Zum Inhalt springen
Bootsschein-Trainer

Start › Fragenkatalog › Seefunkdienst und GMDSS

SRC · Mobiler Seefunkdienst und weltweites Seenot- und Sicherheitsfunksystem (GMDSS)

Seefunkdienst und GMDSS

23 amtliche Prüfungsfragen. Was der mobile Seefunkdienst ist, wozu GMDSS dient, ITU und VO Funk, Küstenfunkstellen, Seegebiete A1 bis A4, MSI, AIS und Zeitangaben in UTC. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.

Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte

Worum es hier geht

Direkt zu den Fragen ↓

Der Seefunk ist ein internationales System mit festen Rollen, Regeln und Begriffen, und wer sie kennt, versteht, warum ein Sportboot mit einem kleinen UKW-Gerät Teil eines weltweiten Rettungsnetzes ist. Der mobile Seefunkdienst ist der Funkverkehr zwischen Küstenfunkstellen und Seefunkstellen oder zwischen Seefunkstellen untereinander. Eine Küstenfunkstelle ist dabei die ortsfeste Funkstelle dieses Dienstes, eine Seefunkstelle die an Bord.

Über allem steht die Internationale Fernmeldeunion (ITU), die die grundlegenden Regelungen für die internationale Telekommunikation festlegt. Ihr Regelwerk für den Funk ist die Vollzugsordnung für den Funkdienst (VO Funk, englisch Radio Regulations): Sie weist den Funkdiensten ihre Frequenzbereiche zu und legt die Betriebsverfahren im Seefunkdienst fest. Speziell für die Sportschifffahrt fasst das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) das Nötige in der Publikation „Funkdienst für die Klein- und Sportschifffahrt“ zusammen.

Das GMDSS, das Weltweite Seenot- und Sicherheitsfunksystem, hat einen klaren Zweck: schnelle und genaue Alarmierung in Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsfällen — alle drei Stufen, nicht nur der Notfall. Damit klar ist, welche Ausrüstung wo nötig ist, ist die See in festgelegte Seegebiete eingeteilt, die Sea Areas A1, A2, A3 und A4. Seegebiet A1 ist der Bereich, der von der Sprechfunkreichweite einer UKW-Küstenfunkstelle abgedeckt wird, die ununterbrochen für DSC-Alarmierungen bereitsteht. Die satellitengestützten Alarmierungssysteme im GMDSS sind COSPAS-SARSAT und Inmarsat.

Neben dem Notfall verbreitet das GMDSS auch Nachrichten, die die Sicherheit der Seeschifffahrt betreffen, abgekürzt MSI. Zwei Kürzel tauchen dabei immer wieder auf: WX steht für den Wetterbericht, NX für die nautische Warnnachricht. AIS ist das automatische Schiffsidentifizierungs- und Überwachungssystem, das statische und dynamische Schiffsdaten auf UKW überträgt.

Zum Alltag gehören einige Begriffe des öffentlichen Funkverkehrs, der der Allgemeinheit zum Austausch von Nachrichten dient. Wer daran teilnehmen will, braucht zusätzlich einen Vertrag mit einer Abrechnungsgesellschaft; abgerechnet wird nach Gesprächsdauer und Preis der Verrechnungseinheiten. Liegen Nachrichten für ein Schiff vor, erfährt es das durch individuelle Benachrichtigung oder durch Abhören von Sammelanrufen. Zeitangaben richten sich nach UTC, der koordinierten Weltzeit; LT ist die Ortszeit am Standort des Schiffes, ETA die voraussichtliche Ankunftszeit, und ein funkärztliches Beratungsgespräch heißt Medico-Gespräch.

Seefunkdienst
Küstenfunkstelle mit Seefunkstelle oder Seefunkstellen untereinander.
ITU und VO Funk
Die ITU setzt die Grundregeln, die VO Funk verteilt Frequenzen und regelt Betriebsverfahren.
GMDSS-Zweck
Schnelle und genaue Alarmierung in Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsfällen.
Seegebiet A1
UKW-Sprechfunkreichweite einer ständig DSC-bereiten Küstenfunkstelle.
Satelliten
COSPAS-SARSAT und Inmarsat alarmieren im GMDSS über Satellit.
Zeit
Zeitangaben richten sich nach UTC, nicht nach der Bordzeit oder der Ortszeit (LT).

