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SBF See · Spezifische FragenFahrwasser und Verkehrsregeln
24 amtliche Prüfungsfragen. Steuerbordseite, Einlaufen, Überholverbote, Ankerverbote und der Nord-Ostsee-Kanal. Unter jeder Frage steht die richtige Antwort und darunter unsere eigene Erklärung: warum sie richtig ist, ein Merksatz zum Behalten und der Fehler, in den die meisten laufen.
Fragen und Antworten unverändert aus dem amtlichen Katalog der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.elwis.de), Stand der Übernahme: 9. August 2026. Die Erklärungen sind eigener Text. Quellen und Rechte
Worum es hier geht
Direkt zu den Fragen ↓Die Kollisionsverhütungsregeln sagen, wer wem ausweicht. Dieser Abschnitt sagt, wo das überhaupt gilt — und wo stattdessen die Ordnung des Fahrwassers greift, die eine ganz andere Logik hat.
Zuerst die Geografie. Welche Wasserflächen Seeschifffahrtsstraßen sind, steht in der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung und der Schifffahrtsordnung Emsmündung; örtliche Sonderregeln stehen in den Bekanntmachungen der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt. Ein ist dabei keine Vermutung, sondern eine Definition: eine Wasserfläche, die durchgehend durch Fahrwasserseitenbezeichnung begrenzt oder gekennzeichnet ist — binnenwärts der Flussmündungen auch eine nicht gekennzeichnete, die für die durchgehende Schifffahrt bestimmt ist.
Die Steuerbordseite eines Fahrwassers ist — außer in Wattgebieten — die Seite, die ein von See kommendes Schiff an seiner Steuerbordseite hat. Das ist der Satz, der die gesamte Tonnenkennzeichnung trägt: Er legt fest, wovon aus „rechts“ gemeint ist, und zwar unabhängig davon, in welche Richtung man selbst gerade fährt.
Im Fahrwasser gilt Vorfahrt statt Ausweichpflicht, und das ist der wichtigste Unterschied dieses Abschnitts. Wer einläuft, quert, dreht oder seinen Anker- und Liegeplatz verlässt, hat die Vorfahrt der dem Fahrwasserverlauf folgenden Fahrzeuge zu beachten — hier hilft es nicht, Segelfahrzeug zu sein. Erst außerhalb des Fahrwassers gelten wieder die Regeln der Kollisionsverhütungsregeln, und Segelfahrzeuge, die im Fahrwasser nicht deutlich dessen Richtung folgen, weichen untereinander danach aus — aber nur, soweit sie dadurch vorfahrtberechtigte Fahrzeuge nicht gefährden oder behindern.
Verbote sind an Orte gebunden, nicht an Fahrzeugarten. Überholen ist verboten an Engstellen, in unübersichtlichen Krümmungen, in Schleusenbereichen, in gekennzeichneten Strecken und in der Nähe nicht frei fahrender Fähren in Fahrt. Ankern ist verboten im Fahrwasser, an Engstellen und in unübersichtlichen Krümmungen, vor Hafeneinfahrten, Schleusen, Anlegestellen und Sielen, in den Zufahrten des Nord-Ostsee-Kanals, innerhalb von Fähr- und Brückenstrecken — und im Umkreis von 300 m von schwimmenden Geräten, Wracks, Schifffahrtshindernissen und Kabeltonnen. Dieselben 300 m gelten vor und hinter einem Ankerverbotszeichen.
Zwei Signale gehören in diesen Abschnitt. Beim Einlaufen in Fahrwasser und Häfen wird ein langer Ton gegeben, wenn die Verkehrslage es erfordert. Und das allgemeine Gefahr- und Warnsignal besteht aus zwei Gruppen von je einem langen und vier kurzen Tönen; es wird gegeben, wenn ein Fahrzeug ein anderes gefährdet oder selbst gefährdet wird.
- Steuerbordseite
- Die Seite, die ein von See kommendes Schiff an hat.
- Im Fahrwasser
- Vorfahrt der dem Verlauf folgenden Fahrzeuge — nicht die KVR-Rangordnung.
- Außerhalb
- Wieder die Regeln der KVR.
- Gefahr- und Warnsignal
- Zwei Gruppen von je einem langen und vier kurzen Tönen.
Die typische Falle: Im Fahrwasser hilft es nicht, Segelfahrzeug zu sein. Wer quert oder einläuft, hat zu warten — Rang spielt dort keine Rolle.
Eigener Text dieser Seite — keine amtliche Quelle. Verbindlich ist der amtliche Katalog; die Fragen darunter stehen wörtlich so darin.
- 152
Wo ist festgelegt, welche Wasserflächen Seeschifffahrtsstraßen sind?
Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung und Schifffahrtsordnung Emsmündung.
Welche Wasserflächen überhaupt Seeschifffahrtsstraßen sind, ist eine nationale Festlegung — sie steht in den beiden deutschen Verkehrsordnungen für diese Reviere. Die internationalen Kollisionsverhütungsregeln können das gar nicht regeln: Sie kennen keine deutschen Wasserflächen, sondern nur Gewässer, auf denen Seeschiffe fahren.
