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SKS · Seemannschaft II

Seetüchtigkeit und Notfälle

17 amtliche Prüfungsfragen. Seeklarmachen und Sicherheitseinweisung, Leck und Grundberührung, Seenot und Rettungsfloß, Hubschrauberschlinge, Notzeichen und Seekrankheit. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.

Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte

Worum es hier geht

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Seetüchtigkeit beginnt im Hafen: Vieles, was auf See zum Notfall werden kann, lässt sich vor dem Auslaufen prüfen oder erklären.

Vor Reisebeginn wird das Schiff seeklar gemacht — Seetüchtigkeit, Treibstoff, Trinkwasser und Proviant, Navigationsunterlagen, Rettungsmittel, Seenotsignale, Motor, elektronische Navigationsgeräte, Lenzeinrichtungen, Feuerlöscher sowie Boots- und Personalpapiere. Vor jedem Auslaufen kommen Wetterbericht, , Schall- und Lichtsignaleinrichtung, Navigationslichter und aktuelle Seekarten dazu. Dazu gehört die Sicherheitseinweisung der gesamten Crew: Rettungswesten und Sicherheitsgurte, Rettungsfloß, Signalmittel, Lenzpumpen, Seeventile und Bord-WC, Kocher, Feuerlöscher, Motor, Elektrik, Funk, Mensch-über-Bord, Seekrankheit, Ankergeschirr, MOB-Taste und Notruder.

Hinter den Einweisungen steht meist derselbe Grund: Im Bedarfsfall muss jeder handeln können, nicht nur der Schiffsführer. Pumpen und Ventile muss deshalb jeder bedienen können; das Bord-WC, weil durch falsche Bedienung Wasser ins Boot gelangen kann; das Ankergeschirr, damit jeder den Anker sicher ausbringen und einholen kann. Seekranke werden im Cockpit beaufsichtigt und gegen Überbordfallen gesichert, ihr Flüssigkeitsverlust wird mit Wasser ausgeglichen, sie sollen zur Küste oder zum Horizont schauen und werden mit Arbeiten beschäftigt.

Schlägt das Schiff leck, wird zuerst eine Meldung abgegeben, dann je nach Lage Fahrt aus dem Schiff genommen, gelenzt, das Leck gesucht und mit Bordmitteln abgedichtet; das Boot wird so getrimmt, dass die Leckstelle möglichst aus dem Wasser kommt, und Küste oder flaches Wasser werden angesteuert. Steigt das Wasser trotzdem, folgen Notzeichen und Funkmeldung, gegebenenfalls der Radartransponder, das Verlassen wird vorbereitet, und wenn möglich wird das Schiff in ruhigem Flachwasser auf Grund gesetzt. Grundberührungen und harte Stöße sind deshalb keine Nebensache: Sie können die Bordwand beschädigen und Sinkgefahr auslösen.

In Seenot gilt: Ruhe bewahren, Notalarm geben, Rettungsfloß klarmachen, Rettungsweste, Sicherheitsgurt und warme Kleidung anlegen — und so lange wie möglich an Bord bleiben. Das Schiff bietet bessere Überlebensmöglichkeiten, ist besser zu orten, und Einstieg und Aufenthalt im Floß können sehr schwierig sein. Vor dem Übersteigen wird möglichst reichlich Warmes getrunken, und Proviant, Wasser, Signalmittel, Seenotfunkbake, Radartransponder und Handfunkgeräte kommen ins Floß. Notzeichen gibt man auf Anordnung des Schiffsführers bei unmittelbarer Gefahr, die ohne fremde Hilfe nicht zu überwinden ist; im Notfall darf ein UKW-Sprechfunkgerät auch ohne Befähigungsnachweis benutzt werden. Bei der Hubschrauberrettung wird an der offenen Schlinge zuerst der Karabinerhaken eingepickt, dann steigt man mit Kopf und beiden Armen hinein, drückt die Arme nach unten und schließt die Hände; das Windenseil hängt frei und wird nie an Bord befestigt.