Die typische Falle: Das GMDSS ist nicht nur für Notfälle da: Sein Zweck umfasst Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsfälle. Und die Sea Areas A1 bis A4 sind Ausrüstungsgebiete, keine NAVTEX- oder Seewarngebiete.

Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.

  1. 1

    „Mobiler Seefunkdienst“ ist mobiler Funkdienst …

    zwischen Küstenfunkstellen und Seefunkstellen bzw. zwischen Seefunkstellen untereinander

    Der mobile Seefunkdienst verbindet bewegliche Funkstellen auf See mit festen an Land und untereinander. Beide Richtungen gehören dazu: das Gespräch einer Yacht mit einer Küstenfunkstelle ebenso wie der Funkverkehr zwischen zwei Seefunkstellen, also von Schiff zu Schiff. Erst beides zusammen ergibt den Dienst, über den auch Not- und Sicherheitsverkehr laufen.

    MerksatzSchiff zu Land und Schiff zu Schiff — beides ist Seefunkdienst

    Typischer FehlerNaheliegend ist ausschließlich zwischen Seefunkstellen — dann fehlten aber die Küstenfunkstellen, ohne die kein Seenotalarm an Land ankäme. Tragbare Funkstellen an Bord sind nur ein kleiner Teil, und ohne Zuteilung darf eine Seefunkstelle gar nicht betrieben werden.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • zwischen tragbaren Funkstellen an Bord eines Seefahrzeuges
    • ausschließlich zwischen Seefunkstellen
    • zwischen Funkstellen, für die keine Zuteilung (Ship Station Licence) notwendig ist

    Diese Frage einzeln ansehen →

  2. 2

    Welche Funktion hat das „GMDSS“ (Global Maritime Distress and Safety System)?

    Hilfe in Seenotfällen und Sicherung der Schifffahrt durch schnelle und genaue Alarmierung im Seenotfall

    Das GMDSS ist ein weltweites System, das Seenotfälle schnell und mit genauen Angaben an Land und an Schiffe in der Nähe meldet, damit Hilfe ohne Zeitverlust anlaufen kann. Dazu gehört auch die Sicherung der Schifffahrt im Alltag, etwa durch Warnnachrichten. Kern ist die Alarmierung: Wer in Not ist, soll sicher gehört werden, egal wo er sich befindet.

    MerksatzGMDSS alarmiert schnell und genau — damit Hilfe kommt

    Typischer FehlerDie Koordinierung der Rettungskräfte übernimmt die Seenotleitung, nicht das System selbst. Und eine Positionsbestimmung durch geostationäre Satelliten leistet das GMDSS nicht; die Position kommt in der Regel vom GPS-Empfänger an Bord.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Koordinierung der Alarmierung von Seefunkstellen im Seenotfall
    • Positionsbestimmung des Havaristen durch geostationäre Satelliten
    • Störungsfreier Funkverkehr im Seenotfall

    Diese Frage einzeln ansehen →

  3. 3

    Zu welchem Zweck wurde das Weltweite Seenot- und Sicherheitsfunksystem (GMDSS) eingeführt?

    Schnelle und genaue Alarmierung in Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsfällen

    Das GMDSS deckt alle drei Vorrangstufen ab, die über der Routine stehen: Not, Dringlichkeit und Sicherheit. Neben dem Seenotfall sollen also auch dringende Meldungen, etwa zu einer verletzten Person, und Sicherheitsmeldungen wie Wetter- und Navigationswarnungen schnell und genau verbreitet werden. Fehlt eine der drei Stufen, ist das System unvollständig beschrieben.

