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SBF See · Spezifische FragenAusweichregeln
17 amtliche Prüfungsfragen. Wer weicht wem aus, wer hält Kurs, und was der Kurshalter darf, wenn der andere nicht reagiert. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.
Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte
Worum es hier geht
Direkt zu den Fragen ↓Ausweichregeln beantworten drei Fragen nacheinander: Besteht überhaupt Gefahr? Wer von uns muss handeln? Und was tut der andere währenddessen?
Die erste Frage hat eine überraschend genaue Antwort. Gefahr besteht, wenn sich der Abstand verringert und sich die nicht oder nicht merklich ändert. Das ist kein Gefühl, sondern eine Messung: Man nimmt zweimal Peilung auf dasselbe Fahrzeug. Bleibt sie stehen, während es näher kommt, laufen beide auf denselben Punkt zu.
Die zweite Frage folgt einer Rangordnung, und sie lässt sich als Kette lesen. Ein Maschinenfahrzeug weicht aus: einem Segelfahrzeug, einem manövrierunfähigen, einem manövrierbehinderten und einem fischenden Fahrzeug. Ein Segelfahrzeug weicht einem fischenden Fahrzeug aus. Unter zwei Segelfahrzeugen mit Wind von derselben Seite weicht das luvwärtige dem leewärtigen aus. Und wer überholt, weicht immer aus — unabhängig davon, was die beiden Fahrzeuge sonst sind. Zwei Maschinenfahrzeuge auf entgegengesetzten Kursen sind der Sonderfall ohne Rangordnung: Beide ändern ihren Kurs nach .
Die dritte Frage ist die, die im Ernstfall zählt. Der hält Kurs und Geschwindigkeit zunächst bei und widmet dem Ausweichpflichtigen besondere Aufmerksamkeit — Beibehalten ist hier eine Pflicht, keine Bequemlichkeit, denn wer gleichzeitig mit dem anderen ausweicht, macht die Lage schlimmer. Der Ausweichpflichtige wiederum muss frühzeitig, durchgreifend und klar erkennbar manövrieren: Ein kaum sichtbarer Kurswechsel erfüllt die Pflicht nicht, weil der andere ihn nicht als Manöver erkennen kann.
Reagiert der Ausweichpflichtige trotzdem nicht, gibt der Kurshalter mindestens fünf kurze Töne mit der Pfeife und führt das Manöver des letzten Augenblicks durch — dann so, wie es zur Vermeidung eines Zusammenstoßes am dienlichsten ist. Ab diesem Punkt gilt keine Regel mehr außer der, nicht zusammenzustoßen.
Bei verminderter Sicht gelten die Sichtregeln nicht, denn niemand ist in Sicht. Hört man vorlicher als querab das Signal eines anderen Fahrzeugs, gibt man selbst ein Signal, verlangsamt so weit, dass die Steuerfähigkeit erhalten bleibt, stoppt erforderlichenfalls ganz auf und manövriert vorsichtig, bis die Gefahr vorüber ist.
- Gefahr erkennen
- Abstand nimmt ab, Peilung ändert sich nicht merklich.
- Maschine weicht
- Segel, , , fischend.
- Segel weicht
- Dem fischenden Fahrzeug.
- Überholer
- Weicht immer aus.
- Kurshalter
- Kurs und Geschwindigkeit beibehalten — bis zum Manöver des letzten Augenblicks.
Die typische Falle: Der Kurshalter darf nicht „vorsichtshalber“ auch ausweichen. Zwei gleichzeitige Manöver sind der klassische Weg in den Zusammenstoß.
Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.
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Woran kann man feststellen, ob die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht?
Wenn sich der Abstand zum anderen Fahrzeug verringert und sich die Peilung nicht oder nicht merklich ändert.