Merksatz
Wo die Grenze liegt, sagt das nationale Recht
Typischer FehlerDie Kollisionsverhütungsregeln in die Antwort zu nehmen. Sie stehen in drei der vier Möglichkeiten und gehören in keine — ebenso wenig wie das Seeaufgabengesetz, das Zuständigkeiten regelt und keine Wasserflächen.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung und Kollisionsverhütungsregeln.
- Kollisionsverhütungsregeln und Schifffahrtsordnung Emsmündung.
- Kollisionsverhütungsregeln und Seeaufgabengesetz.
- 153
Welche örtlichen Sondervorschriften zusätzlich zur Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung (SeeSchStrO) und zur Schifffahrtsordnung Emsmündung (EmsSchO) gibt es und was ist darin geregelt?
Die Bekanntmachungen der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS), die besondere örtliche Regelungen enthalten und Hinweise für die einzelnen Seeschifffahrtsstraßen geben.
NfS = Nachrichten für Seefahrer · BfS = Bekanntmachungen für Seefahrer · BMDV = Bundesministerium für Digitales und Verkehr
Örtliche Sondervorschriften kommen von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt. In ihren Bekanntmachungen steht, was nur für eine bestimmte Seeschifffahrtsstraße gilt — Geschwindigkeiten, Sperrgebiete, besondere Regeln für einzelne Abschnitte. Es sind Vorschriften und nicht bloß Mitteilungen, und genau darin liegt der Unterschied zu allem anderen, was regelmäßig erscheint.
Merksatz
Bekanntmachungen sind Vorschrift, Nachrichten sind Information
Typischer FehlerDie Nachrichten für Seefahrer oder die Bekanntmachungen für Seefahrer zu wählen. Beide sind wichtig und melden Betonnung, Wracks und Untiefen — aber sie sind Hinweise, keine örtlichen Sondervorschriften. Eine nautische Veröffentlichung für Wassersportler erst recht nicht.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Die Nachrichten für Seefahrer (NfS), herausgegeben vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, sowie die Bekanntmachungen für Seefahrer (BfS) der örtlich zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter, die auf alle Veränderungen hinsichtlich Betonnung, Befeuerung, Wracks und Untiefen sowie auf die Schifffahrt betreffende Maßnahmen und Ereignisse hinweisen.
- Die Bekanntmachung der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) sowie die nautische Veröffentlichung "Sicherheit auf dem Wasser", herausgegeben durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV), mit wichtigen Regeln und Tipps für Wassersportler.
- Das Seesicherheitsuntersuchungsgesetz sowie die Verordnung über die Sicherung der Seefahrt, die jeweils wichtige Vorschriften über das Verhalten nach einem Zusammenstoß auf den jeweiligen Seeschifffahrtsstraßen enthalten.
- 154
Was ist das für ein Fahrzeug und was ist zu beachten?

Fahrzeug des öffentlichen Dienstes im Einsatz. Es darf von den Verkehrsvorschriften abweichen.
Ein Fahrzeug des öffentlichen Dienstes im Einsatz zeigt ein blaues Funkellicht, und die Bedeutung ist dieselbe wie an Land: Dieses Fahrzeug darf von den Verkehrsvorschriften abweichen. Für alle anderen heißt das, mit Unerwartetem zu rechnen — mit einem Kurs gegen die übliche Richtung, mit plötzlichem Drehen, mit einem Halt mitten im Fahrwasser.
Merksatz
Blaues Funkeln heißt: der hält sich gleich nicht an die Regeln
Typischer FehlerEs der Bundesmarine mit Gefahrgut oder einem Lotsenfahrzeug zuzuordnen. Und ein tiefgangbehindertes Fahrzeug zeigt drei rote Rundumlichter — es darf gerade nicht abweichen, sondern kann es nicht.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Fahrzeug der Bundesmarine im Einsatz. Es hat Munition oder andere Gefahrgüter an Bord.
- Lotsenfahrzeug mit Sonderrechten im Einsatz. Es darf vom Rechtsfahrgebot abweichen.
- Tiefgangbehindertes Fahrzeug. Es darf nicht behindert werden.
- 155
Wer gibt das Sichtzeichen "Leuchtkugeln mit weißen Sternen" und was ist zu beachten?
Fahrzeug der Bundeswehr, der Bundespolizei oder Maschinenfahrzeug, das Schießscheiben schleppt bei Übungen. Man hält sich frei.
ggf. = gegebenenfalls
Leuchtkugeln mit weißen Sternen kommen von Fahrzeugen der Bundeswehr oder der Bundespolizei oder von einem Maschinenfahrzeug, das bei Übungen Schießscheiben schleppt. Das Signal fordert weder Hilfe noch weist es auf Fanggerät hin — es sagt: Hier wird geübt, halte dich frei. Die richtige Reaktion ist Abstand und Wegbleiben, nicht Näherkommen.
