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SBF See und Binnen · Basisfragen

Vorschriften und Flüssiggas

9 amtliche Prüfungsfragen. Wo die Regeln stehen — und warum Propan an Bord besonders gefährlich ist. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.

Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte

Worum es hier geht

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Zwei Themen in einem Abschnitt, und das zweite ist das gefährlichere: Flüssiggas an Bord. Fünf der neun Fragen drehen sich darum, und alle fünf folgen aus einer einzigen Eigenschaft.

Propan und Butan sind schwerer als Luft. Sie steigen nicht auf und lüften sich nicht von selbst weg, sondern sammeln sich unten im Boot — in der , im Kielraum — und bilden dort mit Luft ein explosives Gemisch. Daraus folgt alles Weitere. Die Gasbehälter gehören möglichst an Deck und vor Sonneneinstrahlung geschützt; wenn das nicht geht, in einen besonders abgeschlossenen Raum, der in Bodenhöhe eine Öffnung nach außenbords hat — damit austretendes Gas dorthin abfließt, wo es nicht schadet.

Ist Gas ins Bootsinnere gelangt, wird die Zuführung abgesperrt und gelüftet. Was man nicht tut: elektrische Schalter betätigen, funken oder ein Mobiltelefon benutzen. Jeder dieser Handgriffe kann einen Funken erzeugen, und ein Funke ist in einem explosiven Gemisch alles, was fehlt.

Vor der Inbetriebnahme muss die Anlage abgenommen sein, Leitungen und Anschlüsse müssen dicht sein; dann werden Haupthahn und Absperrventile geöffnet. Beim Außerbetriebsetzen werden sie geschlossen — auch dann, wenn man in einer Stunde wiederkommt.

Der Vorschriftenteil ist kürzer. Ein Sportboot mit Elektromotor darf ohne Fahrerlaubnis geführt werden, solange die Antriebsleistung höchstens 7,5 Kilowatt in der Betriebsart S1 (Dauerbetrieb) beträgt. Wichtige Regeln, Ausrüstungsempfehlungen und Hinweise zu umweltgerechtem Verhalten stehen in nautischen Publikationen wie „Sicherheit auf dem Wasser“ und „Sicher auf See“. Beim längeren Verlassen des Fahrzeugs werden alle Seeventile geschlossen und der Hauptschalter des Bordnetzes ausgeschaltet — beides gegen die zwei Arten, auf die ein Boot am Liegeplatz kaputtgeht: Wasser von unten und Strom von innen.

Warum gefährlich
Propan und Butan sind schwerer als Luft und bilden mit Luft ein explosives Gemisch.
Lagern
An Deck, vor Sonne geschützt — sonst abgeschlossener Raum mit Öffnung nach außenbords in Bodenhöhe.
Gas im Boot
Absperren, lüften. Keine Schalter, kein Funk, kein Mobiltelefon.
Elektroboot ohne Schein
Höchstens 7,5 Kilowatt, Betriebsart S1.

Die typische Falle: Die Öffnung nach außenbords muss in Bodenhöhe liegen. Oben wäre sie wirkungslos, weil das Gas gar nicht dorthin kommt.

Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.

  1. 58

    Welche Veröffentlichungen enthalten wichtige Regeln und Tipps für Wassersportler, Empfehlungen zur Ausrüstung von Sportbooten sowie Hinweise zu umweltgerechtem Verhalten auf dem Wasser?

    Nautische Publikationen wie „Sicherheit auf dem Wasser“ und „Sicher auf See".

    Gefragt sind die Hefte, die Wassersportler ansprechen: Regeln, Ausrüstungsempfehlungen, Umwelthinweise, verständlich zusammengestellt. Genau das leisten die beiden nautischen Publikationen, die hier stehen — die eine für das Wasser allgemein, die andere für die See.