Zwei Beobachtungen zusammen ergeben die Gefahr. Der Abstand wird kleiner — das allein wäre harmlos, wenn der andere vorbeiliefe. Entscheidend ist die zweite: Die Peilung ändert sich nicht oder kaum. Steht der andere immer im selben Winkel und wird dabei größer, treffen sich beide Kurse in einem Punkt. Das lässt sich mit einem Peilkompass prüfen oder einfach über eine feste Marke an Deck.
Merksatz
Stehende Peilung, schrumpfender Abstand — das trifft sich
Typischer FehlerAuf den Kurs des anderen zu schauen statt auf die Peilung. Sein Kurs kann gleich bleiben und trotzdem an einem vorbeiführen. Und eine Kompasspeilung, die sich ändert, ist gerade die Entwarnung, nicht die Warnung.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Wenn sich der Abstand zum anderen Fahrzeug verringert und sich der Kurs nicht oder nicht merklich ändert.
- Wenn sich der Abstand zum anderen Fahrzeug verringert und sich die Kompasspeilung ändert.
- Wenn sich der Abstand zum anderen Fahrzeug verringert und sich der Kurs ändert.
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Zwei in Sicht befindliche Segelfahrzeuge nähern sich im freien Seeraum oder außerhalb des Fahrwassers so, dass die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht. Welches Fahrzeug muss dem anderen ausweichen, wenn sie den Wind von derselben Seite haben?
Das luvwärtige Fahrzeug dem leewärtigen Fahrzeug.
Haben beide den Wind von derselben Seite, weicht das luvwärtige Fahrzeug aus. Der Grund liegt im Segeln selbst: Der Luvwärtige sieht den anderen frei vor sich und hat freien Wind, um abzufallen oder anzuluven. Der Leewärtige liegt in seinem Windschatten, hat also weniger Fahrt und weniger Möglichkeiten — ihm bleibt oft gar kein Manöver.
Merksatz
Von oben nach unten wird ausgewichen: Luv weicht Lee
Typischer FehlerDie Richtung umzudrehen und das leewärtige Fahrzeug ausweichen zu lassen. Und die Regel nach der Windseite — Backbord oder Steuerbord — gilt erst dann, wenn die beiden den Wind von verschiedenen Seiten haben.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Das leewärtige Fahrzeug dem luvwärtigen Fahrzeug.
- Dasjenige Fahrzeug, das den Wind von Backbord hat.
- Dasjenige Fahrzeug, das den Wind von Steuerbord hat.
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Wie müssen sich zwei in Sicht befindliche Maschinenfahrzeuge verhalten, die sich einander auf entgegengesetzten oder fast entgegengesetzten Kursen nähern, um die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes zu vermeiden?
Jedes Fahrzeug muss seinen Kurs nach Steuerbord ändern.
Auf entgegengesetzten oder fast entgegengesetzten Kursen gibt es keinen Ausweichpflichtigen und keinen Kurshalter — beide sind gleichermaßen dran. Jedes Fahrzeug ändert seinen Kurs nach Steuerbord, dann gehen sie backbord an backbord aneinander vorbei. Die Symmetrie ist der Sinn der Regel: Sie funktioniert auch dann, wenn keiner weiß, was der andere vorhat.
Merksatz
Auf Gegenkurs sind beide zuständig, und beide gehen nach Steuerbord
Typischer FehlerNach Backbord zu gehen — dann drehen beide aufeinander zu. Luv und Lee entscheiden hier nichts: Das luvwärtige und das leewärtige Fahrzeug gibt es nur zwischen Segelfahrzeugen.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Jedes Fahrzeug muss seinen Kurs nach Backbord ändern.
- Es muss das luvwärtige Fahrzeug dem leewärtigen Fahrzeug ausweichen.
- Es muss das leewärtige Fahrzeug dem luvwärtigen Fahrzeug ausweichen.
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Wie hat sich ein Maschinenfahrzeug im freien Seeraum oder außerhalb des Fahrwassers gegenüber einem in Sicht befindlichen Segelfahrzeug zu verhalten, wenn die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht?