Merksatz
Weiße Sterne heißen Übung, nicht Notfall
Typischer FehlerEs für ein Notsignal zu halten und Hilfe leisten zu wollen — das wäre gefährlich für alle Beteiligten. Und mit fischenden Fahrzeugen oder der Anforderung eines Lotsen hat es nichts zu tun.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Fahrzeug, das mit Netzen, Leinen, Schleppnetzen oder anderen Fanggeräten fischt und auf sich aufmerksam macht. Ausreichenden Abstand halten.
- Fahrzeug in Seenot, das auf sich aufmerksam macht. Hilfe leisten, ggf. weitere Hilfe anfordern.
- Maschinenfahrzeug über 50 m Länge bei der Anforderung eines Lotsen. Man behält Kurs und Geschwindigkeit bei.
- 156
Was sind Fahrwasser im Sinne der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung (SeeSchStrO) und der Schifffahrtsordnung Emsmündung (EmsSchO)?
Es sind Wasserflächen, die durchgehend durch Fahrwasserseitenbezeichnung begrenzt oder gekennzeichnet sind, binnenwärts der Flussmündungen auch nicht gekennzeichnete Wasserflächen, die für die durchgehende Schifffahrt bestimmt sind.
Ein Fahrwasser ist zuerst etwas Sichtbares: eine Wasserfläche, die durchgehend durch die Bezeichnung ihrer beiden Seiten begrenzt oder gekennzeichnet ist. Binnenwärts der Flussmündungen kommt der zweite Fall dazu — auch nicht gekennzeichnete Flächen, die für die durchgehende Schifffahrt bestimmt sind. Der Begriff hängt also an der Kennzeichnung und am Zweck, nicht an der Tiefe.
Merksatz
Zwei Seiten bezeichnet, oder für den Durchgangsverkehr bestimmt
Typischer FehlerIhn über die zugelassenen Fahrzeuge zu bestimmen — welche Schiffe dort fahren dürfen, ist eine andere Frage. Und weder das Wasserskifahren noch die Sportbootführerscheinverordnung hat mit der Begriffsbestimmung zu tun.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Es sind Wasserflächen, die für Seeschiffe zugelassen sind; binnenwärts der Flussmündungen sind auch Binnenschiffe und Sportboote zugelassen.
- Es sind Wasserflächen, die durchgehend durch Fahrwasserseitenbezeichnung begrenzt oder gekennzeichnet sind und auf denen das Wasserskifahren sowie das Fahren mit Wassermotorrädern erlaubt ist, sofern die durchgehende Schifffahrt nicht behindert wird.
- Es sind Wasserflächen, die durchgehend durch Fahrwasserseitenbezeichnung begrenzt oder gekennzeichnet sind und auf denen die Sportbootführerscheinverordnung Gültigkeit hat.
- 157
Welches ist - außer in Wattgebieten - die Steuerbordseite eines Fahrwassers?
Es ist die Seite, die ein von See kommendes Schiff an seiner Steuerbordseite hat.
Die Seiten eines Fahrwassers werden aus einer festen Blickrichtung bestimmt: von See kommend, also hereinfahrend. Was ein solches Schiff dann an seiner Steuerbordseite hat, ist die Steuerbordseite des Fahrwassers — gekennzeichnet mit grünen, spitzen Tonnen mit ungeraden Zahlen. Wer hinausfährt, hat sie an Backbord und muss umdenken, denn die Bezeichnung dreht sich nicht mit.
Merksatz
Immer von See her gedacht, auch beim Hinausfahren
Typischer FehlerDie Seite zu vertauschen und die Backbordseite zu meinen. Rote Tonnen und fortlaufende gerade Zahlen gehören zur Backbordseite — beides steht in den falschen Möglichkeiten und beschreibt jeweils die andere Seite.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Es ist die Seite, die ein von See kommendes Schiff an seiner Backbordseite hat.
- Es ist die Seite, die von See kommend mit roten Tonnen bezeichnet ist.
- Es ist die Seite, auf der die Tonnen mit fortlaufenden geraden Zahlen gekennzeichnet sind.
- 158
Welche verkehrsrechtliche Verpflichtung hat ein Fahrzeugführer nach § 3 der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung (SeeSchStrO), dessen Fahrzeug mit einer UKW-Funkanlage ausgerüstet ist?
Er ist verpflichtet, die von der Verkehrszentrale gegebenen Verkehrsinformationen und -unterstützungen abzuhören und zu berücksichtigen.
UKW = Ultrakurzwellen
Wer eine Ultrakurzwellen-Funkanlage an Bord hat, muss sie auch nutzen: die Verkehrsinformationen und Verkehrsunterstützungen der Verkehrszentrale abhören und berücksichtigen. Der Sinn ist die Lage, die man selbst nicht sehen kann — ein Massengutfrachter zwei Flussbiegungen weiter, eine gesperrte Rinne, ein Schleppverband, der gleich dreht.