Einweisung
Jeder an Bord sollte Pumpen, Ventile und das Ankergeschirr bedienen können.
Leck
Melden, lenzen, abdichten, Leckstelle austrimmen, flaches Wasser ansteuern.
Rettungsfloß
Früh klarmachen, so spät wie möglich übersteigen.
Notzeichen
Auf Anordnung des Schiffsführers bei unmittelbarer Gefahr, die ohne fremde Hilfe nicht zu überwinden ist.
Windenseil
Hängt frei, wird nie an Bord befestigt.

Die typische Falle: Das Rettungsfloß ist der letzte Ausweg, nicht der erste: Wer zu früh übersteigt, verlässt den sichereren und besser zu ortenden Platz. Das Floß wird früh klargemacht und spät bestiegen.

Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.

  1. 105

    Was ist vor Reisebeginn beim Seeklarmachen zu überprüfen und zu beachten?
    Nennen Sie mindestens 6 Beispiele.

    Musterantwort

    1. Seetüchtigkeit der Yacht,
    2. Treibstoffvorrat,
    3. Navigationsunterlagen,
    4. Sicherheitseinweisung der Besatzung,
    5. Rettungsmittel,
    6. Seenotsignale,
    7. Trinkwasser- und Proviantvorräte,
    8. Funktionsfähigkeit des Motors,
    9. Funktionsfähigkeit der elektronischen Navigationsgeräte,
    10. Lenzeinrichtungen,
    11. Feuerlöscher,
    12. Boots- und Personalpapiere.

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  2. 106

    Was gehört zur Sicherheitseinweisung der gesamten Besatzung vor Reisebeginn?
    Nennen Sie mindestens 6 Beispiele.

    Musterantwort

    Einweisung in Gebrauch und Bedienung

    1. der Rettungswesten und Sicherheitsgurte,
    2. des Rettungsfloßes,
    3. der Signalmittel,
    4. der Lenzpumpen,
    5. der Seeventile und des Bord-WC,
    6. der Kocheinrichtung,
    7. der Feuerlöscher,
    8. der Motoranlage,
    9. der Elektroanlage,
    10. des Rundfunkgerätes und der UKW-Seefunkanlage,
    11. Verhalten bei "Mensch-über-Bord",
    12. Erkennen der Seekrankheit und entsprechendes Verhalten.

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  3. 107

    In welche technischen Einrichtungen/Ausrüstungen muss der Schiffsführer die Besatzung vor Reiseantritt unbedingt einweisen?
    Nennen Sie mindestens 6 Beispiele.

    Musterantwort

    1. Ankergeschirr,
    2. Lenzeinrichtung,
    3. Feuerlöscheinrichtungen,
    4. Motoranlage,
    5. Seeventile,
    6. UKW-Seefunkanlage,
    7. MOB-Taste vom satellitengestützten Navigationsgerät (z. B. GPS),
    8. Seenotsignalmittel,
    9. Notrudereinrichtung.

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  4. 108

    Welche Sicherheitsmaßnahmen sind vor jedem Auslaufen durchzuführen?
    Nennen Sie mindestens 6 Beispiele.

    Musterantwort

    1. Wetterbericht einholen,
    2. Kontrolle der Sicherheitsausrüstung,
    3. Kontrolle von Motor und Schaltung,
    4. Kontrolle der nautischen Geräte,
    5. Kontrolle der Bilge,
    6. Überprüfen des Wasser- und Kraftstoffvorrats,
    7. Kontrolle der Schall- und Lichtsignaleinrichtung,
    8. Kontrolle der Navigationslichter,
    9. Bereitlegen der aktuellen Seekarten und nautischen Veröffentlichungen.

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  5. 109

    Warum sollten alle Crewmitglieder Lage und Funktion sämtlicher Pumpen und Ventile kennen?

    Musterantwort

    Damit im Bedarfsfall sie jeder bedienen kann.

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  6. 110

    Warum sollte die Crew in die Funktion des Bord-WC eingewiesen werden?

    Musterantwort

    Weil durch unsachgemäße Bedienung Wasser ins Bootsinnere gelangen kann.

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  7. 111

    Warum sollte die Crew vor Reisebeginn in die Funktion des Ankergeschirrs und die Durchführung eines Ankermanövers eingewiesen werden?

    Musterantwort

    Damit jeder den Anker sicher ausbringen und einholen kann.

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  8. 112

    Wie verhalten Sie sich, wenn Ihr Schiff leckgeschlagen ist?