Das Maschinenfahrzeug muss ausweichen.
Ein Maschinenfahrzeug kann jederzeit Kurs und Fahrt ändern, ein Segelfahrzeug nur im Rahmen dessen, was der Wind hergibt. Deshalb steht das Maschinenfahrzeug in der Rangfolge unten und muss ausweichen. Es ist ein Grundsatz, der sich durch alle folgenden Fragen zieht: Wer mehr kann, weicht dem aus, der weniger kann.
Merksatz
Wer frei manövrieren kann, weicht dem aus, der es nicht kann
Typischer FehlerKurs und Geschwindigkeit beibehalten zu wollen — das ist die Rolle des Kurshalters und hier gerade nicht die eigene. Und die Fahrt bloß zu verringern oder vorsichtig zu manövrieren ist zu wenig: Verlangt ist ein erkennbares Ausweichmanöver.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Das Maschinenfahrzeug muss Kurs und Geschwindigkeit beibehalten.
- Das Maschinenfahrzeug muss seine Fahrt verringern.
- Das Maschinenfahrzeug muss vorsichtig manövrieren bis die Gefahr vorüber ist.
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Wie hat sich ein Maschinenfahrzeug im freien Seeraum oder außerhalb des Fahrwassers gegenüber einem in Sicht befindlichen manövrierunfähigen Fahrzeug zu verhalten, wenn die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht?
Das Maschinenfahrzeug muss ausweichen.
Ein manövrierunfähiges Fahrzeug hat gar keine Wahl mehr — Ruder oder Maschine sind ausgefallen. Es steht damit ganz oben in der Rangfolge, und alles andere weicht ihm aus, das Maschinenfahrzeug zuerst. Man erkennt es an zwei roten Rundumlichtern senkrecht übereinander oder tagsüber an zwei schwarzen Bällen.
Merksatz
Gegen einen, der nichts mehr kann, gewinnt niemand ein Recht
Typischer FehlerKurs und Geschwindigkeit beibehalten zu wollen, als wäre man Kurshalter. Und einfach nach Steuerbord zu gehen oder die Fahrt zu verringern ist kein Ausweichmanöver, sondern ein halbes.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Das Maschinenfahrzeug muss Kurs und Geschwindigkeit beibehalten.
- Das Maschinenfahrzeug muss seinen Kurs nach Steuerbord ändern.
- Das Maschinenfahrzeug muss seine Fahrt verringern.
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Wie hat sich ein Maschinenfahrzeug im freien Seeraum oder außerhalb des Fahrwassers gegenüber einem in Sicht befindlichen manövrierbehinderten Fahrzeug zu verhalten, wenn die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht?
Das Maschinenfahrzeug muss ausweichen.
Ein manövrierbehindertes Fahrzeug kann wegen seiner Arbeit nicht frei manövrieren — es baggert, legt Kabel oder versorgt einen anderen. Auch ihm gegenüber ist das Maschinenfahrzeug der Ausweichpflichtige. Zu erkennen ist es an den Rundumlichtern rot, weiß, rot oder am Tag an Ball, Rhombus, Ball.
Merksatz
Auch wer nur arbeitet, steht über dem, der frei fährt
Typischer FehlerKurs und Geschwindigkeit beibehalten zu wollen. Und die Fahrt zu verringern oder nach Steuerbord zu gehen erfüllt die Pflicht nicht: Gefragt ist das Ausweichen, nicht eine Geste in dessen Richtung.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Das Maschinenfahrzeug muss Kurs und Geschwindigkeit beibehalten.
- Das Maschinenfahrzeug muss seinen Kurs nach Steuerbord ändern.
- Das Maschinenfahrzeug muss seine Fahrt verringern.
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Wie hat sich ein Maschinenfahrzeug im freien Seeraum oder außerhalb des Fahrwassers gegenüber einem in Sicht befindlichen fischenden Fahrzeug zu verhalten, wenn die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht?