    MerksatzNot, Dringlichkeit, Sicherheit — alle drei, nicht nur zwei

    Typischer FehlerDie Ablenker lassen jeweils eine Stufe weg: nur Notfälle, nur Not und Dringlichkeit, nur Not und Sicherheit. Sie klingen vollständig, sind es aber nicht — erst alle drei Fälle zusammen beschreiben den Zweck.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Schnelle Alarmierung in Notfällen
    • Schnelle und genaue Alarmierung in Not- und Dringlichkeitsfällen
    • Schnelle und genaue Alarmierung in Not- und Sicherheitsfällen

    Diese Frage einzeln ansehen →

  4. 4

    Welche Aufgaben hat die Internationale Fernmeldeunion (International Telecommunication Union [ITU])?

    Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) legt die grundlegenden Regelungen für die internationale Telekommunikation fest

    Die ITU ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und schafft den internationalen Rahmen für die Telekommunikation: Sie stimmt ab, wer welche Frequenzen nutzt und nach welchen Regeln gefunkt wird. Ihr bekanntestes Regelwerk für den Seefunk ist die Vollzugsordnung für den Funkdienst. Die Grundregeln setzt sie fest; Überwachung und Abrechnung im Einzelnen erledigen andere.

    MerksatzITU setzt die Spielregeln der Telekommunikation

    Typischer FehlerDie Mindeststandards für die Funkausrüstung von Seeschiffen kommen aus der Schiffssicherheit, nicht von der ITU. Eine weltweite Überwachung des Funkverkehrs durch die ITU gibt es nicht, das machen nationale Behörden — und Gebühren rechnet eine Abrechnungsgesellschaft ab.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) legt für alle Nationen der UN, die weltweit Seeschifffahrt betreiben, die Mindeststandards hinsichtlich der Funkausrüstung von Seeschiffen fest
    • Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) führt als internationale Verkehrsbehörde weltweit die Überwachung des Funkverkehrs durch
    • Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) rechnet die Gebühren von weltweiten Seefunkgesprächen ab

    Diese Frage einzeln ansehen →

  5. 5

    Was regelt die Vollzugsordnung für den Funkdienst (VO Funk, engl. Radio Regulations [RR])?

    Die Vollzugsordnung für den Funkdienst (RR) regelt u. a. die Zuweisung von Frequenzbereichen an die Funkdienste und die Betriebsverfahren im Seefunkdienst

    Die Vollzugsordnung für den Funkdienst ist das internationale Regelwerk der ITU, das das Frequenzspektrum ordnet: Sie weist den einzelnen Funkdiensten ihre Frequenzbereiche zu, damit sich Seefunk, Luftfunk und andere nicht gegenseitig stören. Außerdem legt sie die Betriebsverfahren fest, also wie im Seefunkdienst gerufen, geantwortet und Notverkehr abgewickelt wird.

    MerksatzVO Funk: welche Frequenz für wen, und wie gefunkt wird

    Typischer FehlerDie Ausrüstung von Seeschiffen mit Funkeinrichtungen wird in den Regeln zur Schiffssicherheit festgelegt, nicht in der VO Funk. Die Benutzung von Radaranlagen ist kein Gegenstand dieses Regelwerks, und einen freien Funkverkehr zwischen Nationen regelt sie auch nicht.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Die Vollzugsordnung für den Funkdienst (RR) regelt die Ausrüstung von Seeschiffen bezüglich der Funkeinrichtung
    • Die Vollzugsordnung für den Funkdienst (RR) regelt den freien Funkverkehr zwischen den Seefahrt betreibenden Nationen
    • Die Vollzugsordnung für den Funkdienst (RR) regelt die Benutzung von Radaranlagen auf Seeschiffen auf See und in Häfen

    Diese Frage einzeln ansehen →

  6. 6

    Welche Publikationen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) enthalten speziell für die Sportschifffahrt Informationen zum Seefunk?

    Funkdienst für die Klein- und Sportschifffahrt

    Das BSH gibt mit dem Funkdienst für die Klein- und Sportschifffahrt eine Publikation heraus, die sich gezielt an Freizeitskipper richtet. Sie fasst zusammen, was für kleinere Fahrzeuge im Seefunk wichtig ist, etwa Küstenfunkstellen, Kanäle, Wetter- und Warnfunk. Schon der Titel nennt die Zielgruppe, nach der die Frage fragt.

