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SBF See und Binnen · Basisfragen

Motor und Störungen

9 amtliche Prüfungsfragen. Tanken, Kontrollleuchten, warum der Motor stehen bleibt. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.

Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte

Worum es hier geht

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Neun Fragen, die alle dieselbe Form haben: eine Beobachtung an Bord und die Frage, was dahintersteckt. Das ist kein Motorenkurs, sondern ein Diagnosetraining — und die drei Kontrollen, um die es geht, stehen in einer Frage beisammen: Motortemperatur, Öldruck, Ladekontrolle.

Wird der Motor zu heiß, ist die Ursache fast immer im Kühlkreis zu suchen: defektes Thermostat, defekte Impellerpumpe, geschlossenes Seeventil oder zu niedriger Kühlwasserstand. Die vier hängen zusammen — in allen Fällen kommt zu wenig Wasser dorthin, wo es Wärme abführen soll.

Bleibt die Ladekontrolllampe nach dem Starten an, lädt die Batterie nicht: Lichtmaschine oder deren Regler sind defekt. Leuchtet die Ölkontrollleuchte weiter, fehlt Öldruck — Druckschalter oder Öldruckpumpe. Beide Lampen sagen dasselbe über sich selbst: Sie gehen nach dem Start aus, wenn alles stimmt, und wer sie ignoriert, fährt in einen Schaden hinein.

Zwei Störungen betreffen den Antrieb statt des Motors. Bleibt der Motor beim Einkuppeln stehen, ist der Propeller blockiert — meistens durch etwas, das man vorher hätte sehen können. Und ein Außenborder mit vollem Tank, der unterwegs ausgeht, bekommt keinen Kraftstoff: geschlossene Belüftungsschraube oder verstopfte Leitung. Der volle Tank in der Frage ist kein Beiwerk, sondern der Hinweis darauf, dass es nicht am Vorrat liegt.

Die Ruderwirkung schließlich hängt daran, dass Wasser am Ruderblatt vorbeiströmt. Bei Rückwärtsfahrt mit Einbaumaschine und starrer Welle setzt sie deshalb erst spät ein — erst wenn das Blatt angeströmt wird. Ein Außenborder ohne Ruderanlage hat dieses Problem nicht: Dort erzeugt der Schraubenstrom zusammen mit der Richtung des Propellers die Ruderwirkung. Und getankt wird mit abgestelltem Motor, ohne elektrische Schalter zu betätigen, mit Vorkehrung gegen Überlaufen und ohne offenes Feuer.

Zu heiß
Thermostat, Impellerpumpe, Seeventil, Kühlwasserstand.
Ladekontrolle bleibt an
Lichtmaschine oder ihr Regler.
Ölleuchte bleibt an
Druckschalter oder Öldruckpumpe.
Außenborder geht aus, Tank voll
Belüftungsschraube zu oder Leitung verstopft.

Die typische Falle: Die Fragen nennen die Beobachtung, nicht die Baugruppe. Wer sich merkt, welche Lampe wofür steht, hat vier Fragen auf einmal.

Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.

  1. 49

    Was muss beim Tanken beachtet werden?

    Motor abstellen, keine elektrischen Schalter betätigen, Vorbereitung gegen das Überlaufen von Kraftstoff treffen, kein offenes Feuer.

    Benzindämpfe sind schwerer als Luft und sammeln sich unten im Boot. Es braucht nur einen Funken. Deshalb: Motor aus, keine elektrischen Schalter betätigen, kein offenes Feuer — und vorher überlegen, wo überlaufender Kraftstoff hinläuft, damit er nicht in Bilge oder Wasser gelangt. Alle vier Punkte gehören zusammen.

    MerksatzMotor aus, Schalter aus, Feuer aus, Auffangen vorbereitet

    Typischer FehlerDen Motor nur in Leerlaufstellung zu bringen statt ihn abzustellen — er bleibt eine Zündquelle. Und einen Feuerlöscher bereitzuhalten ist vernünftig, ersetzt aber nicht das Abstellen; es ist die Reaktion auf den Brand, nicht seine Vermeidung.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Motor in Leerlaufstellung, keine elektrischen Schalter betätigen, Vorbereitung gegen das Überlaufen von Kraftstoff treffen, kein offenes Feuer.
    • Fenster schließen, keine elektrischen Schalter betätigen, Vorbereitung gegen das Überlaufen von Kraftstoff treffen, kein offenes Feuer.
    • Motor abstellen, Feuerlöscher bereithalten, Vorbereitung gegen das Überlaufen von Kraftstoff treffen, kein offenes Feuer.

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  2. 50

    Wodurch wird bei einem Fahrzeug mit Außenbordmotor und ohne Ruderanlage die Ruderwirkung erzielt?