Merksatz
Wer das Gerät hat, muss auch zuhören
Typischer FehlerEs auf das Funkzeugnis zu verkürzen — das ist eine funkrechtliche Frage und keine verkehrsrechtliche. Und weder eine regelmäßige Positionsmeldung noch Eintragungen im Schiffslogbuch werden hier verlangt.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Er ist verpflichtet, bei der Nutzung einer UKW-Funkanlage im Besitz des entsprechenden Funkzeugnisses zu sein.
- Er ist verpflichtet, bei verminderter Sicht regelmäßig seinen Schiffsnamen und seine Position der Verkehrszentrale mitzuteilen.
- Er ist verpflichtet, die Funkanlage während der Fahrt in Betrieb zu halten und alle sein Fahrzeug betreffenden Mitteilungen im Schiffslogbuch festzuhalten.
- 159
Welches Licht muss ein Fahrzeug unter Segel von weniger als 12 m Länge oder ein Fahrzeug unter Ruder auf der Seeschifffahrtsstraße führen, wenn es die nach den Kollisionsverhütungsregeln (KVR) vorgeschriebenen Lichter nicht führen kann?
Ein weißes Rundumlicht.
Kleine Segel- und Ruderboote können die vorgeschriebenen Lichter oft nicht führen — es fehlt an Platz, an Strom oder an einer festen Halterung. Statt gar nicht gesehen zu werden, führen sie dann ein weißes Rundumlicht. Es sagt nichts über Richtung oder Art aus, aber es sagt das Wichtigste: Hier ist jemand.
Merksatz
Lieber ein weißes Licht als gar keines
Typischer FehlerEin rotes Rundumlicht zu wählen, das eine Einschränkung anzeigen würde, oder ein weißes Topplicht, das eine laufende Maschine bedeutet. Und eine Dreifarbenlaterne ist genau das, was die kleinen Boote eben nicht führen können.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Ein rotes Rundumlicht.
- Ein weißes Topplicht.
- Eine Dreifarbenlaterne.
- 160
Wann darf ein Maschinenfahrzeug von weniger als 7 m Länge auf Seeschifffahrtsstraßen nicht fahren, wenn es die nach den Kollisionsverhütungsregeln (KVR) vorgeschriebenen Lichter nicht führen kann?
Es darf in der Zeit, in der die Lichterführung vorgeschrieben ist, nicht fahren, es sei denn, dass ein Notstand vorliegt.
Bei einem Maschinenfahrzeug von weniger als sieben Metern Länge gilt die Nachsicht nicht mehr, die kleinen Seglern und Ruderbooten zugestanden wird: Kann es die vorgeschriebenen Lichter nicht führen, darf es in der Zeit, in der Lichterführung vorgeschrieben ist, nicht fahren. Ausgenommen ist allein ein Notstand — und der ist ein Notstand, keine späte Rückfahrt.
Merksatz
Ohne Licht kein Motor, außer es ist wirklich ein Notfall
Typischer FehlerDie Zeit zu vertauschen und auf die helle Hälfte zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang abzustellen. Und ein Signalhorn an Bord ersetzt keine Lichter: Gehört zu werden ist etwas anderes, als gesehen zu werden.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Es darf in der Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nicht fahren.
- Es darf in der Zeit, in der die Lichterführung vorgeschrieben ist, nur dann fahren, wenn ein betriebsbedingtes Signalhorn an Bord ist.
- Es darf in der Zeit zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang nicht fahren.
- 161
Welches Schallsignal ist beim Einlaufen in Fahrwasser und Häfen zu geben, wenn die Verkehrslage es erfordert?
Ein langer Ton.
Beim Einlaufen in ein Fahrwasser oder einen Hafen ist ein langer Ton zu geben, wenn die Verkehrslage es erfordert. Er ist ein Achtungszeichen und keine Absichtserklärung: Er sagt nur, dass gleich jemand um die Ecke kommt, den man von drüben noch nicht sehen kann. Deshalb ein einzelner langer Ton und keine Tonfolge, die schon etwas Bestimmtes bedeutete.
Merksatz
Ein langer Ton heißt einfach: Achtung, ich komme
Typischer FehlerAuf einen kurzen Ton zu gehen — kurze Töne gehören zu den Manöversignalen und bedeuten eine bestimmte Richtung. Und Kombinationen aus kurz und lang sind bereits vergeben, etwa an den Ankerlieger.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Ein kurzer Ton.
- Ein kurzer und ein langer Ton.
- Ein langer und ein kurzer Ton.
- 162
Welche Bedeutung hat folgendes Schallsignal?

Allgemeines "Gefahr- und Warnsignal".
Dieses Signal ist der allgemeine Alarm auf der Seeschifffahrtsstraße: das Gefahr- und Warnsignal. Anders als die fünf kurzen Töne richtet es sich an niemanden bestimmten, sondern an alle in Hörweite. Wer es hört, weiß, dass etwas nicht stimmt, und soll aufmerksam werden und die Fahrt anpassen.
Merksatz
Dieses Signal hat keinen Empfänger — es gilt allen
Typischer FehlerIhm eine bestimmte Anweisung zu unterstellen: eine Sperrung der Seeschifffahrtsstraße, die Aufforderung sofort anzuhalten, oder eine Meldung über eine Brücke oder Schleuse. Das Signal warnt, es ordnet nichts an.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Sperrung der Seeschifffahrtsstraße.