    Musterantwort

    1. Meldung abgeben.
    2. Je nach Erfordernissen Fahrt aus dem Schiff nehmen.
    3. Lenzpumpen betätigen, Lecksuche, Leck mit Bordmitteln abdichten.
    4. Küste bzw. flaches Wasser ansteuern.
    5. Fahrzeug so trimmen, dass Leckstelle aus dem Wasser kommt bzw. möglichst wenig unter Wasser ist.

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  9. 113

    Was tun Sie, wenn Ihr Schiff leckgeschlagen ist und das Wasser im Schiff trotz aller Maßnahmen weiter steigt?

    Musterantwort

    1. Notzeichen geben, Funkmeldung abgeben, ggf. Radartransponder einschalten.
    2. Verlassen des Bootes vorbereiten, Rettungswesten anlegen, Rettungsfloß klarmachen.
    3. Wenn möglich, ruhiges Flachwasser anlaufen und Schiff auf Grund setzen.

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  10. 114

    Welche Folgen können Grundberührungen und harte Stöße, z. B. bei Anlegemanövern oder Kollisionen mit treibenden Gegenständen, haben?

    Musterantwort

    1. Eine Beschädigung der Bordwand kann eintreten.
    2. Es kann Sinkgefahr entstehen.

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  11. 115

    Welche grundsätzliche Verhaltensweise sollte beachtet und welche Maßnahmen sollten ergriffen werden, wenn Ihr Schiff in Seenot kommt?

    Musterantwort

    1. Ruhe bewahren und überlegt handeln.
    2. Notalarm abgeben, ggf. Radartransponder einschalten.
    3. Rettungsfloß klarmachen.
    4. Rettungsweste und Sicherheitsgurt anlegen.
    5. So lange wie möglich an Bord bleiben.
    6. Wärmende Kleidung anziehen.

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  12. 116

    Welche Maßnahmen treffen Sie, bevor Sie von Ihrem Fahrzeug in ein Rettungsfloß übersteigen?

    Musterantwort

    1. Rettungsweste und Sicherheitsgurt anlegen.
    2. Wärmende Kleidung anziehen.
    3. Nach Möglichkeit vorher reichlich warme Flüssigkeit trinken.
    4. Soweit noch nicht geschehen, Proviant, Wasser, Seenotsignalmittel und ggf. Seenotfunkbake, Radartransponder und UKW-Handsprechfunkgeräte in das Rettungsfloß bringen.

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  13. 117

    Warum sollte ein sinkendes Schiff im Notfall so spät wie möglich verlassen werden?

    Musterantwort

    1. Die Überlebensmöglichkeiten sind auf dem Schiff größer.
    2. Ein Schiff ist besser zu orten.
    3. Einstieg in das Rettungsfloß und Aufenthalt können sehr schwierig sein.

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  14. 118

    Erklären Sie die Handhabung der Hubschrauberrettungsschlinge im Einsatz!

    Musterantwort

    1. Bei offener Rettungsschlinge: zuerst den Karabinerhaken einpicken.
    2. Mit dem Kopf und beiden Armen in die Rettungsschlinge einsteigen.
    3. Die Arme müssen nach unten gedrückt werden und die Hände sind zu schließen.
    4. Das Windenseil muss frei hängen, es darf nicht an Bord befestigt werden.

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  15. 119

    Wann dürfen Notzeichen gegeben werden?

    Musterantwort

    Nach Feststellung des Notfalles auf Anordnung des Schiffsführers; bei unmittelbarer Gefahr für das Schiff oder die Besatzung, die ohne fremde Hilfe nicht überwunden werden kann.

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  16. 120

    Wann darf ein UKW-Sprechfunkgerät auch ohne entsprechenden Befähigungsnachweis benutzt werden?

    Musterantwort

    In Notfällen.

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  17. 121

    Worauf ist zu achten, wenn Crewmitglieder seekrank sind?

    Musterantwort

    1. Aufenthalt im Cockpit beaufsichtigen und Crewmitglieder gegen Überbordfallen sichern,
    2. Flüssigkeitsverlust ausgleichen (Wasser),
    3. Crewmitglied anhalten, zur Küste oder zum Horizont zu schauen,
    4. mit Arbeiten beschäftigen.

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