    Durch Schraubenstrom und Richtung des Propellers.

    Ein Außenborder hat kein Ruderblatt. Gesteuert wird, indem der ganze Antrieb geschwenkt wird: Der Propeller zeigt in eine andere Richtung, und der von ihm erzeugte Schraubenstrom drückt das Heck herum. Ruderwirkung entsteht hier also aus dem Strahl selbst und der Richtung, in die er zeigt.

    MerksatzBeim Außenborder lenkt der Strahl, nicht ein Blatt

    Typischer FehlerVom Anstellwinkel des Propellers zu sprechen — das ist die Steigung der Blätter und hat mit dem Steuern nichts zu tun. Und ein Schraubenwiderstand bremst, er lenkt nicht.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Durch Schraubenstrom und Anstellwinkel des Propellers.
    • Durch den Schraubenwiderstand und Anstellwinkel des Propellers.
    • Durch den Schraubenwiderstand und Richtung des Propellers.

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  3. 51

    Weshalb setzt bei einem Fahrzeug mit Einbaumaschine und starrer Welle bei Aufnahme der Rückwärtsfahrt die Ruderwirkung erst relativ spät ein?

    Weil sie erst mit Anströmung des Ruderblattes einsetzt.

    Ein Ruderblatt wirkt nur, wenn Wasser daran vorbeiströmt. Vorwärts liefert die Schraube diese Strömung frei Haus, sie bläst direkt auf das Blatt. Rückwärts bläst sie nach vorn, am Ruder vorbei — dann muss erst das Fahrzeug selbst genug Fahrt achteraus machen, damit Wasser das Ruderblatt anströmt. Bis dahin steht das Ruder wirkungslos im Wasser.

    MerksatzKein Wasser am Blatt, kein Ruder

    Typischer FehlerEs dem Radeffekt zuzuschreiben. Der wirkt zwar rückwärts besonders deutlich, erklärt aber nicht die Verzögerung. Und der Abstand zwischen Propeller und Ruderblatt ist nicht das Problem, sondern die Richtung, in die der Schraubenstrom bläst.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Weil sich durch den Radeffekt ein Unterdruck am Propeller entwickelt.
    • Durch den Abstand von Propeller und Ruderblatt.
    • Weil sich durch den Radeffekt ein Unterdruck am Ruder entwickelt.

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  4. 52

    Während der Fahrt sollte die Maschinenanlage ständig überwacht werden. Worauf muss besonders geachtet werden?

    Motortemperatur, Öldruck, Ladekontrolle.

    Drei Anzeigen melden die Schäden, die schnell und teuer werden. Die Motortemperatur zeigt, ob die Kühlung noch arbeitet; der Öldruck, ob geschmiert wird — fällt er, ist der Motor in Minuten hin; die Ladekontrolle, ob die Lichtmaschine lädt, denn ohne Strom stehen später Navigation, Licht und Anlasser still. Alles andere ist Zusatz.

    MerksatzTemperatur, Öldruck, Ladung — der Rest ist Kür

    Typischer FehlerAuf Nebenwerte auszuweichen: Drehzahlmesser, Keilriemenspannung, Getriebeöltemperatur oder der Druck der Einspritzpumpe. Nützlich sind sie, aber sie sind nicht die drei, deren Ausfall den Motor kostet.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Kühlwasseraustritt, Drehzahlmesser, Keilriemenspannung.
    • Schraubendrehzahl, Getriebeöltemperatur, Öldruck.
    • Druck der Einspritzpumpe, Impellerpumpe, Ölpumpe.

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  5. 53

    Die Temperatur der Antriebsmaschine überschreitet die zulässigen Grenzwerte. Was könnte die mögliche Ursache sein?

    Defektes Thermostat, defekte Impellerpumpe, geschlossenes Seeventil, zu niedriger Kühlwasserstand.

    Alle vier genannten Ursachen greifen an derselben Stelle an, nämlich am Kühlkreislauf. Ein defektes Thermostat öffnet nicht, eine defekte Impellerpumpe fördert kein Seewasser, ein geschlossenes Seeventil lässt keines herein, und ein zu niedriger Kühlwasserstand hat schlicht zu wenig davon. Die Wärme entsteht immer gleich — sie wird nur nicht mehr abgeführt.

    MerksatzZu heiß heißt fast immer: die Kühlung kommt nicht durch

    Typischer FehlerEtwas Fremdes in die Aufzählung zu lassen. Zu viel Motoröl, eine zu hohe Batteriespannung oder eine defekte Kupplung machen Ärger, aber sie gehören nicht in den Kühlkreislauf — und genau daran unterscheiden sich die falschen Fassungen von der richtigen.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Zu viel Motoröl, defekte Impellerpumpe, geschlossenes Seeventil, zu niedriger Kühlwasserstand.
    • Defektes Thermostat, defekte Impellerpumpe, geschlossenes Seeventil, zu hohe Batteriespannung.
    • Defektes Thermostat, defekte Kupplung, geschlossenes Seeventil, zu niedriger Kühlwasserstand.