    MerksatzFür Sportboote gibt es einen eigenen Funkdienst-Band

    Typischer FehlerDie Nachrichten für Seefahrer klingen passend, richten sich aber an die gesamte Schifffahrt und dienen vor allem der Berichtigung von Seekarten. Das Nautische Jahrbuch enthält Daten für die astronomische Navigation, und die Mitteilungen für Seefunkstellen sind keine eigene Ausgabe für die Sportschifffahrt.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Nautisches Jahrbuch
    • Nachrichten für Seefahrer
    • Mitteilungen für Seefunkstellen und Schiffsfunkstellen

    Diese Frage einzeln ansehen →

  7. 7

    Was ist eine „Küstenfunkstelle“?

    Ortsfeste Funkstelle des mobilen Seefunkdienstes

    Eine Küstenfunkstelle steht an Land und bewegt sich nicht — daher ortsfest. Sie gehört zum mobilen Seefunkdienst, weil ihr Gegenüber die beweglichen Seefunkstellen auf den Schiffen sind. Über sie laufen Gespräche zwischen Schiff und Land, Warnungen und im Ernstfall der Notverkehr.

    MerksatzKüstenfunkstelle steht fest an Land, Seefunkstelle fährt mit

    Typischer FehlerEine Funkstelle an Bord eines Schiffes ist eine Seefunkstelle, auch wenn das Schiff in Küstennähe fährt. Und der Rundfunkdienst ist ein eigener Funkdienst für die Allgemeinheit, kein Teil des mobilen Seefunkdienstes.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Funkstelle an Bord eines Schiffes im Küstenbereich, über die wichtige Informationen für die Seeschifffahrt verbreitet werden
    • Funkstelle des Rundfunkdienstes zur Übermittlung von Wetternachrichten für die Schifffahrt
    • Funkstelle an Bord eines Schiffes für den Empfang von Funkgesprächen aus dem Mobilfunknetz

    Diese Frage einzeln ansehen →

  8. 8

    Was bedeutet „öffentlicher Funkverkehr“?

    Funkverkehr, der der Allgemeinheit zum Austausch von Nachrichten dient

    Öffentlicher Funkverkehr steht jedermann offen, der Nachrichten austauschen will — etwa ein Telefongespräch von Bord über eine Küstenfunkstelle an einen Teilnehmer an Land. Darum gehört dazu auch die Abrechnung der Gespräche. Nicht öffentlich ist dagegen der Verkehr, der nur dem Schiffsbetrieb dient, etwa der Revier- und Hafenfunk.

    MerksatzÖffentlich heißt: für alle, die eine Nachricht loswerden wollen

    Typischer FehlerÖffentlich bedeutet nicht unverschlüsselt und auch nicht, dass jeder mithören darf: Fernmeldegeheimnis und Abhörverbot gelten gerade hier. Eine Pflicht, diesen Verkehr abzuhören, gibt es für Seefunkstellen ebenfalls nicht.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Funkverkehr, der im Gegensatz zum Nichtöffentlichen Funkverkehr unverschlüsselt abgewickelt wird
    • Funkverkehr, der von jeder Seefunkstelle abgehört werden muss
    • Funkverkehr, der nicht dem Fernmeldegeheimnis und dem Abhörverbot unterliegt

    Diese Frage einzeln ansehen →

  9. 9

    Für die Teilnahme am öffentlichen Funkverkehr ist – im Gegensatz zur Teilnahme am Nicht-öffentlichen Funkverkehr – zusätzlich erforderlich …

    Vertrag mit einer Abrechnungsgesellschaft

    Wer über eine Küstenfunkstelle Gespräche in das Telefonnetz führt, verursacht Kosten, die jemand in Rechnung stellen muss. Das übernimmt eine Abrechnungsgesellschaft, mit der der Schiffseigner einen Vertrag schließt. Für den nicht öffentlichen Verkehr, etwa von Schiff zu Schiff, fallen keine solchen Gebühren an — deshalb ist der Vertrag nur beim öffentlichen Funkverkehr zusätzlich nötig.