- Sofort anhalten (Fahrzeug des öffentlichen Dienstes).
- Brücke/Schleuse kann vorübergehend nicht geöffnet werden.
- 163
Wie lautet das "allgemeine Gefahr- und Warnsignal"?
Zwei Gruppen von je einem langen und vier kurzen Tönen.
Das Gefahr- und Warnsignal besteht aus zwei Gruppen, jede aus einem langen Ton und vier kurzen. Der lange Ton am Anfang verschafft Aufmerksamkeit, die vier kurzen danach machen es unverwechselbar, und die Wiederholung stellt sicher, dass es auch ankommt, wenn man beim ersten Mal nicht hingehört hat.
Merksatz
Erst lang, dann vier kurze — und das Ganze zweimal
Typischer FehlerDie Reihenfolge umzudrehen und mit einem kurzen Ton zu beginnen, oder die Töne wegzulassen und bei vier kurzen oder drei langen zu bleiben. Alle drei falschen Fassungen unterscheiden sich nur in der Zusammensetzung der Gruppen.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Zwei Gruppen von je drei langen Tönen.
- Zwei Gruppen von je vier kurzen Tönen.
- Zwei Gruppen von je einem kurzen und vier langen Tönen.
- 164
Wann ist das "allgemeine Gefahr- und Warnsignal" zu geben?
Wenn ein Fahrzeug ein anderes Fahrzeug gefährdet oder durch dieses selbst gefährdet wird.
Das Signal gilt in beide Richtungen: Man gibt es, wenn man ein anderes Fahrzeug gefährdet — und ebenso, wenn man von ihm gefährdet wird. Wer es hört, weiß deshalb nicht, wer von beiden gemeint ist, sondern nur, dass irgendwo eine Lage entstanden ist, die sich nicht mehr von allein auflöst.
Merksatz
Gefährden oder gefährdet werden — beides zählt
Typischer FehlerEs an eine bestimmte Absicht zu binden, etwa an ein Überholen an Steuerbord. Wenn ein Fahrzeug einem anderen nicht ausweichen kann, gibt es fünf kurze Töne, und für eine Aufforderung zur Hilfeleistung gibt es Notsignale.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Wenn ein Fahrzeug ein anderes Fahrzeug im Fahrwasser an Steuerbord überholen will.
- Wenn ein Fahrzeug einem anderen Fahrzeug nicht ausweichen kann.
- Wenn ein Fahrzeug ein anderes Fahrzeug zur Hilfeleistung auffordert.
- 165
Wie haben sich Fahrzeuge zu verhalten, die in ein Fahrwasser einlaufen, ein Fahrwasser queren, im Fahrwasser drehen oder ihre Anker- und Liegeplätze verlassen?
Sie haben die Vorfahrt der dem Fahrwasserverlauf folgenden Fahrzeuge zu beachten.
Wer einläuft, quert, im Fahrwasser dreht oder seinen Liegeplatz verlässt, tritt in einen laufenden Verkehr ein. Deshalb hat er die Vorfahrt derer zu beachten, die dem Fahrwasserverlauf folgen. Der Gedanke ist derselbe wie beim Einfädeln auf eine Straße: Wer dazukommt, richtet sich nach denen, die schon da sind.
Merksatz
Wer dazukommt, hat keine Vorfahrt
Typischer FehlerDie Vorfahrt für sich zu beanspruchen. Und ein kurzer Ton als Achtungssignal ist hier nicht verlangt; die Pflicht, andere nicht zu behindern, ist zwar richtig, aber schwächer als das, was die Regel tatsächlich sagt.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Sie haben die Vorfahrt vor den Fahrzeugen im Fahrwasser.
- Sie haben einen kurzen Ton als Achtungssignal abzugeben.
- Sie haben ihr Manöver so durchzuführen, dass andere Fahrzeuge nicht behindert werden.
- 166
Wie haben Segelfahrzeuge im Fahrwasser, die nicht deutlich der Richtung eines Fahrwassers folgen, untereinander auszuweichen?
Sie haben untereinander nach den Regeln der KVR auszuweichen, wenn sie dadurch vorfahrtberechtigte Fahrzeuge nicht gefährden oder behindern.
Segelfahrzeuge, die nicht deutlich dem Fahrwasserverlauf folgen, sind untereinander nicht von der Vorfahrtsregel des Fahrwassers erfasst — dort gibt es zwischen ihnen nichts zu ordnen. Sie greifen deshalb auf die allgemeinen Ausweichregeln zurück, also auf die Kollisionsverhütungsregeln, aber nur so weit, wie sie dabei keinen Vorfahrtberechtigten gefährden oder behindern.
Merksatz
Untereinander die allgemeine Regel, nach außen die Vorfahrt
Typischer FehlerNach einer Revierordnung zu greifen — die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung und die Schifffahrtsordnung Emsmündung regeln das Verhältnis zum durchgehenden Verkehr, nicht das der Segler untereinander. Die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung gilt hier ohnehin nicht.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Sie haben untereinander nach den Regeln der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung auszuweichen, wenn sie dadurch vorfahrtberechtigte Fahrzeuge nicht gefährden oder behindern.
