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SKS · Seemannschaft I

Manöver im Hafen und auf See

7 amtliche Prüfungsfragen. Nahezu-Aufschießer, Einlaufen in die Box, Anlegen vorbereiten, Saildrive und Bugstrahlruder beim Ablegen. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.

Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte

Worum es hier geht

Direkt zu den Fragen ↓

Ein Manöver gelingt, wenn man vorher weiß, wie das eigene Boot auf Wind, Fahrt und Ruder reagiert — und wenn Crew, Leinen und bereit sind, bevor es eng wird.

Jedes Anlegemanöver beginnt deshalb an Bord: Die Crew wird für das Manöver eingeteilt, Leinen und Fender werden bereitgelegt. Beim Einlaufen in eine Box werden die Achterleinen mit einem Auge versehen, etwa einem Palstek, und möglichst früh über die Pfähle gelegt. Bei seitlichem Wind kommt die Leine zuerst über den Luvpfahl, denn der Wind drückt das Boot nach , und die Luvleine hält es dagegen.

Wie ein Boot reagiert, hängt auch vom Antrieb ab. Beim Saildrive-Antrieb liegen Propeller und Ruder weit auseinander, das Ruder wird nicht direkt angeströmt, und beim Anfahren kann die Manövrierfähigkeit etwas schlechter sein. Ein Bugstrahlruder ist eine Röhre im Bug mit einem Propeller, die einen Querschub erzeugt und damit den Bug drehen kann — wirksam bei geringer Vorausgeschwindigkeit. Sinnvoll ist es beim An- und Ablegen und beim Drehen auf engem Raum.

Ein Beispiel zeigt, wie Bugstrahlruder und Maschine zusammenarbeiten. Liegt das Boot mit der Steuerbordseite an der Pier, legt man den Hebel des Bugstrahlruders nach , sodass der Bug von der Pier weggedrückt wird. Gleichzeitig legt man das Ruder deutlich nach und fährt langsam voraus, sodass das Heck nach Backbord ausschwenkt. Bug und Heck bewegen sich so beide von der Pier weg, und das Schiff wird fast parallel abgedrückt.

Auch auf See ist ein Manöver eine Frage der Strecke. Wie lang ein Nahezu-Aufschießer zu einer im Wasser treibenden Person wird, hängt von Geschwindigkeit, Wind, Seegang, Strömung sowie Form und Gewicht des Bootes ab. Ein schweres Boot mit viel Fahrt schießt weit, ein leichtes bei viel Wind und Seegang kurz — genau deshalb übt man das Manöver mit dem eigenen Boot.

Vor dem Anlegen
Crew einteilen, Leinen und Fender bereitlegen.
Box
Achterleinen mit Auge, früh über die Pfähle, zuerst über den Luvpfahl.
Saildrive
Ruder wird nicht direkt angeströmt, schlechter beim Anfahren.
Bugstrahlruder
Querschub im Bug, wirksam bei geringer Fahrt.
Aufschießer
Länge hängt von Fahrt, Wind, Seegang, Strömung, Form und Gewicht ab.

Die typische Falle: Beim Ablegen von der Steuerbordseite wird das Ruder nach Steuerbord gelegt, also scheinbar zur Pier hin. Gerade dadurch schwenkt das Heck bei langsamer Fahrt voraus nach Backbord und von der Pier weg.

Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.

  1. 94

    Von welchen Faktoren ist die Länge eines Nahezu-Aufschießers zu einer im Wasser treibenden Person abhängig?

    Musterantwort

    Geschwindigkeit, Wind, Seegang, Strömung und Form und Gewicht des Bootes.

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  2. 95

    Sie wollen in eine Box einlaufen.
    Wie bereiten Sie die Achterleinen vor und machen sie fest?

    Musterantwort

    Achterleinen mit Auge versehen (z. B. Palstek), möglichst früh über die Pfähle legen, bei seitlichem Wind zuerst über den Luvpfahl.

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  3. 96

    Welche Vorbereitung haben Sie für ein Anlegemanöver zu treffen?

    Musterantwort

    1. Crew für Manöver einteilen.
    2. Leinen und Fender bereitlegen.

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  4. 97

    Welchen Nachteil hat ein "Saildrive-Antrieb" insbesondere bei Hafenmanövern?

    Musterantwort

    Durch den großen Abstand zwischen Propeller und Ruder wird dieses nicht direkt angeströmt. Das kann die Manövrierfähigkeit beim Anfahren etwas verschlechtern.

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  5. 98

    Was ist ein Bugstrahlruder und wozu dient es?

    Musterantwort

    Eine im Bug einer Yacht befindliche Röhre mit einem Propeller, mit dem ein Querschub und damit ein Drehen des Buges bei geringen Vorausgeschwindigkeiten erreicht werden kann.

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  6. 99

    Bei welchen Manövern können Sie ein Bugstrahlruder sinnvoll einsetzen?

    Musterantwort

    1. Beim An- und Ablegen.
    2. Beim Drehen auf engem Raum.

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  7. 100

    Sie liegen längsseits mit der Steuerbordseite an einer Pier.
    Beschreiben Sie ein Ablegemanöver unter gleichzeitigem Einsatz von Bugstrahlruder und Maschine.

    Musterantwort

    1. Hebel für Bugstrahlruder nach Backbord legen, sodass der Bug von der Pier weggedrückt wird (nach Backbord schwenkt) und gleichzeitig
    2. Ruderlage deutlich nach Steuerbord und langsame Fahrt voraus, sodass das Heck nach Backbord ausschwenkt.

    So wird das Schiff fast parallel von der Pier abgedrückt.

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So geht es weiter

Fachwörter hier Steuerbord