Das Maschinenfahrzeug muss ausweichen.
Ein fischendes Fahrzeug hängt an seinem Gerät. Netze und Leinen liegen oft weit ab vom Rumpf, und ein Kurswechsel ist entweder unmöglich oder zerstört den Fang. Deshalb weicht ein Maschinenfahrzeug ihm aus — und tut gut daran, großzügig zu passieren, weil das eigentliche Hindernis unter Wasser liegt und nicht zu sehen ist.
Merksatz
Nicht das Boot ist im Weg, sondern das Netz daneben
Typischer FehlerKurs und Geschwindigkeit beibehalten zu wollen oder es bei einer kleinen Kursänderung nach Steuerbord zu belassen. Vorsichtig zu manövrieren, bis die Gefahr vorüber ist, gehört zum Verhalten bei verminderter Sicht und nicht hierher.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Das Maschinenfahrzeug muss Kurs und Geschwindigkeit beibehalten.
- Das Maschinenfahrzeug muss seinen Kurs nach Steuerbord ändern.
- Das Maschinenfahrzeug muss vorsichtig manövrieren, bis die Gefahr vorüber ist.
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Wie hat sich ein Segelfahrzeug im freien Seeraum oder außerhalb des Fahrwassers gegenüber einem in Sicht befindlichen fischenden Fahrzeug zu verhalten, wenn die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes besteht?
Das Segelfahrzeug muss ausweichen.
Auch ein Segelfahrzeug steht nicht ganz oben. Über ihm rangiert, wer fischt — denn ein ausliegendes Netz nimmt noch mehr Bewegungsfreiheit als ein Segel. Der Vorrang, den ein Segler gegenüber Maschinenfahrzeugen hat, gilt also nicht gegenüber jedem, und diese Frage ist genau die Stelle, an der die Rangfolge weitergeht.
Merksatz
Segel schlägt Maschine, aber Netz schlägt Segel
Typischer FehlerDen Segelvorrang für unbegrenzt zu halten und Kurs und Geschwindigkeit zunächst beibehalten zu wollen. Die sichere Durchfahrt nicht zu behindern ist eine schwächere Pflicht und gilt in anderen Fällen; hier ist ein Ausweichmanöver verlangt.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Das Segelfahrzeug muss seinen Kurs nach Steuerbord ändern.
- Das Segelfahrzeug darf die sichere Durchfahrt nicht behindern.
- Das Segelfahrzeug muss Kurs und Geschwindigkeit zunächst beibehalten.
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Wie muss man sich gegenüber diesem Fahrzeug verhalten?

Die sichere Durchfahrt des Fahrzeugs darf nicht behindert werden.
Nicht behindern ist etwas anderes als ausweichen, und es ist mehr. Ausweichen setzt ein, wenn zwei Fahrzeuge schon aufeinander zulaufen. Die sichere Durchfahrt nicht zu behindern heißt, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen — früh und großzügig aus dem Weg zu gehen, damit der andere seinen Kurs nie ändern muss.
Merksatz
Nicht behindern heißt: die Lage gar nicht entstehen lassen
Typischer FehlerKurs und Geschwindigkeit beibehalten zu wollen, als wäre man Kurshalter. Und Sog und Wellenschlag zu vermeiden ist eine ganz andere Pflicht — sie gilt gegenüber Liegeplätzen und Ufern, nicht gegenüber einem fahrenden Schiff.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Das Fahrzeug muss an Steuerbord passiert werden.
- Sog und Wellenschlag vermeiden.
- Kurs und Geschwindigkeit beibehalten.
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Wie muss man sich gegenüber diesem Fahrzeug verhalten?

Die sichere Durchfahrt des Fahrzeugs darf nicht behindert werden.
