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SRC · Betriebsverfahren und Rangfolgen

Rangfolge und Revierfunk

8 amtliche Prüfungsfragen. Not vor Dringlichkeit vor Sicherheit vor Routine, was ins Schiffstagebuch gehört, Revier- und Hafenfunkdienst und wer den Arbeitskanal bestimmt. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.

Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte

Worum es hier geht

Direkt zu den Fragen ↓

Im Seefunk hat nicht jede Nachricht dasselbe Gewicht, und die Rangfolge ist festgelegt: Not, Dringlichkeit, Sicherheit, Routine. Eine Notmeldung geht allem vor, eine Routinemeldung muss allem weichen. Bei den mittleren beiden lohnt genaues Hinsehen: Dringlichkeit steht über Sicherheit.

Was im Schiffstagebuch dokumentiert werden soll, folgt derselben Logik: der Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr sowie wichtige Vorkommnisse, die den Seefunkdienst betreffen. Der Routineverkehr gehört nicht dazu, und auch nicht pauschal der gesamte DSC-Verkehr.

Ein eigener Bereich ist der Revier- und Hafenfunkdienst. Er dient der Übermittlung von Nachrichten, die ausschließlich das Führen, die Fahrt und die Sicherheit von Schiffen auf dem Revier, innerhalb oder in der Nähe von Häfen betreffen. Zusammen mit dem Schiffslenkungsfunkdienst gehört er zum Sicherheitsfunkdienst innerhalb des mobilen Seefunkdienstes. Der Nachrichtenaustausch zwischen Küstenfunkstellen des Revier- und Hafenfunkdienstes und Seefunkstellen ist nichtöffentlicher Funkverkehr.

Bei einer Verbindung zwischen See- und Küstenfunkstelle bestimmt die Küstenfunkstelle den Arbeitskanal für die weitere Abwicklung, nicht die rufende Seefunkstelle. Eine Küstenfunkstelle des Revier- und Hafenfunkdienstes wird nach dem Muster gekennzeichnet: geografischer Name des Ortes, dann die Art des Dienstes, dann das Wort Radio. Im Alltag begegnet einem der Revierfunk unter Rufnamen wie „Warnemünde Traffic“: Gemeint ist die Küstenfunkstelle des Revierfunkdienstes in Warnemünde, nicht die Wasserschutzpolizei und nicht der Hafenmeister der Marina.

Rangfolge
Not, Dringlichkeit, Sicherheit, Routine.
Schiffstagebuch
Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr und wichtige Vorkommnisse.
Revierfunk
Nur Führen, Fahrt und Sicherheit von Schiffen auf dem Revier und in Hafennähe.
Nichtöffentlich
Verkehr mit dem Revier- und Hafenfunkdienst ist nichtöffentlicher Funkverkehr.
Arbeitskanal
Bestimmt die Küstenfunkstelle.

Die typische Falle: Dringlichkeit kommt vor Sicherheit, nicht umgekehrt. Und beim Namen einer Revierfunkstelle steht der Ort vorn, danach die Art des Dienstes und erst am Ende das Wort Radio.

Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.

  1. 85

    Wie ist die Rangfolge der Aussendungen im Seefunkdienst festgelegt?

    Not, Dringlichkeit, Sicherheit, Routine

    Die Rangfolge richtet sich nach der Gefahr: Not geht vor, weil Leben unmittelbar bedroht ist. Dann folgt Dringlichkeit, wenn die Sicherheit eines Schiffes oder einer Person betroffen ist, danach Sicherheit mit Warnungen für die Schifffahrt. Routineverkehr kommt zuletzt und muss allem anderen weichen.

    MerksatzNot, Dringlichkeit, Sicherheit, Routine — MAYDAY, PAN PAN, SECURITE

    Typischer FehlerSicherheit vor Dringlichkeit zu setzen, weil Sicherheit wichtiger klingt. Eine Sicherheitsmeldung ist aber meist eine allgemeine Warnung, eine Dringlichkeitsmeldung betrifft eine konkrete Gefahr für ein Schiff oder eine Person.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Not, Sicherheit, Dringlichkeit, Routine
    • Routine, Sicherheit, Dringlichkeit, Not
    • Routine, Dringlichkeit, Sicherheit, Not

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  2. 86

    Welche Vorkommnisse im Seefunkdienst sollen im Schiffstagebuch dokumentiert werden?