- Sie haben untereinander nach den Regeln der Schifffahrtsordnung Emsmündung auszuweichen, wenn sie dadurch vorfahrtberechtigte Fahrzeuge nicht gefährden oder behindern.
- Sie haben untereinander nach den Regeln der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung auszuweichen, wenn sie dadurch vorfahrtberechtigte Fahrzeuge nicht gefährden oder behindern.
- 167
Welche Ausweichregeln gelten außerhalb des Fahrwassers?
Die Regeln der KVR.
Die nationalen Sonderregeln knüpfen an das Fahrwasser an — an die Vorfahrt derer, die ihm folgen, an das Rechtsfahrgebot, an die Pflichten beim Queren. Außerhalb gibt es kein Fahrwasser, an das sich etwas hängen ließe, und damit gilt wieder das allgemeine Recht: die Kollisionsverhütungsregeln mit ihren Ausweichregeln.
Merksatz
Kein Fahrwasser, keine Sonderregel — dann gilt die allgemeine
Typischer FehlerDie Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung überall anzuwenden. Sie gilt in ihrem Gebiet weiter, ihre Ausweichregeln hängen aber am Fahrwasser. Die Schifffahrtsordnung Emsmündung betrifft ein eigenes Revier, und die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung gilt auf See gar nicht.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Die Regeln der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung.
- Die Regeln der Schifffahrtsordnung Emsmündung.
- Die Regeln der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung.
- 168
Wo ist das Überholen verboten?
An Engstellen, unübersichtlichen Krümmungen, in Schleusenbereichen, innerhalb durch Überholverbotszeichen gekennzeichneter Strecken, in der Nähe nicht frei fahrender Fähren in Fahrt.
Überholen braucht Platz und Übersicht. Verboten ist es deshalb überall dort, wo eines von beiden fehlt: an Engstellen, in unübersichtlichen Krümmungen, in Schleusenbereichen, auf ausgeschilderten Strecken und in der Nähe einer nicht frei fahrenden Fähre, die an ihrem Seil hängt und nicht ausweichen kann. Alle fünf Fälle haben denselben Grund.
Merksatz
Verboten ist es dort, wo Platz oder Übersicht fehlt
Typischer FehlerDie Liste zu erweitern. Außerhalb des Fahrwassers ist Überholen nicht verboten, in Verkehrstrennungsgebieten ebenso wenig — dort wird sogar viel überholt. Und die Fassung, die Nationalparks nennt, lässt dafür die Schleusenbereiche weg.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- An Engstellen, unübersichtlichen Krümmungen, in Schleusenbereichen, innerhalb durch Überholverbotszeichen gekennzeichneter Strecken, in der Nähe nicht frei fahrender Fähren in Fahrt und außerhalb des Fahrwassers.
- An Engstellen, unübersichtlichen Krümmungen, in Schleusenbereichen, innerhalb durch Überholverbotszeichen gekennzeichneter Strecken, in der Nähe nicht frei fahrender Fähren in Fahrt, und in Verkehrstrennungsgebieten.
- An Engstellen, unübersichtlichen Krümmungen, innerhalb durch Überholverbotszeichen gekennzeichneter Strecken und in Nationalparks und besonders ausgewiesenen Naturschutzgebieten.
- 169
Wo darf Wasserski gelaufen, Wassermotorrad gefahren oder mit einem Segelsurfbrett gefahren werden?
Außerhalb des Fahrwassers, wenn es nicht von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) durch Bekanntmachung verboten ist. Im Fahrwasser auf Abschnitten, die durch die GDWS bekanntgemacht oder durch blaue Tafeln mit dem weißen Symbol eines Wasserskiläufers, eines Wassermotorrades oder eines Segelsurfers bezeichnet sind.
Der Grundsatz lautet: draußen frei, drinnen nur, wo es ausdrücklich erlaubt ist. Außerhalb des Fahrwassers darf Wasserski, Wassermotorrad und Segelsurfbrett gefahren werden, solange es nicht durch Bekanntmachung untersagt ist. Im Fahrwasser selbst geht es nur auf Abschnitten, die bekanntgemacht oder mit den blauen Tafeln mit weißem Symbol bezeichnet sind — dort fährt der Berufsverkehr.
Merksatz
Draußen erlaubt, wenn nichts verbietet — drinnen nur, wenn etwas erlaubt
Typischer FehlerDie beiden Hälften zu vertauschen und den Sport im Fahrwasser zur Regel zu machen. Und die Fassung mit der hohen See und hundert Metern Abstand zum Ufer erfindet eine Bedingung, die es so nicht gibt.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Außerhalb der Seeschifffahrtsstraße, wenn es nicht von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) durch Bekanntmachung verboten ist. Innerhalb der Seeschifffahrtsstraße auf Abschnitten, die durch die GDWS bekanntgemacht oder durch blaue Tafeln mit dem weißen Symbol eines Wasserskiläufers, eines Wassermotorrades oder eines Segelsurfers bezeichnet sind.