    MerksatzZwei Hefte für Wassersportler, kein Gesetz und kein Signalbuch

    Typischer FehlerEine Verordnung oder das Internationale Signalbuch dazuzunehmen. Die Verordnung über die Sicherung der Seefahrt ist Recht und keine Empfehlung, und das Signalbuch ist ein Nachschlagewerk für Signale — Ausrüstungstipps stehen in keinem von beiden.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Verordnung über die Sicherung der Seefahrt und nautische Publikationen wie „Sicher auf See".
    • Nautische Publikation wie „Sicherheit auf dem Wasser“ und Internationales Signalbuch.
    • Internationales Signalbuch und Verordnung über die Sicherung der Seefahrt.

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  2. 59

    Unter welchen Voraussetzungen darf ein Sportboot mit Elektromotor ohne Fahrerlaubnis geführt werden?

    Die Antriebsleistung beträgt höchstens 7,5 Kilowatt Betriebsart S1 (Dauerbetrieb).

    S1 = Dauerbetrieb mit konstanter Belastung

    Für Verbrennungsmotoren liegt die Grenze bei elf Komma null drei Kilowatt, für Elektroantriebe niedriger: bei sieben Komma fünf Kilowatt in der Betriebsart Dauerbetrieb. Der Zusatz zur Betriebsart ist kein Beiwerk — ein Elektromotor kann kurzzeitig weit mehr leisten als dauerhaft, und maßgeblich ist die Dauerleistung.

    MerksatzElektrisch sieben Komma fünf, im Dauerbetrieb gemessen

    Typischer FehlerDie elf Komma null drei Kilowatt zu übernehmen, die für Verbrennungsmotoren gelten. Und die beiden pauschalen Fassungen liegen daneben: Weder darf ein Elektroboot immer ohne Fahrerlaubnis geführt werden noch nie.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Es darf immer ohne Fahrerlaubnis geführt werden, unabhängig von der Antriebsleistung.
    • Bis zu einer Antriebsleistung von 11,03 Kilowatt Betriebsart S1 (Dauerbetrieb).
    • Es darf nie ohne Fahrerlaubnis geführt werden, unabhängig von der Antriebsleistung.

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  3. 60

    Welche Vorkehrungen sind für das längere Verlassen des Fahrzeugs zu treffen?

    Alle Seeventile schließen und den Hauptschalter des Bordnetzes ausschalten.

    Wer das Fahrzeug länger allein lässt, schaltet die zwei Dinge ab, die in dieser Zeit unbemerkt schiefgehen können. Offene Seeventile sind der Weg, auf dem Wasser hereinkommt, wenn ein Schlauch nachgibt. Und ein eingeschalteter Hauptschalter lässt Verbraucher weiterlaufen und die Batterie leer werden — im schlimmsten Fall auch einen schadhaften Stromkreis.

    MerksatzWasser draußen, Strom aus

    Typischer FehlerAn das Auffüllen von Kraftstoff- und Wassertank oder das Aufladen des Bordnetzes zu denken. Das ist Pflege, keine Vorkehrung. Und den Hafenmeister zu verständigen ersetzt keines von beiden.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Kraftstoff- und Wassertank auffüllen und das Bordnetz aufladen.
    • Tagestank schließen und Kraftstofffilter entwässern.
    • Fahrzeug seefest hinterlassen und den Hafenmeister verständigen.

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  4. 61

    Wie ist ein enges Gewässer zu befahren, wenn man sich am Ufer festgemachten Fahrzeugen nähert?

    Verringerung der Geschwindigkeit, um schädlichen Sog und Wellenschlag zu vermeiden.

    Festgemachte Fahrzeuge können nicht ausweichen und nicht nachgeben. Was ihnen zusetzt, ist die eigene Welle und der Sog: Leinen werden ruckartig belastet, Boote schlagen gegen die Pier, an Bord fällt etwas um. Die einzige wirksame Antwort ist, langsamer zu werden — Sog und Wellenschlag hängen unmittelbar an der Geschwindigkeit.