    Der Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr sowie wichtige Vorkommnisse, die den Seefunkdienst betreffen

    Ins Schiffstagebuch gehört, was später nachvollziehbar sein muss: der Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr und alle wichtigen Vorkommnisse im Funkbetrieb, etwa Störungen oder Ausfälle. Gewöhnlicher Routineverkehr muss dort nicht stehen, er würde das Wichtige nur verdecken.

    MerksatzIns Tagebuch kommt, was zählt — nicht jedes Gespräch

    Typischer FehlerDen gesamten DSC-Verkehr oder den Routineverkehr mit Küstenfunkstellen einzutragen. Das ist mehr als vorgesehen und sagt im Ernstfall nichts. Fehlalarme gehören als wichtiges Vorkommnis zwar dazu, aber nicht nur zwischen Seefunkstellen.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Der Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr sowie der Routineverkehr zwischen Seefunkstellen und Küstenfunkstellen
    • Der gesamte DSC-Verkehr sowie wichtige Vorkommnisse, die den Seefunkdienst betreffen
    • Der GMDSS-Verkehr zwischen Seefunkstellen sowie Fehlalarme und andere wichtige Vorkommnisse, die den Seefunkdienst betreffen

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  3. 87

    Welchem Funkverkehr ist der Nachrichtenaustausch zwischen Küstenfunkstellen des Revier- und Hafenfunkdienstes und Seefunkstellen zuzuordnen?

    Nichtöffentlicher Funkverkehr

    Öffentlicher Funkverkehr ist, was über Küstenfunkstellen ins öffentliche Netz geht und abgerechnet wird, etwa Telefongespräche. Der Revier- und Hafenfunkdienst dient dagegen der Sicherheit und Abwicklung des Schiffsverkehrs und ist deshalb nichtöffentlicher Funkverkehr — ohne Abrechnung und ohne Vertrag mit einer Abrechnungsgesellschaft.

    MerksatzHafenfunk ist Dienst, kein Telefon — also nichtöffentlich

    Typischer FehlerPort Radio zu wählen, weil es nach Hafen klingt. Das ist aber nur eine englische Bezeichnung, keine Art von Funkverkehr. On Board Traffic ist der Funk innerhalb eines Schiffes, und öffentlicher Funkverkehr läuft über das öffentliche Netz.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • On Board Traffic
    • Port Radio
    • Öffentlicher Funkverkehr

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  4. 88

    Wozu dient der Revier- und Hafenfunkdienst?

    Übermittlung von Nachrichten, die ausschließlich das Führen, die Fahrt und die Sicherheit von Schiffen auf dem Revier, innerhalb oder in der Nähe von Häfen betreffen

    Der Revier- und Hafenfunkdienst ist ein Sicherheitsdienst. Über ihn laufen nur Nachrichten, die das Führen, die Fahrt und die Sicherheit der Schiffe in Revieren und Häfen betreffen, etwa Meldungen beim Ein- und Auslaufen oder Hinweise zur Verkehrslage. Alles andere gehört auf andere Kanäle.

    MerksatzHafenfunk dient der Fahrt, nicht dem Plausch

    Typischer FehlerDie Zuweisung von Liegeplätzen oder die Verbreitung von Wetterberichten zu wählen. Das kann im Hafen vorkommen, ist aber nicht der Zweck dieses Dienstes. Nachrichten über das öffentliche Netz gehören zum öffentlichen Funkverkehr.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Zuweisung von Liegeplätzen innerhalb oder in der Nähe von Häfen
    • Verbreitung von Wetterberichten auf dem Revier, innerhalb oder in der Nähe von Häfen
    • Nachrichtenaustausch innerhalb oder in der Nähe von Häfen über das öffentliche Netz

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  5. 89

    Welcher Funkdienst gehört neben dem Revier- und Hafenfunkdienst ebenfalls zum Sicherheitsfunkdienst innerhalb des mobilen Seefunkdienstes?

