein Verbot für ein Führen eines Fahrzeugs oder als Mitglied der Crew für ein Ausüben des Brückendienstes besteht?
Musterantwort
0,25 mg/l oder mehr Alkohol in der Atemluft oder 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut oder eine Alkoholmenge, die zu einer solchen Atem- oder Blutalkoholkonzentration führt.
bzw. = beziehungsweise
- 5
Die KVR regeln u. a. das Verhalten der Schiffsführungen bei Kollisionsgefahr.
Was ist im Rahmen der Verantwortlichkeit bei der Auslegung und Befolgung der KVR zu berücksichtigen?Musterantwort
Bei der Auslegung und Befolgung der KVR sind stets alle Gefahren der Schifffahrt und des Zusammenstoßes sowie alle besonderen Umstände einschließlich Behinderungen der betroffenen Fahrzeuge gebührend zu berücksichtigen, die zum Abwenden unmittelbarer Gefahr ggf. auch ein Abweichen von diesen Regeln erfordern können (z. B. Abweichen von der Kurshaltepflicht, wenn der Ausweichpflichtige nicht angemessen handelt).
z. B. = zum Beispiel
- 6
Welche Grundregeln für das Verhalten im Verkehr verlangen die KVR, die ein Schiffsführer zu berücksichtigen hat, auch wenn keine konkrete Regel anwendbar ist?
Musterantwort
Die KVR befreien nicht von den Folgen, die durch unzureichende Einhaltung der KVR oder unzureichende Vorsichtsmaßnahmen entstehen, d. h., allgemeine seemännische Praxis oder besondere Umstände des Falles können über die Mindestanforderungen der KVR hinausgehende Maßnahmen erfordern.
- 7
Was sind Verkehrstrennungsgebiete?
Wie sind sie zu befahren?Musterantwort
- Verkehrstrennungsgebiete sind Schifffahrtswege, die durch Trennlinien oder Trennzonen in Einbahnwege geteilt sind.
- Diese dürfen nur in Fahrtrichtung rechts der Trennlinie/Trennzone befahren werden, aber unter Nutzung der vollen Breite des Einbahnweges.
- 8
Was ist ein "manövrierunfähiges Fahrzeug"?
Musterantwort
Manövrierunfähig ist ein Fahrzeug, das wegen außergewöhnlicher Umstände (z. B. Ruderbruch) nicht regelgerecht manövrieren und daher einem anderen Fahrzeug nicht ausweichen kann.
- 9
Was ist ein "manövrierbehindertes Fahrzeug"?
Musterantwort
Manövrierbehindert ist ein Fahrzeug, das durch die Art seines Einsatzes behindert ist (z. B. Bagger, Kabelleger), regelgerecht zu manövrieren, und daher einem anderen Fahrzeug nicht ausweichen kann.
- 10
Nennen Sie mindestens 3 Beispiele für "manövrierbehinderte Fahrzeuge".
Musterantwort
- Tonnenleger, Kabelleger, Rohrleger im Einsatz,
- Bagger, Vermessungsfahrzeuge im Einsatz,
- Versorger im Einsatz,
- Flugzeugträger im Einsatz,
- Minenräumfahrzeuge im Einsatz,
- Fahrzeuge während eines Schleppvorganges, bei dem das schleppende Fahrzeug und sein Anhang erheblich behindert sind, vom Kurs abzuweichen.
- 11
Was ist unter "sicherer Geschwindigkeit" zu verstehen?
Musterantwort
Das Fahrzeug muss jederzeit innerhalb einer solchen Entfernung zum Stehen gebracht werden können, dass ein Zusammenstoß vermieden wird.
So geht es weiter
Fachwörter hier manövrierbehindert manövrierunfähig