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SKS · Seemannschaft I

Stabilität, Segelstellung, Trimm

17 amtliche Prüfungsfragen. Form- und Gewichtsschwerpunkt, scheinbarer Wind in der Bö, Krängung und Luvgierigkeit, Holepunkt, Windfäden und Großsegeltrimm. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.

Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte

Worum es hier geht

Direkt zu den Fragen ↓

Ein Segelboot wird von zwei Gruppen von Kräften bestimmt: von Auftrieb und Gewicht, die es aufrecht halten, und von Wind und Wasser, die es antreiben, krängen und seitlich versetzen.

Stabilität ist die Eigenschaft eines Schiffes, in aufrechter Lage zu schwimmen und sich aus einer wieder aufzurichten. Sie hängt in ruhigem Wasser von der Form des Rumpfes und von der Gewichtsverteilung ab, also von Ausrüstung, Crew und Ballast. In schwerem Wetter kommen Wind und Seegang hinzu, besonders brechende Wellen. Beansprucht wird sie durch krängende Momente wie Seitenwind, Trossenzug oder die Drehkreisfahrt schneller Motoryachten.

Der Mechanismus dahinter lässt sich mit zwei Punkten erklären. Im Massenschwerpunkt G wirkt die Gewichtskraft senkrecht nach unten, im Formschwerpunkt F, dem Schwerpunkt des verdrängten Wassers, wirkt die Auftriebskraft senkrecht nach oben. Neigt sich das Schiff, ohne dass sich G verschiebt, wandert F zur geneigten Seite aus, weil dort mehr Rumpf ins Wasser taucht. Die beiden Wirklinien bekommen einen seitlichen Abstand, den Hebelarm, und es entsteht ein aufrichtendes Moment: Gewichtskraft mal Hebelarm.

Für die Segelstellung zählt nicht der wahre Wind, sondern der scheinbare — die vektorielle Summe aus wahrem Wind und . Am Wind ist er stärker als der wahre Wind, auf Raumschot- oder Vorwindkursen schwächer. Deshalb kann eine Yacht am Wind schon reffen müssen, während ein gleich großes Boot auf Gegenkurs mit raumem Wind noch ungerefft segelt. Fällt eine Bö ein, nimmt der wahre Wind zu, der Fahrtwind aber zunächst nicht: Der scheinbare Wind fällt achterlicher ein, er raumt, und beim Kreuzen kann man etwas höher an den wahren Wind gehen.

Zunehmende Krängung verändert das Verhalten des Bootes. Der Lateralplan wird kleiner, der seitliche Widerstand sinkt, und die Versetzung durch den Wind wächst. Zugleich wandert der Segeldruckpunkt nach aus, und die nimmt zu. Abhilfe schaffen Traveller nach Lee, etwas Großschot oder das Großsegel reffen. Getrimmt wird das Großsegel mit Großschot, Traveller, , Cunninghamstrecker, Großfall und Achterstagspanner; bei Starkwind wird es flach getrimmt. Am Vorsegel zeigen Falten am meist ein nicht genügend durchgesetztes Fall, ein killendes einen zu weit vorn liegenden und ein killendes einen zu weit achtern liegenden. Windfäden machen den Strömungsverlauf am Segel sichtbar.

Aufrichtendes Moment
Gewichtskraft mal Hebelarm zwischen G und dem ausgewanderten F.
Scheinbarer Wind
Am Wind stärker, raumschots und vor dem Wind schwächer als der wahre.
Krängung
Kleinerer Lateralplan, mehr Abdrift, mehr Luvgierigkeit.
Gegen Luvgierigkeit
Traveller nach Lee, Großschot fieren, reffen.
Holepunkt
Unterliek killt: zu weit vorn. Achterliek killt: zu weit achtern.
Großsegeltrimm
Großschot, Traveller, Unterliekstrecker, Cunninghamstrecker, Großfall, Achterstagspanner.

Die typische Falle: Bei einer Bö raumt der scheinbare Wind — er fällt achterlicher ein, nicht vorlicher. Wer das verwechselt, fällt in der Bö ab, statt etwas höher an den Wind zu gehen.

Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.

  1. 36

    Was versteht man unter der "Stabilität" eines Schiffes?

    Musterantwort

    Unter Stabilität eines Schiffes versteht man seine Eigenschaft, in aufrechter Lage zu schwimmen und sich aus einer Krängung wieder aufzurichten.

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  2. 37

    Wovon hängt die Stabilität eines Schiffes in ruhigem Wasser ab?
    Nennen Sie Beispiele für äußere Momente, welche die Stabilität beanspruchen.

    Musterantwort

    Die Stabilität eines Schiffes hängt ab von:

    1. seiner Geometrie (Form),
    2. der Gewichtsverteilung im Schiff (Ausrüstung, Crew, Ballast).

    Beispiele für eine Beanspruchung der Stabilität sind krängende Momente durch Seitenwind, Trossenzug oder Drehkreisfahrt bei schnellen Motoryachten.

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  3. 38

    Wovon hängt eine in ruhigem Wasser vorhandene Stabilität zusätzlich in schwerem Wetter ab?

    Musterantwort

    Die Stabilität in schwerem Wetter hängt zusätzlich von Wind und Seegang, besonders von brechenden Wellen ab.

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  4. 39

    Was versteht man unter
    1. Formschwerpunkt (F)?
    2. Massenschwerpunkt (Gewichtsschwerpunkt, G)?
    Welche Kräfte wirken in den beiden Punkten?