    MerksatzVor Liegeplätzen zählt nur eines: langsamer

    Typischer FehlerZu glauben, Gleitfahrt mache die Welle kleiner — sie macht sie anders, nicht harmlos. Vom Rechtsfahrgebot abzuweichen ist hier nicht gefragt, und auf Höhe der Fahrzeuge aufzustoppen wäre übertrieben und behindert die anderen.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Beibehaltung der Geschwindigkeit, um durch Gleitfahrt schädlichen Sog und Wellenschlag auszuschließen.
    • Verringerung der Geschwindigkeit und nötigenfalls vom Rechtsfahrgebot abweichen.
    • Auf Höhe der festgemachten Fahrzeuge aufstoppen und überprüfen, dass kein Dritter behindert oder geschädigt wird.

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  5. 62

    Wo sollen die Gasbehälter einer Flüssiggasanlage gelagert werden?

    Möglichst an Deck, geschützt vor Sonneneinstrahlung, sonst in einem besonders abgeschlossenen Raum für Gasbehälter, der in Bodenhöhe eine Öffnung nach außenbords hat.

    Flüssiggas ist schwerer als Luft: Was austritt, sinkt nach unten. An Deck läuft es deshalb einfach über Bord. Nur wenn das nicht geht, kommen die Behälter in einen abgeschlossenen Raum — und der braucht seine Öffnung ganz unten, in Bodenhöhe nach außenbords, weil das Gas sich genau dort sammelt. Schatten ist die zweite Bedingung, denn Wärme erhöht den Druck im Behälter.

    MerksatzDas Gas geht nach unten, also muss die Öffnung nach unten

    Typischer FehlerDen Behälter unten im Schiff unterzubringen — dorthin sinkt das Gas ohnehin. Und eine Lüftung, die oben sitzt, greift ins Leere: Sie belüftet den Raum über dem Gas, nicht das Gas selbst.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Möglichst unten im Schiff, geschützt vor Sonneneinstrahlung, sonst in einem besonders abgeschlossenen Raum für Gasbehälter, der in Bodenhöhe eine Öffnung nach außenbords hat.
    • Möglichst auf dem Vorschiff, geschützt vor Sonneneinstrahlung, sonst in einem besonders abgeschlossenen Raum für Gasbehälter, der in Bodenhöhe eine Öffnung nach außenbords hat.
    • Möglichst an Deck, geschützt vor Sonneneinstrahlung, sonst in einem besonders abgeschlossenen Raum für Gasbehälter, der oben belüftet ist.

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  6. 63

    Warum sind die Flüssiggase Propan und Butan an Bord besonders gefährlich?

    Beide Gase sind schwerer als Luft und bilden mit Luft ein explosives Gemisch.

    Propan und Butan sind schwerer als Luft. Was aus einer undichten Leitung kommt, steigt also nicht auf und lüftet sich nicht von selbst weg, sondern läuft in Bilge, Motorraum und Kielraum und bleibt dort liegen. Zusammen mit Luft bildet es dort ein zündfähiges Gemisch — unsichtbar, geruchsarm verdünnt, und genau an der Stelle, an der die Zündquellen sitzen.

    MerksatzGas sammelt sich unten, dort wo niemand hinsieht

    Typischer FehlerEs für leichter als Luft zu halten — dann wäre es weit weniger gefährlich. Und das Gemisch entsteht mit Luft, nicht mit Wasser; schwerer als Wasser ist keines der beiden Gase.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Beide Gase sind leichter als Luft und bilden mit Luft ein explosives Gemisch.
    • Beide Gase sind schwerer als Wasser und bilden mit Wasser ein explosives Gemisch.
    • Beide Gase sind schwerer als Luft und bilden mit Wasser ein explosives Gemisch.

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  7. 64

    Was ist zu tun, wenn Flüssiggas in das Innere des Bootes gelangt?