    Schiffslenkungsfunkdienst

    Zum Sicherheitsfunkdienst innerhalb des mobilen Seefunkdienstes gehört neben dem Revier- und Hafenfunkdienst der Schiffslenkungsfunkdienst. Über ihn laufen Nachrichten, die die Bewegung von Schiffen betreffen, damit der Verkehr sicher abgewickelt werden kann.

    MerksatzRevier- und Hafenfunk plus Schiffslenkung — die Sicherheitsfunkdienste

    Typischer FehlerLotsenfunk oder Schleusenfunk zu wählen. Lotsen und Schleusen sind Gesprächspartner, aber keine eigenen Funkdienste in dieser Einteilung. Der Binnenschifffahrtsfunk ist ein eigener Funkdienst und gehört nicht zum mobilen Seefunkdienst.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Lotsenfunk
    • Schleusenfunk
    • Binnenschifffahrtsfunk

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  6. 90

    Wer bestimmt bei einer Verbindung zwischen See- und Küstenfunkstelle den für die weitere Verkehrsabwicklung zu benutzenden Arbeitskanal?

    Küstenfunkstelle

    Die Küstenfunkstelle bestimmt den Arbeitskanal, weil sie viele Schiffe gleichzeitig bedient und den Überblick über ihre Kanäle hat. Sie weiß, welche frei sind, und kann den Verkehr so verteilen, dass sich die Gespräche nicht stören. Die Seefunkstelle folgt ihrer Zuweisung.

    MerksatzMit Land funken heißt: Land wählt den Kanal

    Typischer FehlerAnzunehmen, die rufende Funkstelle oder die Seefunkstelle bestimme den Kanal, weil sie die Verbindung aufnimmt. Der On-Scene Co-ordinator leitet nur Such- und Rettungsmaßnahmen vor Ort und hat mit Routineverbindungen nichts zu tun.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Seefunkstelle
    • On-Scene Co-ordinator (OSC)
    • Rufende Funkstelle

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  7. 91

    Wie ist eine Küstenfunkstelle des Revier- und Hafenfunkdienstes gekennzeichnet?

    Geografischer Name des Ortes, dem die Art des Dienstes und das Wort Radio folgen

    Der Rufname einer Küstenfunkstelle im Revier- und Hafenfunkdienst folgt einer festen Reihenfolge: Vorne steht der geografische Ortsname, danach folgt die Dienstart, und am Schluss steht Radio. Wer die Reihenfolge kennt, erkennt am Rufnamen, wo die Station sitzt und wofür sie zuständig ist.

    MerksatzOrt zuerst, dann der Dienst, Radio ganz am Ende

    Typischer FehlerLeicht verrutscht die Reihenfolge, etwa mit Radio am Anfang oder mit Radio direkt hinter dem Ortsnamen. Beides ist falsch: Radio steht immer am Schluss, und zwischen Ort und Radio steht die Art des Dienstes.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Wort Radio, dem die Art des Dienstes und der geografische Name des Ortes folgen
    • Geografischer Name des Ortes, dem das Wort Radio und die Art des Dienstes folgen
    • Radio, dem der geografische Name des Ortes und die Art des Dienstes folgen

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  8. 92

    Welche Funkstelle wird mit dem Rufnamen „Warnemünde Traffic“ gerufen?

    Küstenfunkstelle des Revierfunkdienstes in Warnemünde

    Der Zusatz Traffic im Rufnamen kennzeichnet den Revierfunkdienst, also die Verkehrszentrale, die den Schiffsverkehr auf einem Revier beobachtet und mit Informationen versorgt. Davor steht nach dem üblichen Schema der Ort, hier Warnemünde. Wer Warnemünde Traffic ruft, spricht deshalb mit der Küstenfunkstelle des Revierfunkdienstes dort.

    MerksatzTraffic im Rufnamen heißt Revierfunk, also Verkehrszentrale

    Typischer FehlerMan denkt an die Behörde oder Station, die einem am Ort zuerst einfällt: Wasserschutzpolizei, die DGzRS-Station oder den Hafenmeister der Marina. Keine davon trägt Traffic im Rufnamen; dieses Wort steht für den Revierfunkdienst.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Wasserschutzpolizei Warnemünde
    • Seefunkstelle der DGzRS-Station Warnemünde
    • Funkstelle des Hafenmeisters der Marina in Warnemünde

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