    Musterantwort

    1. Im Formschwerpunkt F kann man sich die Masse des vom Schiff verdrängten Wassers vereinigt denken. In F wirkt die Auftriebskraft senkrecht zur Wasseroberfläche nach oben.
    2. Im Massenschwerpunkt G kann man sich die Masse des Schiffes einschließlich Ausrüstung und Besatzung vereinigt denken. In G wirkt die Gewichtskraft senkrecht zur Wasseroberfläche nach unten.

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  5. 40

    Was geschieht bei einer Neigung des Schiffes, z. B. durch seitlichen Winddruck, solange sich die Lage des Massenschwerpunktes (Gewichtsschwerpunktes) nicht verändert? (Begründung!)

    Musterantwort

    Der Formschwerpunkt F wandert zur geneigten Seite aus, weil dort ein größerer Teil des Bootskörpers unter Wasser gelangt. Die Wirklinie der Auftriebskraft bekommt dadurch einen seitlichen Abstand zur Wirklinie der Gewichtskraft. Es entsteht ein Kräftepaar, der seitliche Abstand zwischen den Wirklinien ist der Hebelarm. Es entsteht ein aufrichtendes Moment, welches gleich dem Produkt aus Gewichtskraft und Hebelarm ist.

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  6. 41

    Erklären Sie mit Hilfe eines Vektorparallelogramms aus "wahrem Wind (wW)", "Fahrtwind (Fw)" und "scheinbarem Wind (sW)", warum beim Einfallen einer Bö (Windzunahme) der "scheinbare Wind" raumt.
    Welcher Vorteil ergibt sich dadurch beim Kreuzen?
    (Zeichnung!)

    Musterantwort

    Verhältnisse vor Einfall der Bö

    Verhältnisse vor Einfall der Bö

    Verhältnisse bei Einfall der Bö

    Verhältnisse bei Einfall der Bö:
    Der "scheinbare Wind" fällt etwas achterlicher ein, er "raumt", und das Segelboot kann etwas höher an den "wahren Wind" gehen.

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  7. 42

    Auf Amwindkurs mussten Sie reffen.
    Ein entgegenkommendes Boot gleicher Größe segelt ungerefft.
    Wie erklären Sie das?

    Musterantwort

    Der "scheinbare Wind" ist unterschiedlich stark. Er ist auf Amwindkursen stärker und auf Raumschot- oder Vorwindkursen schwächer als der "wahre Wind".

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  8. 43

    Warum wird die Versetzung einer Yacht durch den Wind mit zunehmender Krängung größer?

    Musterantwort

    Der Lateralplan wird kleiner, dadurch verringert sich der seitliche Widerstand des Schiffes im Wasser.

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  9. 44

    Welchen Einfluss hat zunehmende Krängung auf den Trimm eines Segelbootes?
    (Begründung!)

    Musterantwort

    Die Luvgierigkeit nimmt zu, weil der Segeldruckpunkt nach Lee auswandert.

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  10. 45

    Sie segeln am Wind, Krängung und Ruderdruck nehmen stark zu.
    1. Wie bezeichnet man das Verhalten des Bootes?
    2. Mit welchen Mitteln können Sie die Krängung und den Ruderdruck vermindern?

    Musterantwort

    1. Luvgierigkeit.
    2. Traveller nach Lee setzen und/oder Großschot (etwas) fieren, Großsegel reffen.

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  11. 46

    Welche Funktion hat ein Unterliekstrecker und wie kann mit dem Unterliekstrecker der Trimm des Großsegels beeinflusst werden?

    Musterantwort

    Er reguliert die Spannung der Unterlieks. Je nach Zugkraft wird der untere Teil des Großsegels flacher oder bauchiger.

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  12. 47

    Das Vorliek der Fock wirft Falten.
    Welches ist die häufigste Ursache?

    Musterantwort

    Das Fall ist nicht genügend durchgesetzt.

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  13. 48

    Das Unterliek Ihres Vorsegels killt.
    Was ist die Ursache?

    Musterantwort

    Der Holepunkt der Schot liegt zu weit vorne.

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  14. 49

    Das Achterliek Ihres Vorsegels killt.
    Was ist die Ursache?

    Musterantwort

    Der Holepunkt der Schot liegt zu weit achtern.

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  15. 50

    Wozu dienen Windfäden am Segel?

    Musterantwort

    Sie machen den Strömungsverlauf am Segel sichtbar, um das Segel optimal trimmen zu können.

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  16. 51

    1. Wann sollte ein Großsegel flach getrimmt sein?
    2. Wie kann ein Großsegel flach getrimmt werden?

    Musterantwort

    1. Bei Starkwind.
    2. Dichtholen von Unterliek- und Vorliekstrecker, Dichtholen der Großschot, Durchsetzen des Großfalls, Spannung des Achterstags erhöhen, Traveller nach Lee.

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  17. 52

    Mit welchen 6 Teilen des laufenden und stehenden Guts können Sie ein Großsegel trimmen?

    Musterantwort

    Großschot, Traveller, Unterliekstrecker, Cunninghamstrecker, Großfall, Achterstagspanner.

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So geht es weiter

Fachwörter hier Krängung Achterliek Amwindkurs Fahrtwind Fock Unterliek Unterliekstrecker Vorliek