    Gaszuführung absperren und für Lüftung sorgen. Außerdem keine elektrischen Schalter betätigen und keinen Funk und keine Mobiltelefone benutzen.

    Zwei Dinge gleichzeitig: die Quelle abstellen, also die Gaszuführung absperren, und das, was schon drin ist, hinausbekommen — lüften, möglichst von unten. Alles Übrige ist eine Frage der Zündquellen. Ein elektrischer Schalter funkt beim Schalten, ein Funkgerät und ein Mobiltelefon können es ebenfalls. Also nichts davon anfassen, solange Gas an Bord ist.

    MerksatzAbsperren, lüften, nichts schalten und nichts funken

    Typischer FehlerVom Boot aus per Telefon Hilfe zu holen — das ist gut gemeint und genau die verbotene Handlung. Die Leitung zu entleeren statt die Zuführung abzusperren löst das Problem nicht, und die Gasfreiheit mit einem Feuerzeug zu prüfen ist der letzte Fehler, den jemand macht.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Gasleitung entleeren und für Lüftung sorgen. Außerdem keine elektrischen Schalter betätigen und keine Telefone benutzen.
    • Gaszuführung absperren und für Lüftung sorgen. Außerdem keine elektrischen Schalter betätigen und per Telefon Hilfe holen.
    • Gasleitung entleeren und die Gasfreiheit mit dem Feuerzeug prüfen sowie über Funk oder Mobiltelefon Hilfe anfordern.

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  8. 65

    Was ist vor Inbetriebnahme einer Flüssiggasanlage zu prüfen?

    Die Anlage muss abgenommen sein, Leitungen und Anschlüsse müssen dicht sein. Haupthahn und andere Absperrventile sind zu öffnen.

    Vor dem Öffnen kommt das Prüfen. Die Anlage muss abgenommen sein, und Leitungen wie Anschlüsse müssen dicht sein — das ist der Zustand, ohne den nichts weitergeht. Erst danach werden Haupthahn und Absperrventile geöffnet. Die Reihenfolge ist der eigentliche Inhalt der Regel.

    MerksatzErst Abnahme und Dichtheit, dann aufdrehen

    Typischer FehlerAus der Abnahme eine Person zu machen: Die Inbetriebnahme darf jeder, das Prüfen der Anlage nicht. Und Fristen wie jährlich oder drei Jahre werden hier gern eingefügt, obwohl es um das Öffnen der Ventile geht.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Die Anlage muss abgenommen sein, die Inbetriebnahme darf nur durch eine besonders geprüfte Person erfolgen.
    • Die Anlage muss abgenommen sein und jährlich überprüft werden. Die Inbetriebnahme darf nur durch eine besonders geprüfte Person erfolgen.
    • Die Abnahme der Anlage darf nicht länger als drei Jahre zurückliegen. Haupthahn und andere Absperrventile sind zu öffnen.

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  9. 66

    Was ist zu beachten, wenn eine Flüssiggasanlage außer Betrieb gesetzt wird?

    Haupthahn und Absperrventile sind zu schließen.

    Außer Betrieb heißt: der Weg des Gases wird zugemacht, und zwar an beiden Enden — Haupthahn am Behälter und die Absperrventile in der Anlage. Danach ist zwischen Behälter und Verbraucher nichts mehr unter Druck, das leck schlagen könnte. Mehr wird nicht verlangt, und mehr wäre auch nicht sinnvoll.

    MerksatzAußer Betrieb heißt zudrehen, nicht ausbauen

    Typischer FehlerDie Anlage gasfrei machen oder den Flüssiggasbehälter entleeren zu wollen. Das ist Arbeit für eine Werkstatt und nicht das, was nach dem Kochen zu tun ist. Die Gasflasche zu entsorgen erst recht nicht.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Die Anlage ist gasfrei zu machen.
    • Gasflasche fachgerecht entsorgen.
    • Der Flüssiggasbehälter ist vollständig zu entleeren.

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