- Auf der hohen See und auf den mit dieser zusammenhängenden, von Seeschiffen befahrbaren Gewässern, sofern dabei ein Abstand von mindestens 100 m zum Ufer eingehalten wird.
- Im Fahrwasser, wenn es nicht von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) durch Bekanntmachung verboten ist. Außerhalb des Fahrwassers auf Abschnitten, die durch die GDWS bekanntgemacht oder durch blaue Tafeln mit dem weißen Symbol eines Wasserskiläufers, eines Wassermotorrades oder eines Segelsurfers bezeichnet sind.
- 170
Wie haben sich Führer von Zugbooten der Wasserskiläufer bzw. Wassermotorradfahrer und Segelsurfer bei der Annäherung an andere Fahrzeuge zu verhalten?
Sie haben auszuweichen.
Wasserski, Wassermotorrad und Segelsurfbrett sind schnell, wendig und für andere schwer einzuschätzen — der Läufer hinter dem Boot bewegt sich in weiten Bögen, oft außerhalb dessen, was jemand erwartet. Deshalb liegt die Ausweichpflicht bei ihnen, und zwar bei der Annäherung an jedes andere Fahrzeug.
Merksatz
Wer den Sport betreibt, weicht aus — allen anderen
Typischer FehlerDaraus eine Vorfahrt zu machen und vor dem Bug des anderen zu kreuzen. Kurs und Geschwindigkeit beizubehalten ist ebenfalls falsch, und aufzustoppen ist mehr als verlangt: Gefordert ist Ausweichen, nicht Anhalten.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Sie haben bei Annäherung an andere Fahrzeuge aufzustoppen und Sog und Wellenschlag zu vermeiden.
- Sie haben Vorfahrt und müssen vor dem Bug des anderen Fahrzeugs kreuzen.
- Sie müssen Kurs und Geschwindigkeit beibehalten.
- 171
Wo ist das Ankern verboten?
Im Fahrwasser, an Engstellen und in unübersichtlichen Krümmungen; im Umkreis von 300 m von schwimmenden Geräten, Wracks und sonstigen Schifffahrtshindernissen, Kabeltonnen und sonstigen Stellen für militärische und zivile Zwecke; vor Hafeneinfahrten, Schleusen, Anlegestellen und Sielen sowie in den Zufahrten des Nord-Ostsee-Kanals; innerhalb von Fähr- und Brückenstrecken; 300 m vor und hinter Ankerverbotszeichen.
Verboten ist das Ankern überall dort, wo der Anker oder das liegende Fahrzeug im Weg wäre oder Schaden anrichtete. Das betrifft das Fahrwasser selbst, Engstellen und unübersichtliche Krümmungen; einen Umkreis von dreihundert Metern um schwimmende Geräte, Wracks, Kabeltonnen und ähnliche Stellen; den Bereich vor Hafeneinfahrten und Schleusen ebenso wie vor Anlegestellen und Sielen; die Zufahrten zum Nord-Ostsee-Kanal; Fähr- und Brückenstrecken; und dreihundert Meter beiderseits eines Ankerverbotszeichens.
Merksatz
Nicht dort, wo etwas durchmuss oder etwas am Grund liegt
Typischer FehlerDie Liste auf alle Seeschifffahrtsstraßen auszudehnen — dann dürfte man nirgends mehr ankern, und die Ankerplätze wären selbst verboten. Umgekehrt lässt eine Fassung die Wracks und Schifffahrtshindernisse weg und schiebt Naturschutzgebiete ein.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Im Fahrwasser, auf Seeschifffahrtsstraßen, an Engstellen und in unübersichtlichen Krümmungen; im Umkreis von 300 m von schwimmenden Geräten, Wracks und sonstigen Schifffahrtshindernissen, Kabeltonnen und sonstigen Stellen für militärische und zivile Zwecke; vor Hafeneinfahrten, Schleusen, Anlegestellen und Sielen sowie in den Zufahrten des Nord-Ostsee-Kanals; innerhalb von Fähr- und Brückenstrecken; 300 m vor und hinter Ankerverbotszeichen.
- Im Fahrwasser, an Engstellen und in unübersichtlichen Krümmungen; im Umkreis von 300 m von schwimmenden Geräten, Kabeltonnen und sonstigen Stellen für militärische und zivile Zwecke; vor Hafeneinfahrten, Schleusen, Anlegestellen und Sielen sowie in den Zufahrten des Nord-Ostsee-Kanals und in Vogelschutz- und Naturschutzgebieten sowie generell innerhalb von Nationalparks.
- Im Fahrwasser, wenn es durch die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) bekanntgemacht worden ist. Außerhalb des Fahrwassers auf Abschnitten, die durch die GDWS bekanntgemacht oder durch entsprechende Sichtzeichen bezeichnet sind.
- 172
Was ist zu unternehmen, um die Schifffahrt zu warnen, wenn das eigene Fahrzeug gesunken ist und ein Schifffahrtshindernis darstellt?