Wieder gilt: die sichere Durchfahrt nicht behindern. Der praktische Maßstab dafür ist der Zeitpunkt. Wer erst kurz vorher reagiert, hat schon behindert, selbst wenn am Ende nichts passiert — denn der andere musste damit rechnen, bremsen oder abweichen. Die Pflicht ist erfüllt, wenn drüben gar nicht erst jemand nervös wird.
Merksatz
Früh genug heißt: der andere merkt nichts von mir
Typischer FehlerSich auf eine Seite festzulegen, etwa das Fahrzeug an Steuerbord zu passieren — die Regel schreibt keine Seite vor, sondern ein Ergebnis. Und Kurs und Geschwindigkeit beibehalten wäre das Gegenteil dessen, was verlangt ist.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Das Fahrzeug muss an Steuerbord passiert werden.
- Sog und Wellenschlag vermeiden.
- Kurs und Geschwindigkeit beibehalten.
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Wie verhält sich der Kurshaltepflichtige vor Einleitung des Manövers des letzten Augenblicks gegenüber einem ausweichpflichtigen Fahrzeug?
Kurs und Geschwindigkeit zunächst beibehalten und dem Ausweichpflichtigen besondere Aufmerksamkeit widmen.
Der Kurshalter hat eine unbequeme Aufgabe: nichts tun, und zwar aufmerksam. Kurs und Geschwindigkeit bleiben zunächst, damit der Ausweichpflichtige eine berechenbare Größe vor sich hat. Gleichzeitig gilt ihm die besondere Aufmerksamkeit — man beobachtet, ob er tatsächlich handelt. Erst wenn erkennbar wird, dass er es nicht tut, ändert sich die Rolle.
Merksatz
Kurshalten heißt nicht wegsehen
Typischer FehlerKurs oder Geschwindigkeit vorzeitig anzupassen. Genau das nimmt dem anderen die Berechenbarkeit. Und nach Steuerbord zu gehen ist die Reaktion aus einer anderen Lage, nicht die des Kurshalters.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Kurs oder Geschwindigkeit anpassen und dem Ausweichpflichtigen besondere Aufmerksamkeit widmen.
- Kurs nach Steuerbord ändern. Geschwindigkeit verringern und dem Ausweichpflichtigen besondere Aufmerksamkeit widmen.
- Kurs nach Steuerbord ändern, Geschwindigkeit zunächst beibehalten und dem Ausweichpflichtigen besondere Aufmerksamkeit widmen.
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Wie muss sich ein Ausweichpflichtiger gegenüber einem Kurshalter verhalten?
Das Ausweichmanöver muss frühzeitig, durchgreifend und klar erkennbar durchgeführt werden.
Drei Eigenschaften machen ein gutes Ausweichmanöver aus. Frühzeitig, damit Zeit bleibt. Durchgreifend, damit es wirkt — eine Kursänderung um wenige Grad verändert die Lage kaum. Und klar erkennbar, damit der andere es von drüben sieht und darauf vertrauen kann. Ein schrittweises Nachjustieren erfüllt keine dieser drei Bedingungen.
Merksatz
Früh, deutlich, sichtbar — sonst ist es kein Ausweichen
Typischer FehlerDen Kurs Schritt für Schritt anzupassen, um knapp hinter dem Heck des anderen durchzukommen. Und das Manöver des letzten Augenblicks ist Sache des Kurshalters, nicht die des Ausweichpflichtigen — wer ausweicht, tut es lange vorher.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Der Kurs muss bei Annäherung an den Kurshalter Schritt für Schritt so angepasst werden, dass das Heck des Anderen sicher umfahren wird.
- Das Manöver des letzten Augenblicks ist durchzuführen. Es muss so ausgewichen werden, wie es zur Vermeidung eines Zusammenstoßes am dienlichsten ist.
- Die Fahrt ist auf das für die Steuerfähigkeit erforderliche Mindestmaß zu reduzieren; im Zweifelsfall muss ganz aufgestoppt werden.