    MerksatzWer telefoniert, braucht jemanden, der abrechnet

    Typischer FehlerSeefunkzeugnis, Zulassung des Funkgeräts und Zuteilung (Ship Station Licence) sind schon für jede Seefunkstelle Pflicht, also auch im nicht öffentlichen Verkehr. Sie kommen beim öffentlichen Funkverkehr nicht zusätzlich hinzu.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Besitz eines Seefunkzeugnisses
    • Zulassung des Funkgeräts
    • Zuteilung (Ship Station Licence)

    Diese Frage einzeln ansehen →

  10. 10

    Wodurch erfährt eine Seefunkstelle von einer Küstenfunkstelle, dass dort Nachrichten für sie vorliegen?

    Individuelle Benachrichtigung oder Abhören von Sammelanrufen

    Eine Küstenfunkstelle kann eine Seefunkstelle gezielt rufen, wenn Nachrichten für sie vorliegen, oder sie verliest zu festen Zeiten Sammelanrufe — eine Liste der Schiffe, für die etwas wartet. Wer diese Sammelanrufe abhört, erfährt so, dass er sich melden soll. Beides läuft über den Seefunk selbst.

    MerksatzGezielt gerufen oder in der Sammelliste genannt

    Typischer FehlerNAVTEX verbreitet Warnungen und Wetterberichte für alle, keine Hinweise auf Nachrichten für ein einzelnes Schiff. Die Abrechnungsgesellschaft stellt nur Gebühren in Rechnung, und eine Benachrichtigung per SMS oder E-Mail gehört nicht zum Seefunkverfahren.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Individuelle Benachrichtigung durch die Abrechnungsgesellschaft
    • Individuelle Benachrichtigung mittels SMS oder E-Mail
    • Öffentliche Benachrichtigung mittels NAVTEX

    Diese Frage einzeln ansehen →

  11. 11

    Was sind die Abrechnungsgrundlagen für ein Seefunkgespräch über eine deutsche Küstenfunkstelle?

    Gesprächsdauer und Preis der Verrechnungseinheiten

    Abgerechnet wird ein Seefunkgespräch ähnlich wie ein Telefonat: nach der Zeit, die es dauert, multipliziert mit dem Preis der Verrechnungseinheiten. Die Entfernung zur Küstenfunkstelle spielt dabei keine Rolle, ebenso wenig der Inhalt des Gesprächs.

    MerksatzDauer mal Verrechnungseinheit — mehr zählt nicht

    Typischer FehlerDie Entfernung zur Küstenfunkstelle entscheidet darüber, ob eine Verbindung zustande kommt, nicht über den Preis. Frequenznutzungsgebühren werden nicht je Gespräch berechnet, und die Dringlichkeit eines Gesprächs ist kein Abrechnungsmerkmal.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Gesprächsdauer und Entfernung zur Küstenfunkstelle
    • Gesprächsdauer und Frequenznutzungsgebühren
    • Gesprächsdauer und Dringlichkeit des Gesprächs

    Diese Frage einzeln ansehen →

  12. 12

    Was ist eine „Sea-Area“ im GMDSS?

    Festgelegtes Seegebiet

    Im GMDSS ist eine Sea-Area ein festgelegtes Seegebiet, abgegrenzt danach, welche Funkdienste dort erreichbar sind — etwa die UKW-Reichweite einer Küstenfunkstelle oder die Abdeckung durch Satelliten. Danach richtet sich, welche Funkausrüstung ein ausrüstungspflichtiges Schiff mitführen muss.