Man informiert die Schifffahrtspolizeibehörde und gibt nach Möglichkeit die Position an.
Ein gesunkenes Fahrzeug ist ein Hindernis, das niemand sieht. Zu benachrichtigen ist die Schifffahrtspolizeibehörde — sie ist es, die eine Wrackstelle kennzeichnen, eine Warnung verbreiten und die Bergung veranlassen kann. Und je genauer die Position dabei mitgeteilt wird, desto eher findet man es überhaupt wieder.
Merksatz
Ein Wrack meldet man der Polizei, nicht dem Seenotdienst
Typischer FehlerDie Seenotrettung zu rufen, deren Aufgabe die Rettung von Menschen ist, oder ein Seenotsignal abzugeben, obwohl niemand mehr in Gefahr ist. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie gibt Karten heraus, es sperrt keine Stellen.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Man informiert die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, damit das Hindernis gekennzeichnet werden kann.
- Man gibt ein Seenotsignal ab.
- Man informiert das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie und gibt nach Möglichkeit die Position an.
- 173
Bei welchem Signal dürfen Sportfahrzeuge in die Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals einfahren?
Wenn ein weißes unterbrochenes Licht gezeigt wird.
An den Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals bekommen Sportfahrzeuge ein eigenes Signal: ein weißes unterbrochenes Licht. Es steht neben den Signalen für die Berufsschifffahrt, weil kleine Boote nicht mit den großen zusammen einfahren, sondern erst dann, wenn diese liegen und fest sind.
Merksatz
Weiß unterbrochen ist das Zeichen für die Kleinen
Typischer FehlerAuf ein grünes Licht zu warten — die grünen Signale gelten der Berufsschifffahrt. Und ein weißes Funkellicht ist etwas anderes als ein weißes unterbrochenes; hier trennt der Takt die Bedeutungen.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Wenn ein weißes Funkellicht gezeigt wird.
- Wenn zwei grüne Lichter nebeneinander gezeigt werden.
- Wenn ein grünes Gleichtaktlicht gezeigt wird.
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Wo findet man Regeln für das Durchfahren des Nord-Ostsee-Kanals (NOK)?
Ergänzende Vorschriften für den NOK in der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung sowie in den Bekanntmachungen der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS).
NOK = Nord-Ostsee-Kanal
Der Nord-Ostsee-Kanal ist eine Seeschifffahrtsstraße mit eigenen Besonderheiten — Weichen, Schleusen, Begegnungsverbote, Geschwindigkeitsgruppen. Geregelt ist er deshalb zweistufig: Die ergänzenden Vorschriften stehen in der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung selbst, das Örtliche und laufend Geänderte dagegen in den Bekanntmachungen, die die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt herausgibt.
Merksatz
Der Rahmen steht in der Ordnung, die Einzelheiten in den Bekanntmachungen
Typischer FehlerAls zweite Quelle etwas Allgemeines zu wählen. Die Kollisionsverhütungsregeln gelten international und kennen keinen Kanal, die Sportbootführerscheinverordnung regelt Fahrerlaubnisse, und das Seeaufgabengesetz verteilt Zuständigkeiten.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Ergänzende Vorschriften für den NOK in der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung sowie in den Kollisionsverhütungsregeln.
- Ergänzende Vorschriften für den NOK in der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung sowie in der Sportbootführerscheinverordnung.
- Ergänzende Vorschriften für den NOK in der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung sowie im Seeaufgabengesetz.
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Was bedeuten im Nord-Ostsee-Kanal an einem Weichensignalmast drei unterbrochene rote Lichter übereinander und was ist zu beachten?
Ausfahren für alle Fahrzeuge verboten; Aufhebung des Signals abwarten.
Am Weichensignalmast wird der Verkehr in den Weichen des Nord-Ostsee-Kanals geordnet, in denen große Schiffe einander ausweichen. Drei unterbrochene rote Lichter übereinander verbieten allen Fahrzeugen das Ausfahren — man bleibt liegen und wartet, bis das Signal aufgehoben wird. Es ist eine Anordnung auf Zeit, kein dauerhafter Zustand.
Merksatz
Rot am Weichenmast heißt liegenbleiben, nicht umkehren
Typischer FehlerEs für eine dauernde Sperrung der Seeschifffahrtsstraße oder einer Teilstrecke zu halten. Und eine schutzbedürftige Anlage, bei der Sog und Wellenschlag zu vermeiden wären, hat mit dem Weichensignal nichts zu tun.
Erklärung des Bootsschein-Trainers — nicht Teil des amtlichen Katalogs.
Die anderen Antwortmöglichkeiten
- Schutzbedürftige Anlage; Geschwindigkeit reduzieren, Sog und Wellenschlag vermeiden.
- Dauernde Sperrung der Seeschifffahrtsstraße; Weiterfahrt verboten.
- Dauernde Sperrung einer Teilstrecke der Seeschifffahrtsstraße; Weiterfahrt in der Teilstrecke verboten.