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Wie hat sich ein überholendes Fahrzeug zu verhalten?
Es hat dem zu überholenden Fahrzeug auszuweichen.
Wer überholt, tut es freiwillig. Er wählt den Zeitpunkt, er sieht den anderen vor sich, und er kann jederzeit darauf verzichten. Deshalb liegt die ganze Verantwortung bei ihm: Er weicht dem zu überholenden Fahrzeug aus, und zwar so lange, bis er endgültig vorbei und klar ist. Die Pflicht endet nicht auf halber Höhe.
Merksatz
Wer überholt, weicht aus — von hinten bis endgültig vorbei
Typischer FehlerDie Pflicht abzuschwächen: Abstand halten, Sog und Wellenschlag vermeiden oder die sichere Durchfahrt nicht behindern sind weniger als ausweichen. Und eine Zustimmung des anderen per Schallsignal einzuholen ist auf See nicht vorgesehen.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Es muss den größtmöglichen Abstand zum überholten Fahrzeug einhalten und Sog und Wellenschlag vermeiden.
- Es darf die sichere Durchfahrt des zu überholenden Fahrzeugs nicht behindern.
- Es muss vor dem Überholen ein Schallsignal abgeben, um die Zustimmung des zu überholenden Fahrzeugs einzuholen.
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Wie hat man sich zu verhalten, wenn man bei verminderter Sicht anscheinend vorlicher als querab das Schallsignal eines anderen Fahrzeugs hört?
Es ist ebenfalls ein Schallsignal abzugeben und die Fahrt soweit zu verlangsamen, dass die Steuerfähigkeit noch erhalten bleibt. Erforderlichenfalls ist ganz aufzustoppen. In jedem Fall ist vorsichtig zu manövrieren, bis die Gefahr eines Zusammenstoßes vorüber ist.
Ein Schallsignal vorlicher als querab heißt: Da ist jemand, ungefähr vor mir, und man weiß nicht, wie weit und auf welchem Kurs. Ausweichen wäre Raten. Richtig ist deshalb dreierlei: selbst ein Signal geben, die Fahrt so weit herunternehmen, dass die Steuerfähigkeit gerade noch bleibt, nötigenfalls ganz aufstoppen — und dann vorsichtig manövrieren, bis die Gefahr vorüber ist.
Merksatz
Im Nebel wird nicht ausgewichen, sondern langsam gemacht
Typischer FehlerFrühzeitig, durchgreifend und klar erkennbar auszuweichen — diese Regel gilt für in Sicht befindliche Fahrzeuge, und hier sieht man nichts. Kurs und Geschwindigkeit beizubehalten, bis der andere in Sicht kommt, wäre ebenfalls falsch: Dann ist es zu spät.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Es ist ebenfalls ein Schallsignal abzugeben und frühzeitig, durchgreifend und klar erkennbar auszuweichen.
- Es sind mindestens fünf kurze Töne mit der Pfeife abzugeben und das Manöver des letzten Augenblicks durchzuführen. Dabei ist so zu manövrieren, wie es zur Vermeidung eines Zusammenstoßes am dienlichsten ist.
- Es ist ebenfalls ein Schallsignal abzugeben. Kurs und Geschwindigkeit sind so lange beizubehalten, bis das andere Fahrzeug in Sicht kommt. Dann ist die Ausweichsituation nach KVR zu prüfen und man muss sich entsprechend verhalten.
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Wie verhält man sich als Kurshalter, wenn man feststellt, dass ein anderes Fahrzeug seiner Ausweichpflicht nicht nachkommt und die Gefahr einer unmittelbaren Kollision bevorsteht?
Man gibt mindestens fünf kurze Töne mit der Pfeife ab und führt das "Manöver des letzten Augenblicks" durch. Dabei ist so zu manövrieren, wie es zur Vermeidung eines Zusammenstoßes am dienlichsten ist.