    MerksatzSea-Area: das Gebiet bestimmt die nötige Funkausrüstung

    Typischer FehlerEin international festgelegtes Seewarngebiet ist eine NAVAREA, kein Seegebiet im GMDSS-Sinn. Auch NAVTEX legt diese Gebiete nicht fest, und ein Raster zum Auffinden von Verunglückten gibt es dafür nicht.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • International festgelegtes Seewarngebiet
    • Im NAVTEX bestimmtes Seegebiet
    • Weltweites Raster zum schnellen Auffinden von verunglückten Fahrzeugen

    Diese Frage einzeln ansehen →

  13. 13

    Welche Bezeichnungen tragen die Seegebiete, in denen für Schiffe eine bestimmte Funkausrüstung international vorgeschrieben ist?

    A1, A2, A3, A4

    Die Seegebiete heißen A1 bis A4 und sind nach Reichweite gestaffelt: A1 liegt im UKW-Bereich einer Küstenfunkstelle mit DSC, A2 im Grenzwellenbereich, A3 im Bereich eines anerkannten Satellitendienstes und A4 umfasst den Rest, vor allem die Polargebiete. Je weiter draußen, desto umfangreicher die vorgeschriebene Funkausrüstung.

    MerksatzA1 nah an Land, A4 ganz weit draußen

    Typischer FehlerNAVAREAS sind Vorhersage- und Seewarngebiete, keine Ausrüstungsgebiete. Küstengewässer und Hohe See sind rechtliche oder geografische Begriffe, und Buchstaben ohne Ziffer gibt es als Bezeichnung nicht.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • A, B, C, D
    • NAVAREAS
    • Küstengewässer, küstennahe Seegewässer, Hohe See

    Diese Frage einzeln ansehen →

  14. 14

    Eine Yacht befindet sich in einem Seegebiet, das von der Sprechfunkreichweite einer UKW-Küstenfunkstelle abgedeckt wird, die ununterbrochen für DSC-Alarmierungen zur Verfügung steht. In welchem Seegebiet befindet sich das Fahrzeug?

    Seegebiet A1

    Seegebiet A1 ist genau so definiert: der Bereich, in dem eine UKW-Küstenfunkstelle per Sprechfunk erreichbar ist und ständig für DSC-Alarmierungen bereitsteht. Das ist der innerste Gürtel entlang der Küste. Weiter draußen folgen die anderen Gebiete, die von Grenzwelle oder Satelliten abhängen.

    MerksatzUKW-Reichweite mit DSC an Land: das ist A1

    Typischer FehlerSeegebiet A2 wird mit A1 verwechselt, ist aber über die Reichweite einer Grenzwellen-Küstenfunkstelle bestimmt, nicht über UKW. A3 und A4 liegen noch weiter draußen.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Seegebiet A2
    • Seegebiet A3
    • Seegebiet A4

    Diese Frage einzeln ansehen →

  15. 15

    Welches sind die satellitengestützten Alarmierungssysteme im Weltweiten Seenot- und Sicherheitsfunksystem (GMDSS)?

    COSPAS-SARSAT, Inmarsat

    Im GMDSS übernehmen zwei Satellitensysteme die Alarmierung: COSPAS-SARSAT empfängt die Signale von Satelliten-Seenotfunkbaken und leitet sie an die Seenotleitungen weiter, Inmarsat stellt über geostationäre Satelliten Verbindungen von Bord an Land her, auch für Notalarme. Beide sind eigens für die Seenot- und Sicherheitskommunikation einbezogen.

    MerksatzBake an COSPAS-SARSAT, Telefon über Inmarsat

    Typischer FehlerEPIRB und AIS sind Geräte an Bord, keine Satellitensysteme, und DSC ist ein Verfahren des terrestrischen Funks. Eutelsat und Globalstar sind Satellitenbetreiber, aber nicht die Alarmierungssysteme, nach denen gefragt ist.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Eutelsat, Globalstar
    • EPIRB, AIS
    • DSC, COSPAS-SARSAT

    Diese Frage einzeln ansehen →

  16. 16

    Was wird als „MSI“ bezeichnet?