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  6. 54

    Die Ladekontrolllampe erlischt nach dem Starten nicht. Was könnte die mögliche Ursache sein?

    Lichtmaschine bzw. Regler der Lichtmaschine defekt.

    Die Ladekontrolllampe vergleicht die Bordspannung mit dem, was die Lichtmaschine liefert. Bleibt sie nach dem Starten an, kommt von dort nichts an: Die Lichtmaschine selbst ist defekt oder ihr Regler. Der Motor läuft dann weiter, aber die Batterie wird leer statt voll — und irgendwann fehlt der Strom für Navigation, Licht und den nächsten Start.

    MerksatzLampe bleibt an, Batterie wird leer

    Typischer FehlerEs auf die Drehzahl zu schieben — die Ladung setzt schon knapp über Leerlauf ein. Und der Anlasser ist nach dem Starten ohnehin außer Betrieb; er kann die Anzeige gar nicht auslösen.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Zu hohe Motordrehzahl.
    • Keilriemen gerissen und hoher Stromverbrauch.
    • Anlasser ist nach dem Starten ausgefallen.

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  7. 55

    Die Ölkontrollleuchte leuchtet nach dem Starten weiter. Was könnte die mögliche Ursache sein?

    Druckschalter bzw. Öldruckpumpe defekt.

    FI-Schalter = Fehlerstromschutzschalter

    Die Ölkontrollleuchte überwacht nicht die Ölmenge, sondern den Öldruck. Bleibt sie an, meldet sie: Es kommt kein Druck zustande, oder der Schalter, der ihn misst, ist hin. Beides gehört sofort abgestellt, denn ohne Öldruck läuft ein Motor trocken, und das dauert keine Viertelstunde.

    MerksatzDie Öllampe misst Druck, nicht Menge

    Typischer FehlerZu viel Motoröl zu vermuten — das ist ein Problem, meldet sich aber nicht hier. Der Fehlerstromschutzschalter gehört zur Landstromanlage und hat mit dem Motoröl nichts zu tun, und die Drehzahl ebenso wenig.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Zu viel Motoröl im Motor.
    • FI-Schalter defekt.
    • Zu hohe Motordrehzahl.

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  8. 56

    Der Motor ist gestartet worden. Was kann die Ursache sein, wenn nach dem Einkuppeln der Antriebswelle der Motor stehenbleibt?

    Blockierter Propeller.

    Solange der Motor im Leerlauf lief, hatte er nichts zu tragen. Erst beim Einkuppeln der Antriebswelle bekommt er Last — und wenn er dabei stehenbleibt, ist die Last zu groß: Der Propeller sitzt fest, meist weil sich eine Leine, ein Netz oder Tang darin verfangen hat. Der Zusammenhang mit dem Kuppeln ist der eigentliche Hinweis.

    MerksatzStirbt er beim Einkuppeln, sitzt hinten etwas fest

    Typischer FehlerAuf Versorgungsfehler auszuweichen: blockierte Kraftstoffzufuhr, verschmutzter Öl- oder Luftfilter. Die machen sich schon im Leerlauf bemerkbar und warten nicht ausgerechnet auf den Moment des Einkuppelns.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Blockierte Kraftstoffzufuhr.
    • Verschmutzter Ölfilter.
    • Verschmutzter Luftfilter.

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  9. 57

    Ein Außenborder mit gefülltem Tank bleibt während der Fahrt stehen. Was könnten die Ursachen sein?

    Belüftungsschraube geschlossen; verstopfte Kraftstoffleitung.

    Der Tank ist voll, es fehlt also nicht am Kraftstoff, sondern am Weg dorthin. Zwei Stellen kommen infrage: Ist die Belüftungsschraube geschlossen, entsteht im Tank Unterdruck und die Pumpe zieht gegen ein Vakuum, bis nichts mehr kommt. Oder die Kraftstoffleitung ist verstopft. Beides führt zu demselben Bild — der Motor läuft eine Weile und geht dann aus.

    MerksatzVoller Tank und trotzdem aus: Luft rein oder Sprit raus

    Typischer FehlerEinen offenen Tankdeckel für die Ursache zu halten — offen ist gerade richtig, geschlossen wäre das Problem. Ansaugdüsen und eine lose Schraube an der Welle erklären das Stehenbleiben ebenfalls nicht.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Ansaugdüsen zu groß bzw. zu klein.
    • Tankdeckel ist offen.
    • Schraube an der Welle lose.

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