Zwei Dinge gleichzeitig, und beide gehören zusammen. Mindestens fünf kurze Töne mit der Pfeife sagen dem anderen: Ich sehe nicht, dass du etwas unternimmst. Und weil man sich darauf nicht verlassen kann, folgt das Manöver des letzten Augenblicks — dabei ist zu tun, was den Zusammenstoß am ehesten verhindert, ohne Rücksicht darauf, was sonst vorgeschrieben wäre.
Merksatz
Fünf kurze Töne und dann selber handeln
Typischer FehlerEs bei den Tönen zu belassen und nur die Geschwindigkeit zu reduzieren. Und Kurs und Geschwindigkeit zunächst beizubehalten war die Regel für den Zeitraum davor — jetzt ist dieser Zeitraum vorbei.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Man gibt ein Schallsignal (vier kurze Töne) ab und verlangsamt die Fahrt soweit, dass die Steuerfähigkeit noch erhalten bleibt. Erforderlichenfalls ist ganz aufzustoppen. In jedem Fall ist vorsichtig zu manövrieren, bis die Gefahr eines Zusammenstoßes vorüber ist.
- Man gibt mindestens fünf kurze Töne mit der Pfeife ab und reduziert die Geschwindigkeit, um Sog und Wellenschlag zu vermeiden.
- Man behält Kurs und Geschwindigkeit zunächst bei und widmet dem Ausweichpflichtigen besondere Aufmerksamkeit.
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Welche Bedeutung hat folgendes Schallsignal? (mindestens )

Ein ausweichpflichtiges Fahrzeug wird auf seine Ausweichpflicht aufmerksam gemacht.
Mindestens fünf kurze Töne sind das Zweifelssignal. Sie bedeuten nicht Gefahr allgemein, sondern richten sich an einen bestimmten anderen: Du bist ausweichpflichtig, und ich erkenne nicht, dass du es tust. Es ist damit das letzte Mittel der Verständigung, bevor der Kurshalter selbst handelt.
Merksatz
Fünf kurze Töne heißen: du bist dran, und du tust nichts
Typischer FehlerEs für ein allgemeines Gefahren- und Warnsignal zu halten — dieses Signal hat eine Adresse. Das Bleib-weg-Signal betrifft gefährliche Güter, und eine Sperrung der Seeschifffahrtsstraße wird nicht mit der Pfeife bekannt gegeben.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Allgemeines Gefahren- und Warnsignal.
- Bleib-Weg-Signal, Explosionsgefahr durch gefährliche Güter. Sofort den Gefahrenbereich verlassen. Feuer und Zündfunken vermeiden.
- Seeschifffahrtsstraße gesperrt. Weiterfahrt verboten, sofort aufstoppen.
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Welche Bedeutung hat folgendes Schallsignal?

Ein Ankerlieger macht ein sich näherndes Fahrzeug auf eine gefährliche Annäherung aufmerksam.
Kurz, lang, kurz kommt von einem, der liegt und nicht ausweichen kann. Ein Ankerlieger gibt es, wenn sich ein Fahrzeug gefährlich nähert — zusätzlich zu Glocke oder Gong, die ohnehin laufen. Die Botschaft ist eine Ortsangabe mit Nachdruck: Hier liege ich, genau hier, und du kommst zu nah.
Merksatz
Kurz, lang, kurz kommt immer von jemandem, der steht
Typischer FehlerEs für eine Maschinenmeldung zu halten — dass die Maschine rückwärts läuft, wird mit drei kurzen Tönen angezeigt. Und mit einer schutzbedürftigen Anlage oder einem Fahrzeug mit gestoppter Maschine hat es nichts zu tun.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Die Maschine des Fahrzeugs läuft rückwärts.
- Schutzbedürftige Anlage; Geschwindigkeit reduzieren, Sog und Wellenschlag vermeiden.
- Maschinenfahrzeug, das seine Maschinen gestoppt hat und keine Fahrt durchs Wasser macht.