    Nachricht, die die Sicherheit der Seeschifffahrt betrifft

    MSI steht für Maritime Safety Information, also Nachrichten für die Sicherheit der Seeschifffahrt: nautische Warnungen, Wetterwarnungen und Wetterberichte sowie andere dringende Sicherheitsmeldungen. Verbreitet werden sie unter anderem über NAVTEX. Die Abkürzung beschreibt einen Inhalt, keine Kennung.

    MerksatzMSI ist Sicherheitsinformation, MMSI ist eine Rufnummer

    Typischer FehlerAm häufigsten wird MSI mit der MMSI verwechselt, der Rufnummer im Seefunkdienst. Mit einer Landeskennung oder einer Signalstärke hat die Abkürzung ebenfalls nichts zu tun.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Rufnummer im Seefunkdienst (Maritime Mobile Service Identity)
    • Mittlere Signalstärke des modulierten Eingangssignals
    • Landeskennung einer Seefunkstelle

    Diese Frage einzeln ansehen →

  17. 17

    Welche Aussendung wird als „WX" bezeichnet?

    Wetterbericht

    WX ist die gebräuchliche Kurzform für Wetter, eine Aussendung mit diesem Kennzeichen ist also ein Wetterbericht. Die kurzen Kennzeichen erlauben es, eine Aussendung schon am Anfang einzuordnen, ohne sie ganz zu hören.

    MerksatzWX wie Wetter

    Typischer FehlerLeicht verwechselt wird WX mit NX — dieses Kürzel steht für die nautische Warnnachricht. Eine zurückgenommene Aussendung und Funktelex haben eigene Bezeichnungen.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Nautische Warnnachricht
    • Aussendung, die zurückgenommen wurde
    • Funktelexaussendung im GMDSS

    Diese Frage einzeln ansehen →

  18. 18

    Welche Aussendung wird als „NX" bezeichnet?

    Nautische Warnnachricht

    NX kennzeichnet eine nautische Warnnachricht, etwa über ein treibendes Hindernis, ausgefallene Seezeichen oder ein Wrack. Das Kürzel erlaubt, die Aussendung sofort als Warnung für die Navigation einzuordnen und von einem Wetterbericht zu unterscheiden.

    MerksatzNX ist die nautische Warnung, WX der Wetterbericht

    Typischer FehlerDer Wetterbericht trägt das Kürzel WX; wer die beiden Buchstabenpaare vertauscht, liegt hier falsch. Eine zurückgenommene Aussendung oder Funktelex im GMDSS sind mit NX nicht gemeint.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Wetterbericht
    • Aussendung, die zurückgenommen wurde
    • Funktelexaussendung im GMDSS

    Diese Frage einzeln ansehen →

  19. 19

    Was versteht man unter „AIS“?

    Automatisches Schiffsidentifizierungs- und Überwachungssystem, das statische und dynamische Schiffsdaten auf UKW überträgt

    AIS steht für Automatic Identification System. Jedes ausgerüstete Schiff sendet automatisch über UKW feste Daten wie Name, Rufzeichen und MMSI sowie laufend wechselnde Daten wie Position, Kurs und Geschwindigkeit. Andere Schiffe und Landstellen sehen damit, wer wo unterwegs ist, ohne dass jemand funken muss.

    MerksatzAIS sendet selbst, wer ich bin und wohin ich fahre

    Typischer FehlerDie Aussendung einer Kennung beim Loslassen der Sprechtaste ist ATIS aus dem Binnenschifffahrtsfunk, nicht AIS. Und AIS beruht nicht auf Radarpeilungen: Jedes Schiff überträgt seine Daten selbst.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Automatische Aussendung der Kennung eines Seeschiffes jede Minute bzw. beim Loslassen der Sprechtaste
    • Allgemeines Informationssystem für die Seeschifffahrt
    • Identifizierung eines Schiffes mit Hilfe von Radarpeilungen und deren Weitergabe an die Schifffahrt zur Kollisionsverhütung

    Diese Frage einzeln ansehen →

  20. 20

    Was bedeutet „ETA“?

    Voraussichtliche Ankunftszeit

    ETA ist die Abkürzung für Estimated Time of Arrival, also die voraussichtliche Zeit der Ankunft eines Schiffes an seinem Ziel. Sie wird zum Beispiel einem Hafen oder einer Verkehrszentrale gemeldet, damit dort geplant werden kann.

    MerksatzETA: Arrival, also Ankunft

    Typischer FehlerDas Gegenstück ist ETD für Departure, die voraussichtliche Abfahrtszeit — wer die Buchstaben verwechselt, landet bei Abfahrt statt Ankunft. Für Gesamt- oder Restfahrtzeit steht ETA nicht.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Voraussichtliche Abfahrtszeit
    • Voraussichtliche Gesamtfahrtzeit
    • Voraussichtliche Restfahrtzeit

    Diese Frage einzeln ansehen →

  21. 21

    Wonach richten sich die Zeitangaben im Seefunkdienst?

    Koordinierte Weltzeit (Universal Time Co-ordinated [UTC])

    Seefunk ist international: Schiffe und Küstenfunkstellen in verschiedenen Zeitzonen müssen sich auf eine gemeinsame Uhr beziehen, sonst passen Sendezeiten, Warnungen und Positionsmeldungen nicht zusammen. Diese gemeinsame Uhr ist die Koordinierte Weltzeit, UTC — unabhängig von Sommerzeit und Standort.

    MerksatzIm Seefunk tickt eine Uhr für alle: UTC

    Typischer FehlerDie Greenwich-Zeit liegt nahe an UTC, ist aber eine ältere, astronomisch bestimmte Zeit und nicht der heutige Standard. Bordzeit und Ortszeit wechseln mit Standort und Saison und taugen deshalb nicht als gemeinsamer Bezug.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Bordzeit, berichtigt nach Sommer- oder Winterzeit
    • Greenwich-Zeit (Greenwich Mean Time [GMT])
    • Ortszeit, bezogen auf den Standort des Schiffes (Local Time [LT])

    Diese Frage einzeln ansehen →

  22. 22

    Welche Bedeutung hat die Zeitangabe „LT“ (Local Time)?

    Ortszeit, bezogen auf den Standort des Schiffes

    Local Time ist die Ortszeit, die zum aktuellen Standort des Schiffes gehört. Sie ändert sich, wenn das Schiff in eine andere Zeitzone fährt. Im Seefunk wird sie nur genannt, wenn ausdrücklich die Ortszeit gemeint ist; sonst gilt UTC.

    MerksatzLT ist die Zeit am Ort, wo das Schiff gerade ist

    Typischer FehlerZeitzonen richten sich nach der geografischen Länge, nicht nach der Breite. Eine besondere Zeit für ein bestimmtes Seegebiet ist LT ebenso wenig wie die Zeit, die ein angeschlossenes GPS-Gerät übermittelt.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Zeitzone entsprechend der geografischen Breite des Schiffsortes
    • Zeit, die bei Funkaussendungen in einem bestimmten Seegebiet zu verwenden ist
    • Zeit, die automatisch durch ein an die Funkanlage angeschlossenes GPS-Gerät übermittelt wird

    Diese Frage einzeln ansehen →

  23. 23

    Wie bezeichnet man ein funkärztliches Beratungsgespräch?

    Medico-Gespräch

    Ein funkärztliches Beratungsgespräch heißt Medico-Gespräch: Wer an Bord einen Kranken oder Verletzten hat und keinen Arzt, holt sich über Funk ärztlichen Rat von Land. Der Begriff ist im Seefunk fest eingeführt.

    MerksatzArzt per Funk: das ist ein Medico-Gespräch

    Typischer FehlerEmergency und Medical Transport klingen nach Notfall und Krankentransport, bezeichnen aber nicht die ärztliche Beratung. Ein Erste-Hilfe-Gespräch ist kein Begriff des Seefunkdienstes.

    Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.

    Die anderen Antwortmöglichkeiten
    • Emergency-Gespräch
    • Medical-Transport-Gespräch
    • Erste-Hilfe-Gespräch

    Diese Frage einzeln ansehen →

So geht es weiter